RBLUM-164

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-164 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 164 - Grundböses Wesen des Cado. Der Herr über göttliche Züchtigung.


1. Spricht darauf abermals Petrus: „Aber du warst doch dein ganzes irdisches Leben hindurch kein König! Wie kannst du da sagen, dass du schon von der Wiege an zum Herrschen geboren gewesen wärest? Du warst nichts als ein Beduinenhäuptling, und das nur in den letzten Jahren deines Lebens. Früher warst du ein Schafhirte und daneben ein Helfershelfer deiner löblichen Vorgänger. Erst durch die schmähliche Heirat mit der ältesten Beduinenhäuptlingstochter bist du zum Häuptling erhoben worden. Du hast somit auf der Erde lange blindlings gehorchen müssen und hast erst in den letzten Jahren eine schnöde Herrschaft über dein lumpigstes Räubergesindel und deine Bluthunde ausgeübt. Und so meine ich, dass dir das Herrschen eben nicht in dem Grade angeboren sein möchte, wie du es uns gesagt hast!“

2. Spricht Cado: „Das ist gleich! Was ich nicht will, das will ich durchaus nicht! Ihr möget selbst Götter sein, so werdet ihr mich doch so lange nicht auf eine andere Idee bringen, bis ihr mir ein anderes Herz und einen andern Willen einhauchen werdet. Glaubt ihr denn, dass ich die Hölle fürchte? Oh, da irret ihr euch sehr! Einem allmächtigen Gott gehorchen kann jeder feige Esel; aber Gott den hartnäckigsten Trotz bieten und alle seine Weisheit zuschanden machen, das kann nur ein starker Geist, der auch vor der ärgsten Hölle keine Furcht kennt. Werft mich in kochendes Erz, und ich werde euch im höchsten Brandschmerze dieselbe Antwort erteilen. Denn gross ist der Geist, der seinen Schöpfer auch unter den grössten Schmerzen verachten kann! – Welchen Dank soll ich dem Schöpfer auch schuldig sein? Ich bin nur dann gegen jemanden zu Dank verpflichtet, so er mir das tat, um was ich ihn ersucht habe. Den Schöpfer aber habe ich sicher nie ersucht, dass er mich hätte erschaffen sollen. Er hat es eigenmächtig getan! Es ist dann Schande genug für seine angepriesene höchste Weisheit und Macht, dass er an mir eine barste Pfuscherei von einer Schöpfung zuwege gebracht hat. Oder vielleicht muss ich wegen der Erhaltung des Ganzen gerade so sein, wie ich bin? Ihr werdet daher weder auf die eine noch auf eine andere Art mit mir etwas ausrichten. Seht daher, dass ihr weiterkommt!“

3. Hier wird Cado ganz schwarz und seine Gestalt entsetzlich hässlich, so dass Helena sich sehr zu fürchten anfängt. Seine Augen werden glühend wie die eines wütenden Hundes und er macht Miene, die beiden Apostel anzufallen. Aber Petrus sagt zu ihm: „Im Namen Jesu gebiete ich dir, dass du dich vor uns ruhig verhältst, sonst sollst du die Schärfe des Gotteszornes zum Verkosten bekommen, sobald du wagst, nur einen Finger gegen uns zu heben!“

4. Cado bebt nun vor Wut und wird in seinem Innersten ganz glühend, äusserlich aber aller Kleidung bar. So steht er hässlichsten Anblickes vor uns, ohne jedoch unser ansichtig werden zu können.

5. Ich frage nun Helena: „Nun, geliebte Tochter, was sagst du zu dieser Seele? Findest du, dass von Meiner Seite auch nur im geringsten etwas unterlassen worden sei, das für ihre Rettung zu tun wäre? Du sagst in deinem edlen Herzen ein Nein! Und so ist es auch. Es ist bei diesem Geiste alles aufgeboten worden, was nur immer als ein Meiner Liebe entsprechendes sanftes Mittel gedacht werden kann, aber ohne den geringsten Erfolg. Dieser Geist wurde sozusagen auf den Händen getragen. Starke Engel wurden zu seiner Bewahrung beordert. Aber sein Wille, der frei bleiben muss, war stets mächtiger als Meine Liebefesseln. Er zerriss sie alle und spottete ihrer allzeit grässlich. Es fehlte ihm nicht an der Erkenntnis: er kennt jeden Buchstaben der Schrift und hatte sogar das Vermögen, mit der gesamten Geisterwelt zu verkehren. Er kennt Mich und Meine Göttlichkeit und kann doch Meiner spotten. Für ihn ist jeder Herrscherstuhl ein Fluch, so er ihn nicht sein eigen nennen kann. Ein Greuel ist für ihn jedes Gesetz, das nicht er gegeben. Er kennt nur seinen Willen, und der Wille eines andern ist für ihn ein Verbrechen. Sage Mir, was kann da Meine Liebe noch ausrichten bei solch einem Wesen?“

6. Spricht Helena: „Ach du grosser, lieber, heiliger Vater! Solch ein Wesen verdient eine fernere Gnade nimmer von Dir; wohl aber so lange eine gerechte Züchtigung, bis es in aller Demut zu Kreuze kriechen wird.“

7. Rede Ich: „Wäre alles recht, so die Züchtigung von Mir ausgehend nicht auch schon ein Gericht wäre! So Ich die Menschen ihrer grossen Bosheit wegen züchtige, muss die Züchtigung ja so gestellt sein, dass sie als eine natürliche Folge der Böswilligkeit erscheint. Gleichwie sich jemand selbst einen Schlag versetzt und der darauf folgende Schmerz als eine notwendige und ganz natürliche Folge seines Tuns sich darstellen muss. Und so muss jede von Mir ausgehende Züchtigung beschaffen sein, wenn durch sie die Freiheit des Geistes und der Seele nicht untergraben werden soll.

8. So darf auch bei diesem argbösen Geiste keine andere Züchtigung angewendet werden, als die er sich selbst aus seinem höchsteigenen bösen Willen, der Ausgeburt seiner Liebe, geben wird. Wenn er dann aus solch eigener Schöpfung den Schmerz satt bekommen und sich gewisserart selbst ersticken wird in seiner Wut, dann erst wird es wieder möglich sein, sich ihm auf einem gelinderen Wege zu nahen. Er kommt somit nach und nach in die unterste und allerärgste Hölle – aber nicht etwa von Mir dahin verdammt, sondern durch sein eigenes Wollen. Denn er schafft sich diese Hölle selbst aus seiner Liebe! Was aber jemandes Liebe ist, das ist auch sein Leben, und dieses darf ihm nimmer genommen werden!“

9. Spricht Helena: „Aber Herr, Du allein wahrste und vollkommenste Liebe und Erbarmung! So er dann in solcher bösesten Liebe verharrt und Dir zum Trotze lieber ewig das Ärgste erleidet, als seinen starren Willen zu beugen unter Deinen sanftesten – was dann mit solch einem Geiste? Wäre denn bei solch ganz argen Geistern nicht ein glimpfliches Gericht in nützliche Anwendung zu bringen? Der Geist würde sich mit der Zeit vielleicht daran gewöhnen und am Ende daraus eine Tugend machen, wie es zu Zeiten auch auf der Welt der Fall war.

10. Zum Beispiel: eine Dirne findet Versorgung in einem eingezogenen Hause mit der Weisung, sich von nun an so zu betragen, als wäre sie in einem strengen Kloster. Das ist für eine rechte Nachtwandlerin sicher ein kleines Gericht. Sie überlegt sich die Sache wohl eine Weile. Aber da der Vorteil eines guten, geregelten Lebens doch sehr anspricht, lässt sie sich gerne das Gericht gefallen, gewöhnt sich endlich an die Ordnung, wird darauf eine ganz züchtige Person und bleibt und stirbt dann auch als solche! Und so meine ich denn, dass so etwas vielleicht bei Cado auch der Fall sein könnte.“

11. Rede Ich: „Ja, Meine geliebte Helena, das ist bei diesem Geiste schon auf allerlei Art und Weise angewendet worden, leider aber allzeit ohne den geringsten Erfolg. So bleibt uns nun nichts mehr übrig, als ihn sich selbst zu überlassen. Will er durchaus die Hölle, so geniesse er sie denn in aller Fülle. Dem, der etwas Böses selbst will, geschieht auch für ewig kein Unrecht. Wer in der Hölle verharren will, der verharre! Ich werde keinen bei den Haaren herausziehen wider seinen Willen. So ihm die Geschichte dann doch einmal zu derb wird, wird er sich schon von selbst einen Weg daraus bahnen. Macht ihm aber die Hölle Freude und ist ihm die ewige Nacht lieber als das alles beseligende Licht, so wähle er das, was ihm Freude macht! Bist du damit einverstanden?“

12. Spricht Helena: „Herr, du bester Vater! Jetzt vollkommen! Habe auch gar kein Mitleid mehr mit solch einem dümmsten Esel. Aber was wird mit diesem Teufel jetzt geschehen?“ – Rede Ich: „Das wirst du gleich sehen. Ich werde nun den beiden Aposteln einen Wink geben, ihn völlig freizulassen und ihn – aber nur in seiner Sphäre – tun zu lassen, was er will. Du wirst dann schon sehen, was es da mit diesem Geiste für einen weiteren Fortgang nehmen wird.“

13. Ich gebe nun den beiden den vorbezeichneten Wink. Und Petrus sagt zu Cado: „Da wir beide uns zur Genüge überzeugt haben, dass du dich durch uns nicht für die Himmel Gottes vorbereiten lassen willst, so gehe von hinnen und tue, was dir Freude macht! Denn das will auch dein Gott und unser Gott Jesus Jehova Zebaoth! Von nun an wird Gott keine Boten mehr an dich absenden. Wir beide waren die letzten!“ – Nach diesen Worten werden die beiden für ihn unsichtbar, während er selbst allen Anwesenden wohl sichtbar wie auch mit jeglichem Gedanken und Worte vernehmbar bleibt.


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