RBLUM-166

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-166 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 166 - Cado wird frei und nimmt Rache. Der Häuptling lenkt ein. Satanischer Höllenplan.


1. Es macht aber auch der Franziskaner Cyprian mit dem Grafen Bathianyi und dessen Freund Miklosch eine etwas grössere Annäherung zu Mir und richtet seine Augen scharf auf den Schreckensort. Nach einer Weile fängt er unaufgefordert an zu reden: „O du entsetzliche Schwerenot! Cado, von namenlosem Schmerz gedrungen, zerreisst nun alle Fesseln, als wären sie ein lockeres Spinngewebe. Er fällt über seine Peiniger her wie ein wütender Tiger und wen er ergreift, den zerreisst er in kleine Stücke! Die Stücke krümmen sich und hüpfen am glühend aussehenden Boden umher wie abgehauene Stücke einer Schlange! Den glühenden Thron zermalmt er zu Staub! Die Spiesse werden vernichtet, und nun stürzt er sich auf seinen irdischen Häuptling, der sich zur Wehr stellt und dem wütenden Cado mit grässlicher Stimme entgegenruft:

2. ,Rühr mich nicht an, Hund, sonst sollst du meine Rache in namenloser Schärfe kennenlernen! Glaube nicht, dass ich hier verlassen und ohnmächtig vor dir stehe. Sowie du mich nur mit einem Finger anrührst, wirst du von Millionen mächtigster Geister umringt und in eine Qual geworfen werden, gegen die alles, was du bis jetzt verkostet hast, ein kühlender Balsam war! Willst du aber, da ich in dir nun einige Kraft entdeckt habe, mit mir gegen einen anderen Fürsten einen Bund machen, so soll dir der auf Erden an mir begangene Frevel völlig nachgelassen werden. Du sollst mein intimer Freund sein und mein königliches Ansehen als mein Schwiegersohn im Vollmass teilen!‘

3. Cado wird nun etwas stutzig und schreit nach einer Pause noch immer grimmig: ,Elendster Teufel! So du mir nun – da du ein kleines Pröbchen meiner unbesiegbaren Macht und Kraft gesehen hast – solch friedliche Anträge machst, warum hast du das nicht eher getan, als ich dir doch so harmlos freundlich entgegenkam? Wahrlich, du hättest an mir einen Freund gefunden, mit dessen Hilfe du die ganze Schöpfung aus den Angeln hättest heben können. So aber hast du dir an mir einen Feind gezogen, wie die ganze Hölle keinen zweiten soll aufzuweisen haben. Du glaubtest, mich vernichten zu können, bist aber grässlich enttäuscht worden und machst als Besiegter mir nun friedlich schimmernde Anträge. Aber Cado wird deinen Worten ein verdammt kleines Gehör schenken und dir tausendfach vergelten, was du ihm geliehen hast!‘

4. Hier streckt Cado seine Hände nach dem Häuptling aus. Aber der Häuptling macht einen Sprung zurück und schreit: ,Blinder Esel! Musste ich dir das nicht antun, da du sonst nimmer zu dieser Kraft gekommen wärest! Denn hier werden Geister nur durch grosse Leiden geläutert und zu mächtigen Helden umgestaltet. Und so habe ich dir durch meine grausam scheinende Behandlung ja nur einen grössten Freundschaftsdienst geleistet und nicht meinen vorgeschützten Rachedurst gekühlt. Das tat ich dir aber nur wegen der nahen Verwandtschaft, damit du schnell zu jener Kraft gelangest, ohne die sich in diesem Reiche kein Wesen behaupten kann. So du aber das nicht anerkennen willst, versuche immerhin dein loses Vorhaben an mir zu vollziehen, und du wirst dich überzeugen, dass du noch lange nicht der Mächtigste in dieser Welt bist!‘

5. Hier stutzt Cado noch mehr und sagt nach einigem Umherschauen: ,Dummes Luder von einem Beduinenhäuptling, wenn sich die Sache so verhält, warum hast du mir das nicht gleich gesagt? Ich will dir's aber als meinem Schwiegervater in allen Teufelsnamen gelten lassen und annehmen, dass es also ist. Aber wehe dir, so ich dahinterkomme, dass du mich nur so beredet hast! Dann sollst du mir's millionenfach büssen! – Aber nun sage mir, wie der Ort heisst, wo wir uns befinden, und ob es hier keine Burgen und reichbeladene Karawanen gibt, die man etwas leichter machen könnte? Denn unser irdisches Handwerk werden wir hier doch nicht etwa aufgeben müssen?‘“

6. Cyprian fortfahrend: „Schönes Vorhaben! Zwei Kerls, wie sie nur in der untersten Hölle ausgeheckt werden können! – Der Häuptling bedenkt sich ein wenig und sagt dann mit geheimnisvoller Würde: ,Freund, auf der Erde waren wir pure Mückenfänger, hier aber sind wir zu mächtigen Löwen herangereift, denen ganz andere Pläne durchzuführen vorgesteckt sind. Du weisst, dass bis jetzt noch immer die alte Gottheit die drückend tyrannischste Obergewalt ausgeübt hat, und sie hat diese durch ihre Menschwerdung noch mehr befestigt. Wir ersten Geister dieses Reiches unbegrenztester Freiheit aber haben mit unserem Scharfsinn die verborgenen Schwächen der alten Gottheit aufgefunden. Wir werden sie nun in aller Kürze von ihrem alten Thron stürzen und mit ihr machen, wie du ehedem mit deinen Peinigern getan hast. Dann werden wir die ganze alte Schöpfung zerstören und an ihre Stelle eine neue und allerfreieste setzen! Wie gefällt dir dieser Plan?‘

7. Cado zuckt mit den Achseln und sagt: ,Der Plan wäre wohl unser würdig, aber ich zweifle sehr, dass er uns je gelingen wird. Denn die alte, grausame Gottheit ist stets von grösster Schlauheit und sieht gerade da am besten, wo wir an ihr Blindheit zu gewahren wähnen. Daher meine ich, dass es mit der Ausführung dieses grossartigen Planes durchaus nicht gehen wird.‘

8. Spricht wieder der Häuptling: ,Du bist hier ein Anfänger und redest nach deiner noch sehr beschränkten Einsicht. Du hast noch zu irdisch-dunkle Ansichten von der Gottheit und unterstellst ihr noch Allwissenheit und unbegrenzte Macht. Du siehst die Gottheit noch immer als ein ungeteiltes, allwaltendes Wesen, das nur zu wollen braucht, um eine Myriade neuer Welten aus sich ins Dasein zu rufen. Das kann sie zwar und tut es auch immer, weil das ihr höchstes Vergnügen ist. Aber wir wissen, wohin solch eine Lust die Gottheit mit der Zeitenfolge bringen muss. Sieh Freund, die alte, schwach gewordene Gottheit ist bettelhaft kindisch geworden! Ihre Sache ist, nur immer erschaffen und erschaffen, gehe es, wie immer es gehen mag. Hast du denn auf der Erde nicht schon bemerkt, wie der Gottheit der Zwirn ausgeht? Sie überhäuft die Bäume mit zahllosen Blüten und hat am Ende zu wenig Stoff, alle die Blüten zu einer Frucht zu ernähren. So setzt sie auch Menschen auf Menschen in die Welt. Geht ihr endlich der Erhaltungsfaden aus, so muss sie ihre Lieblinge wie die Fliegen dahinsterben lassen. Und in allem wirst du ähnliche göttliche Verlegenheiten bemerken, aber freilich leider nicht ahnen können, worin der Grund liegt. Wir aber wissen nur zu gut, wie die Gottheit schwächer und schwächer wird und samt ihrer grossen Haushaltung am Ende auf den Hund kommen muss. Und so ist es uns auch möglich, Pläne zu entwerfen, die ihren Untergang notwendig befördern müssen.‘“


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