RBLUM-165

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-165 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 165 - Cado im Höllenschwitzbad. Des Herrn unverbrüchliche Willensfolgenordnung.


1. Als Cado sich nun allein befindet, sagt er bei sich: „Dank der Hölle, dass ich diese beiden Luder endlich losgeworden bin! Ha, da seh ich ja Bekannte, mehrere meiner Gesellen, ja sogar meinen einstigen Häuptling! Das wird ein Jubel sein, so wir zusammenkommen und uns leicht wiedererkennen! Sehen doch noch alle wie auf der dummen Welt aus!“

2. Die Schar nähert sich ihm stets mehr und mehr, und sein vormaliger Häuptling stürzt mit grosser Hast auf ihn los, packt ihn an der Kehle und schreit fürchterlich: „Ha! Schurke! Elender Hund! Bist du endlich hier, damit ich dir's zahle, dass du dir durch ein schändliches Mittel meine Königstochter zum Weib verschafft hast! Warte, du elender Schurke, diese Schmach sollst du mir nun in einem Schwitzbade büssen, dass dir darob Hören und Sehen vergehen wird! Unbeschreibliche Schmerzen sind mir hier zugefügt worden durch Flammen und Glut. Aber keiner ärger als der, dass ich hier am Orte der Qualen und Schrecken erfahren musste, dass ein gemeinster Hund meine erhabene Königstochter sich zum Weibe gemacht hat. Aber dafür sollst du Hund auf eine Art gezüchtigt werden, wovon der ganzen Hölle noch nie etwas geträumt hat!“

3. Auf diese Worte macht Ludwig Bathianyi folgende Bemerkung zu Dismas, Pater Thomas und dem General: „Nun, das ist ein löblicher Empfang! Der König-Häuptling scheint auch ein ganz starker Kerl zu sein, denn Cado kann sich trotz all seines Ringens aus den Krallen seines Häuptlings nimmer loswinden. Nun kommen auch dessen Helfershelfer herbei, und – o verflucht! – nein, da vergeht wahrhaft dem beherztesten Geiste Hören und Sehen! Mit glühenden Stricken umwickeln sie ihn nun wie die Spinne mit ihrem Fadenschleim eine Fliege. Cado raucht nun von allen Seiten und schreit erbärmlich um Hilfe. O Herr, das ist grässlich! Da, sehet hin, wie sie ihn vor sich stossen und hinwälzen! Und dort im finstersten Hintergrund sehe ich einen Thron wie von weissglühendem Metall. Gegen diesen Thron wälzen sie stets heftiger den sehr zu bedauernden Cado. Was wird denn da geschehen? Sollte etwa da das verheissene Schwitzbad sein? O Herr, gar sehr bitte ich dich, vergib mir meine Sünden! Aber das ist zu arg! Sie stellen ihn richtig auf den Thron hinauf, von dem nun auf allen Seiten lichterlohe Flammen schlagen. Und er wird extra noch mit glühenden Ketten gefesselt. – Oh, dies schaudererregendste Schmerzgeheul des geknebelten Cado! Herr, willst Du mir so viel Macht einräumen, dass ich hingehe und den Cado frei mache? – Und da kommen andere mit glühenden Spiessen und fangen an, von allen Seiten ihn zu durchstossen! Von jeder Wunde fliesst eine grässlich dampfende Glühmasse! Herr, ich bitte Dich, gib mir Macht und lass mich hineilen, diesen wahrhaftig ärmsten Teufel zu befreien!“

4. Rede Ich: „Lasse das gut sein und sei froh, dass zwischen uns und ihnen eine unübersteigliche Kluft gestellt ist – sonst würden auch die Auserwählten zur Qual kommen. Warte aber nur ein wenig ab! Bald wird diese Sache ein anderes Gesicht bekommen. Denn der zu grosse, unausstehliche Schmerz wird Cado bald zum Meister seiner Fesseln machen. Dann wirst du den zweiten Akt eines höllischen Dramas zu Gesicht bekommen.“

5. Spricht Bathianyi: „Herr, ich bin schon mit diesem über alle Massen zufrieden und auch alle anderen hier. Auch die liebste Helena scheint mehr als genug zu haben!“ – Spricht Helena ganz erschüttert: „Übergenug! Denn das ist grässlich, übergrässlich!“

6. Rede Ich: „Meine lieben Kindlein, ihr müsst das sehen, damit ihr vollkommen rein werdet. Denn ein jeder Engel muss auch die Hölle kennen, wie sie beschaffen ist und was da für Früchte aus ihrer bösen Liebe erwachsen. Denket nicht, Ich liesse so etwas aus einer Art Zorn und Rache geschehen. O das ist ferne Meinem Vaterherzen! Aber ihr wisset, dass ein jeglicher Same seine bestimmten Früchte trägt und jede Tat auch eine bestimmte Folge haben muss, wie jedwede Ursache ihre bestimmte Wirkung. Und das alles wegen der ewigen Ordnung aus Mir Selbst, ohne die nie auch ein Atom hätte erschaffen werden können und ohne die noch weniger an eine Erhaltung des Geschaffenen zu denken wäre. Nun aber hat dieser Geist so sehr wider die für ihn frei gestellte Ordnung gehandelt, dass er durch solches Handeln sich selbst die notwendigen Folgen hat bereiten müssen. Sie dürfen wir wegen der Erhaltung der ewigen Ordnung nicht früher abändern, als bis dieses nun höchst unglückliche Wesen durch die schmerzhaften Folgen seiner früheren Handlungen aus sich selbst zu anderen Handlungen getrieben wird, die dann auch andere, bessere oder aber auch noch schlimmere Folgen nach sich ziehen werden!

7. So jemand einen guten Samen in die Erde legt, wird daraus auch eine gute Frucht erwachsen. Legt aber jemand statt des Weizenkornes den Samen einer Tollkirsche ins Erdreich, so wird er nur wieder eine Tollkirsche und keinen Weizen ernten.

8. Es dürfte Mir aber leicht jemand einwenden: ,Wäre alles recht, o Herr; aber Du hättest Deine Ordnung nicht in so ungeheuer grelle Extreme treiben sollen!‘ – Gut, sage Ich und füge aber die Frage hinzu: Ist das Lichtextrem einer Sonne darum als ein Fehler Meiner Ordnung zu beklagen, weil wegen seiner ausserordentlichen Stärke jedes Auge erblindet, das da so toll wäre, stundenlang unverwandt in die Sonne zu schauen? Oder ist das alles verzehrende Feuer etwa mit einem zu heftigen Hitzegrad begabt? Ist nicht die Last eines Berges zu gewaltig, die Schnelligkeit des Blitzes zu gross, die Kälte des Eises zu scharf und die Masse des Meerwassers zu ungeheuer? – Wie sähe es aber mit einer Welt aus, auf der die Ordnung in den Elementen nicht so bestellt wäre? Wenn des Feuers Hitzegrad nur lau wäre, könnte es wohl die harten Metalle schmelzen? Wären aber die Metalle weich, wozu könnten sie dann nütze sein? Wäre die ganze Erde etwa so weich wie Butter, welches Geschöpf von nur einigem Gewicht würde auf so einer Welt bestehen können? Und so die Sonne nicht ein so intensivstes Licht besässe, würde sie dann wohl auch imstande sein, auf Entfernungen von sehr vielen Millionen Meilen die für die Planeten erforderliche Wärme und das über alle Massen nötige Licht zu bieten?

9. Es möchte vielleicht jemand sagen: ,Es sollen ja alle Extreme sein und bestehen, aber wozu ist denn beim Menschen die ausserordentlich grosse Schmerzfähigkeit gut?‘ Die Antwort auf diese Frage ist leicht: Stellt euch die Menschheit als schmerzunfähig vor; gebet ihr dann ein freies Erkenntnisvermögen und einen völlig freien Willen. Sanktioniert dann die Gesetze wie ihr wollt, und es wird niemand ein Gesetz beachten! Denn wer keine Empfänglichkeit für Schmerzen hat, der hat auch keinerlei Lust. Und würden wollüstige Menschen, so sie nur mit purer Lustempfindlichkeit begabt wären, sich nicht in aller Kürze gänzlich verstümmeln, so sie bei einem allfälligen Abtrennen eines Gliedes statt des schützenden Schmerzes nur Lust und Wohltun empfänden?

10. Dieser aus übergrossem Schmerze heulende Cado wäre sicher für ewig verloren, wäre er schmerzunfähig. So aber wird er in seinem Hochmut vielleicht noch geraume Zeit Trotz bieten. Wenn ihn aber der Schmerz zu gewaltig erfasst, so wird er am Ende mit sich sehr handeln lassen und wird sich auf bessere Wege begeben.

11. Ihr seht nun aus Meinen Worten, dass da jede Fähigkeit und Beschaffenheit eines Menschen wie auch jedes andern Wesens aus Meiner ewigen Ordnung bestens berechnet ist. Es darf an ihr kein Häkchen fehlen, so der Mensch vollkommen werden soll, was er werden kann. Wenn aber alles so sein muss, dann müsset ihr hier neben Mir stets denken: ,Was jemand selbst will, trotz der grossen damit verbundenen und ihm wohlbekannten Nachteile, dem geschieht auch ewig kein Unrecht, und ginge es ihm noch tausendmal schlechter!‘ – Nun aber gebt weiter acht auf die vor sich gehende Handlung! Und du, Meine liebste Helena, erzähle uns, was du siehst!“

12. Spricht Helena: „O Herr, das ist zu ungeheuer grässlich! O wohl dir, Robert- Uraniel, dass du das nicht mit uns schauest, du würdest erstarren vor Grauen!“ – Rede Ich: „Sorge dich nicht um Robert! Er sieht diese Szene ebensogut, wo nicht noch besser als du! Denn im Geisterreiche gibt es keine Ferne, von der aus man irgendein Geschehnis weniger klar sehen würde. In dieser Welt gibt es ganz andere Nähen und Fernen, und diese befinden sich lediglich im Herzen eines jeden Geistes. Je inniger sich Geister lieben, desto näher sind sie sich. Je schwächer aber die gegenseitige Liebe ist, desto ferner sind sie sich auch. – Verstehst du das? Sieh jetzt nur mutig die Szene an!“

13. Helena schaut nun mit mehr Mut und Ergebung nach der Szene hin, da sie einsieht, dass die Sache unmöglich anders sein kann, als wie sie wegen des Gesamtbestandes der ewigen Ordnung sein muss.


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