RBLUM-163

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-163 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 163 - Auftrag an Petrus und Paulus, den einstigen Beduinenhäuptling Cado vorzuführen. Des Petrus vergebliche Liebesmühe um Gewinnung des frechen Geistes.


1. Ich berufe darauf Petrus und Paulus zu Mir und sage: „Gehet hin und bringet Mir den Cado, der vor vierzehn Erdtagen in diese Welt kam! Es ist fürs erste sein Wunsch. Fürs zweite geschehe es, damit diesen neuen Brüdern auch der leiseste Schimmer der Meinung benommen werde, als stecke da hinter Mir trotz all Meiner Liebe etwas despotisch Tyrannisches. Also gehet hin und bringet ihn!“

2. Die beiden verschwinden plötzlich und sind im Augenblick bei dem berüchtigten Cado. Als sie sich so plötzlich bei ihm befinden, prallt er förmlich zurück und schreit: „Alle Teufel! Was sind denn das für zwei Bestien mit Menschenlarven? O du verfluchtes Bestienvolk, das wird mich noch an den Bettelstab bringen!“

3. Spricht Paulus: „Freund, wir kommen nicht, um von dir irgendein Almosen zu erbetteln. Dergleichen bedürfen wir nicht, da uns ohnehin alle Schätze der Himmel und der Erde zu Gebote stehen. Aber etwas anderes haben wir mit dir vor, was dir viel heilsamer wäre als alle Schätze der Erde. Und das besteht darin, dich, so noch möglich, vor dem ewigen Tode in der Hölle zu retten. Denn du warst auf der Erde ein vollendeter Teufel in Menschengestalt und sonach ein schon ganz höllisches Wesen. Nun stehst du in der Geisterwelt auf dem Sprung zur untersten Hölle, ja bist eigentlich deinem Inneren nach schon lange in ihr. So du es aber noch willst, haben wir die Macht, dich davor zu retten. Aber du musst uns folgen und alles das willig tun, was wir dir anraten werden.“

4. Spricht Cado: „Was!? Was faselt ihr zwei Hauptspitzbuben da! Bin ich denn je gestorben? Bin ich etwa nicht mehr auf der Erde im Besitze aller meiner Güter, meines Goldes und Silbers? O ihr Canaillen! Auf welch eine feine Art ihr mir einige Goldstücke herauslocken möchtet für einen Himmel, den es nirgends gibt, und mich erretten von einer Hölle, die nichts ist als eine Erfindung arbeitsscheuer Pfaffen! Seht, dass ihr weiterkommt, sonst rufe ich alle meine Hausteufel zusammen und lasse euch mit Hunden hinaushetzen! Da schaue man einmal solche Lumpen an! Von der Hölle retten und den Himmel verschaffen könnten sie einem ums Geld! Schaut, dass ihr weiterkommt, sonst werde ich euch sogleich Himmel und Hölle austreiben!“

5. Spricht Paulus: „Freund, solche Rede ficht uns nicht an, und wir haben auch keine Furcht vor dir. Aber das sei dir gesagt: so du uns nicht gutwillig folgst, wirst du unsere Gewalt zum Verkosten bekommen! Denn für das ist schon gesorgt, dass dir auf dein Rufen keine Teufel zu Hilfe kommen. Wir wissen übrigens sehr wohl, wie du auf der Erde zu deinem Reichtum gekommen bist. Da waren wohl eine Menge hungriger Teufel in deinen Diensten, und ein Heer grosser, reissender Hunde umlagerte dein Schloss, fiel Reisende an und hielt sie fest, bis deine Hausteufel kamen und sie um ein bedeutendes Lösegeld von den Bestien befreiten. Wohl bist du öfter verklagt worden; aber die Kläger richteten nichts aus, weil die Richter in deinem Solde standen. Wir könnten dir von deinen Räubereien vieles erzählen, aber am rechten Ort wirst du deine unmenschlichsten Greueltaten alle vor dir erschauen. Und es wird sich da zeigen, ob du vor ihnen Abscheu und eine wahre Reue bekommen wirst. Wirst du das, so bist du noch zu retten, wenn aber nicht, ist die unterste Hölle dein Anteil! Und nun komme mit uns gutwillig, sonst werden wir Gewalt brauchen!“

6. Schreit Cado: „Ihr Hunde wollt mir Gewalt antun? Alle Teufel herbei!! Wir wollen sehen, wie weit ihr mit eurer Gewalt ausreichen werdet!“ Er harrt eine Weile unter grässlichem Zähneknirschen auf seine Hausteufel, aber es kommt niemand und kein Gebell irgendeines Hundes lässt sich vernehmen. Auch sein Schloss, das er bisher noch immer wie auf der Welt als sein vermeintliches Eigentum vor sich sah, fängt an ganz nebelig zu verrinnen gleich einer Eisblume auf einer Glasscheibe, die von erwärmter Luft bestrichen wird.

7. Als Cado solches nun zu merken beginnt, schreit er auf: „Verrat, Verrat! Ihr elenden Hunde, ihr habt mir etwas angetan! Weichet von mir, ihr Hunde!! Bei allen Teufeln, ich will euch nicht folgen! Ihr seid ein paar Zauberer, ihr habt meine Sinne verhext! Hinweg von mir, ihr Höllenhunde!!“

8. Bei diesen letzten Ausrufen aber befindet sich Cado schon vor Mir und der Helena wie auch vor all den anderen Gästen, ohne aber ausser Petrus und Paulus irgendwen von uns zu sehen. Helena erschrickt vor ihm, da er vor Zorn förmlich glüht und dampft, aber Ich stärke sie, dass sie ihn ruhiger betrachten kann. – Ich gebe nun Petrus einen Wink, mit Cado einen Bekehrungsversuch zu machen und ihn auf Augenblicke paradiesische Gegenden schauen zu lassen.

9. Petrus beginnt sogleich äusserst weise und sanfte Worte an Cado zu richten und sagt: „Freund Cado, sei vernünftig! Sieh, die Erfahrung muss dich ja belehrt haben, dass auf der Erde alle Güter eitel und bald vergänglich sind, und dass am Ende der Reichste wie der Ärmste das gleiche Los des Sterbens miteinander teilen. Alles Fleisch muss sterben, alle Materie vergehen, nur der inwendige Geist bleibt unverwüstbar! Sieh, du bist dem Leibe nach gestorben und lebst jetzt nur in deiner mit Geist erfüllten Seele unverwüstbar fort. Hänge daher nicht mehr an dem, was für ewig vergangen ist. Bekenne aber deine grossen Weltschulden, und wir wollen für dich Zahler sein und dich dann aufnehmen in unsere wahre und für ewig beständige Welt, in der es dir nimmer an irgend etwas gebrechen soll. Da siehe hin gen Morgen! Jene herrlichen Ländereien und Paläste sind unser, und du sollst sie haben! Aber deine Schulden musst du uns bekennen, auf dass wir sie auf uns nehmen können!“

10. Cado sieht flüchtig hin und beschaut die herrlichen Ländereien: Nach einer Weile sagt er höhnisch: „Wisset, Mäuse und Ratten fängt man am leichtesten mit einem Köder. Manche Narren zahlen doppeltes Eintrittsgeld ins Theater, so ihnen ein Zauberkünstler Nebelbilder zeigt. Aber so ein dummer Hecht bin ich nicht, dass ich sogleich in die Angel bisse! Glaubst du, dummer Tagdieb, ich werde deinem Blendwerk Beifall zollen? Ich weiss es, was und wer du bist, und kenne auch mich sehr genau. Ausser dem Leibe bin ich um so freier und werde tun, was mich freut. Aber ein dummer Jude wird mir nie ein Wegweiser sein! Verstehst du dieses, dümmster Esel? Was fragst du denn nach meinen Schulden auf der Erde? Bist du so mächtig und allweise, wirst du ja doch schon lange erfahren haben, worin sie bestehen! Berichtige sie dann auch, wenn du schon so eine Lust zum Schuldenzahlen für andere hast! – Was gehen dich überhaupt meine Verbrechen an? Habe ich dich denn um deine je gefragt? Schaut, dass ihr bald weiterkommet, sonst werdet ihr an mir den rechten Teufel finden! Habe ich euch etwa angerufen gleich einer alten Betfrau? Nein, das tut ein Cado, der Schrecken der Wüste Armeniens, nimmer! Cado ist ein Herr, und die Erde bebt vor seinem Namen! Aber euer Jehova ist ein Bettler und ein Hauptpfuscher in allen Dingen! Glaubst du, ein Cado kennt etwa den Jehova nicht und seine ans Kreuz gehängte Jesus-Pfuscherei? Oh, ein Cado kennt alles, sogar seine ganze Lehre kennt er besser als du, der du sein Fels hättest sein sollen für alle Zeiten. Aber der Fels ist anstatt aus fester Steinmasse aus Schafbutter angefertigt worden und daher auch zerronnen. Und so ist von diesem Felsen auch nichts anderes übriggeblieben als dessen nichtssagender Name und eine Menge hölzerner Statuen, Bilder und falscher Reliquien! Du bist der Peter und dein Begleiter ist der etwas gescheitere Paul oder Saul (der letzte Name dürfte der richtige sein!). Sagt mir lieber, was es denn mit euerem Meister in dieser Geisterwelt für eine Bewandtnis hat! Richtet er noch fleissig die Toten und die Lebendigen? Ist er auch so dumm wie ihr beide?“

11. Spricht Petrus: „Der hat uns eben an dich abgesandt, dass wir dich vor dem ewigen Untergang erretten sollen!“ – Spricht Cado: „Warum ist er nicht lieber selbst gekommen? Er hat sich vielleicht bei den Gerichten verkühlt und hat darauf einen Schnupfen bekommen und wird jetzt nicht ausgehen können? Daher hat er euch wahrscheinlich an mich abgesandt, auf dass ihr mich erwärmen sollt durch euren starken Atem! Aber Cado ist kein Schaf, wie es der zu Bethlehem geborene Messias der Juden war, darum ihm denn auch seine Landsleute am Kreuze ihre Ehre bezeugt haben. O ihr dummen Schöpse! Meint ihr denn, dass ein Cado sich auch bei der Nase herumziehen lässt wie irgendein hungriger Jude? O weit geirrt, meine lieben Schafe Gottes! Cado ist ein Löwe und nimmer ein Gottesschaft! Versteht ihr das? – So ihr zu euerm Meister kommt, richtet ihm einen schönen Gruss aus von mir und saget ihm, dass es mir sehr leid tut, dass er auf der Erde kein Cado, sondern ein ganz gewöhnliches Schaf war!“

12. Spricht Petrus: „Freund, auf diesem Wege wirst du nicht weiter kommen. Dein Weg führt zur Hölle und zur ewigen Qual aus dir selbst, denn du bist verdorben bis in die innerste Faser deines Lebens! Damit du aber weisst, wer nun Jesus der Gekreuzigte ist, war und ewig sein wird, so sage ich dir als einer Seiner getreuesten Zeugen: Er ist Gott, der Einige und Alleinige, der Ewige, ein Herr und Meister, heilig in der ewigen Unendlichkeit! Er allein kann dich erhalten, aber auch fallen lassen für ewig. – Sieh noch einmal gen Morgen hin den Himmel offen, aber siehe auch gen Mitternacht der Hölle Rachen weit aufgetan: Wohin willst du ziehen? Kein Gott wird dich richten und kein Engel und wir beide auch nicht. Aber dein Wille sei dein Richter!“

13. Spricht Cado: „Also dort der sogenannte Himmel und da gegen Mitternacht die romantische Hölle! So, so, das ist sehr schön. Was kostet denn dieses von euch hergezauberte Spektakel? Ihr seid ja ein paar Magier höchster Art! Sagt mir, ist die Hölle nach altjüdischer Art oder römisch-katholisch, griechisch, türkisch oder indisch? Der Himmel ist wohl persisch?“

14. Spricht Petrus: „Cado, Cado! Du bist ein frecher Geist und treibst schnöden Unfug mit der unendlichen Güte und Erbarmung Gottes! Sieh, wir sind dir wohlwollend gut und bereit, dir jeden nach der Ordnung Gottes erspriesslichen Dienst zu leisten. Wir haben dich noch mit keinem harten Wort beleidigt, ausser dass wir dir zeigten, wie es der Urgerechtigkeit Gottes gegenüber mit dir steht. Und du bist wie ein wütender Tiger gegen uns entbrannt! Warum denn das, Freund? Sei doch gegen uns in deiner Ohnmacht so, wie wir im Besitze aller Macht aus Gott gegen dich sind. Wir werden uns dann leichter verständigen als bisher. Glaube mir, der ich dich durch und durch kenne, dass es mit dir wahrlich äusserst schlecht steht aus der bösesten Liebe deines Herzens! Du kannst dir ewig nimmer helfen. Aber so du vor uns deine Missetaten bekennst und dein Herz vor uns auftust, setzt du uns dadurch instand, dass wir dein Herz ausfegen können. Verschliesst du es aber stets mehr vor uns, so wird dein arger Unflat im Herzen erstarren und es wird nimmer möglich sein, dich zu erretten vor dem ewigen Tode! Cado, bedenke doch diese heilsamsten und freundlichsten Worte!“

15. Spricht Cado: „Ich bitte euch, ersparet euch jede Mühe und ärgert mich nicht vergeblich! Habt ihr denn nie gehört, dass jene, die schon von Kindheit an gewohnt sind zu herrschen, nimmer gehorchen können und wollen? Ihr könnet von mir nur im Wege meiner Gnade und Grossmut etwas erreichen, aber auf dem Wege eures Rates ewig nichts! Ein rechter König darf sich niemals raten lassen, so er sein gebieterisches Ansehen behaupten will. Er muss allezeit herrschen!“


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