RBLUM-167

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-167 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 167 - Cados wahnsinniger Höllentrotz. Vermessener Umsturzplan des Häuptlings. Der Höllenschlund tut sich auf.


1. Cyprian berichtet weiter: „Cado schüttelt abermals den Kopf und sagt: ,Freund, deine Pläne sind eitel! Ich bin zwar der Gottheit entschiedener Feind, aber nicht ihrer Schwäche, sondern ihrer zu ungeheuren Macht wegen. Es ist mein vollkommen freier Wille, entweder hier im Orte der Qualen zu verbleiben oder umzukehren und Besitz zu nehmen an allen möglichen Freuden eines himmlischen Lebens. Aber ich ziehe dennoch vor hierzubleiben, weil ich der Gottheit endlos grosse Macht nur zu gut kenne. Wäre die Gottheit nur um einen Grad schwächer, hielte ich's sogleich mit ihr und würde sie verteidigen gegen jeden Angriff. Aber eben da sie so unendlich mächtig und unbesiegbar ist, bin ich ihr entschiedenster Feind. Ich weiss, dass meine Feindschaft barste Torheit ist und sie mich jeden Augenblick vernichten kann. Solange aber ich einen freien Willen habe, will ich ihr entschiedensten Trotz bieten, bloss um ihr zu zeigen, dass sie mit ihrer Allmacht und Weisheit mit mir dennoch nichts richten kann, solange sie mich in der gegenwärtigen Willensfreiheit belässt. Es ist für einen Helden wahrlich der grösste Hochgenuss, als ein Atom gegen die endlose Grösse Gottes sich derart zu stemmen, dass sie nichts dagegen auszurichten vermag! Ich werde daher auch nie ihre eingebildeten Schwächen, sondern vor allem ihre unendliche Kraft zu erforschen bemüht sein. Und je mehr Kraft und Stärke ich in ihr entdecke, desto unbeugsamer werde ich mich ihr gegenüber gebärden. Siehe, das ist mein Sinn, der sich für einen Helden ziemt! Aber dein Plan, die Gottheit zu entthronen, gehört zu den grössten Lächerlichkeiten. Die Gottheit ist das unendlichste Wesen in jeder Hinsicht! Daher gib deinen Plan auf und tue, was ich tue. Du wirst einen Hochgenuss haben dadurch, dass du dir selbst das Zeugnis geben kannst, der höchsten Gottesmacht mit deiner barsten Nullkraft dennoch Trotz bieten zu können!‘

2. Spricht der Häuptling: ,O du dummer Esel! Meinst du denn, dass du aus dir selbst heraus bist, wie du bist? Sieh, du bist ja gerichtet und kannst nimmer anders wollen. Du meinst dadurch der Gottheit zu trotzen, so du bist, wie sie will, und nicht, wie du willst! Solange Gesetze und Fesseln ein Wesen binden, ist es nicht frei, sondern Sklave einer höheren Macht. Und solange die Gottheit unserem Wirken unübersteigliche Grenzen setzt, sind wir die elendsten Sklaven. Von einer Freiheit kann bei uns so lange keine Rede sein, als wir aus unserer eigenen Macht das harte Joch der Gottheit nicht völlig von uns zu weisen imstande sind. Können wir aber der Gottheit trotzen, und muss die Gottheit diese Schmach erdulden, so ist das doch sicher ein Zeichen, dass sie schwach ist. Ist sie aber in einem schwach, so wird sie auch in vielem anderen vielleicht noch schwächer sein. Daher ist es an uns, alle ihre schwachen Seiten sorglich auszukundschaften und sie dann mit unserer Übermacht anzugreifen und gänzlich zu verderben.‘“

3. Der Franziskaner Cyprian für sich: „O du verzweifelter Lump! Was der für löbliche Ideen hat! Schau, schau! Ich habe immer noch gemeint, die höllischen Geister müssten in ihrer fürchterlichsten Qual eine ewig brennende Reue über ihre grossen Sünden fühlen, ohne je eine leiseste Hoffnung auf Erlösung zu haben. Aber wie ich sehe, ist die Sache ganz anders. Sie wollen das alles selbst, bloss um Dir, o Herr, hartnäckigsten Trotz bieten zu können! Die Kerle haben nur Freude über ihre grenzenlose Verstocktheit, das ist wahrlich nicht übel! – Aber Herr, solchen Lumpen möchte ich an Deiner Stelle denn doch ein bisschen ihre Freude versalzen. O ihr Hauptlumpen, wartet, dieser Freudenbecher soll euch mit einer Galle gefüllt werden, an der ihr für ewig sollt hinreichend zu lecken haben!“

4. Sage Ich: „Mein lieber Cyprian! Diese Erscheinung musst du leidenschaftslos beobachten, sonst füllst du dein eigenes Herz mit demselben Stoff, mit dem der beiden höllischen Geister Herz erfüllt ist. Denn Drohung, Rache und Krieg sind Eigentümlichkeiten der Hölle, wie sie sich dir soeben zur Schau stellen. Sieh nur hin, wie soeben eine Horde gleich glühenden Drachen aus einer mächtig qualmenden Höhle zum Vorschein kommt und unsere beiden Räuberhäuptlinge umstellt, begrüsst und sie belobt ob ihrer gut höllischen Gesinnung. Und wie die beiden sich nun auch in eine gut ausgebildete Drachengestalt umzuwandeln beginnen, was so viel sagen will, dass sie nun vollends ins echt Höllische übergehen, das sich in ihnen nun völlig ausgebildet hat.

5. Ich sage dir, es bleibt diesen Geistern nichts geschenkt. Jedes Lästerwort wird zu einem glühenden Stein auf ihrem Haupte. Und sie werden bei solch einer Last schon nach und nach inne, ob sie stärker seien als die Gottheit und fähig, ihre argen Pläne gegen Mich je in Ausführung zu bringen! – Gott ist durch und durch die reinste Liebe, und aus solcher Liebe die höchste Weisheit, Ordnung und Macht. Alles das, mag es dir noch so schrecklich vorkommen, ist Meine Liebe, Weisheit und Ordnung. Es muss alles so geschehen, damit alles bestehe und nichts verlorengehe!

6. Die eigentliche Höllenqual wird für diese Geister erst jetzt ihren Anfang nehmen. Du siehst nun auch die ehedem von Cado zerrissenen Quälgeister sich wieder ergänzen – nur nicht in einer menschenähnlichen, sondern in einer Schlangengestalt. Passe recht auf, und du wirst gleich der eigentlichen Hetze ansichtig werden. Aber du, Helena, darfst nun nicht mehr hinsehen, weil das für dich zu arg wäre! Ihr anderen aber sehet hin, und du, Cyprian, kannst auch nebenher erzählen, was du erblicken wirst!“


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