RBLUM-155

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-155 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 155 - Das grosse Pyramidendenkmal. Licht- und Lebensworte des Herrn über Geist, Seele und Leib. Die wahre Auferstehung des Fleisches.


1. In ein paar Augenblicken sind wir an Ort und Stelle. Die vielen anderen Gäste, von den Aposteln geführt, wie auch die Urväter machen uns in grösster Ehrerbietung Platz. Wir treten dem grossen Denkmal näher, das ähnlich aussieht wie eine der grössten Pyramiden Ägyptens.

2. Auf der Spitze der Pyramide ist eine grosse Goldkugel angebracht. Jede Stufe der Pyramide ist mit einem breiten Goldreif umfangen, in dem allerlei Inschriften eingegraben sind. In die Pyramide führt von der Nordseite her nur eine Türe, durch die man ordnungsmässig ins Innere gelangen kann. Einige Ellen hinter dem Eingang sind nach rechts und links zwei Seitengänge, und noch etwas tiefer hinten befindet sich eine Treppe in die Tiefe hinab und eine in die Höhe hinaufführend. Obschon die Pyramide äusserlich von lauter undurchsichtigen, schweren Steinen erbaut zu sein scheint, durch die kein Licht ins Innere des riesigen Denkmals zu dringen vermöchte, sind aber im Innern dennoch die vielen Räume so hell erleuchtet, dass man darin alles gut wahrnehmen kann.

3. Der schon überaus neugierige Franziskaner Cyprian fragt Mich: „O Herr, Du bester Vater, was hat wohl dieses zu sagen? So eine ungeheure Pyramide muss auch eine ungeheure Bedeutung haben!“ – Rede Ich: „Mein lieber Freund, habe nur Geduld, denn so einen Baum haut kein Holzknecht mit einem Hieb auseinander! Es hat wohl auf der Erde einen heidnischen König namens Alexander gegeben, der den berühmten gordischen Knoten mit einem mächtigen Schwerthiebe entwirrte. Aber auf diese Weise werden hier im Reiche der reinen Geister die Wirrknoten nicht gelöst, sondern nur mit gerechter Weile und Geduld! Daher also ein wenig mehr Geduld, Mein lieber Freund Cyprian!“

4. Der Franziskaner gibt sich zufrieden und sagt: „Herr, Du bester Vater, Du hast vollkommen recht! Hier ist die unvergängliche Ewigkeit und in ihr dürften wir Weile in grösster Fülle haben, um uns alle Einsicht zu verschaffen. Was bliebe uns am Ende auch übrig, so wir mit einem Schlage in alle himmlische Weisheit hineinfielen? Nichts als bald darauf eine ewige Langweile!“ – Spricht der Graf: „Freund, du fängst schon wieder an, ein wenig satirisch zu werden! Ich sage dir, nimm dich in acht! Denn der Ort, wo du stehst, ist heilig! Daher lass endlich ab von solchen Witzeleien!“

5. Rede Ich: „Nur keinen Streit hier! Du, Bruder Ludwig, hast zwar recht, aber des Cyprian Bemerkung hat auch etwas für sich. Wir haben hier viel wichtigere Dinge vor uns. Geh du, Freund Cyprian, lieber hin zu Robert und beheisse ihn samt seiner Gemahlin zu Mir! Denn er muss hier bei dieser Gelegenheit die Hauptrolle übernehmen.“

6. Cyprian verneigt sich tiefst vor Mir und richtet schnell den Auftrag an Robert aus. – Robert kommt auch samt Helena gleich zu Mir und bittet Mich um die Kundgabe Meines Willens.

7. Ich sage zu ihm: „Liebster Freund, Bruder und Sohn Robert! Siehe, dies Museum ist ebenfalls ein wesentlicher Teil deines Hauses, und Ich will ihn gerade dir ganz besonders ans Herz legen. Du hast bisher schon viel getan und grosse Dinge vollbracht, so dass Ich mit dir hoch zufrieden bin. Dein Geist ist in der schönsten Ordnung. Aber deine Seele hat noch hie und da zu wenig Festigkeit, was auch nicht anders sein kann, weil die Verwesung deinen Leib noch nicht völlig aufgelöst hat. – Aber hier ist der Ort, wo du zur vollen Festigkeit deiner Seele gelangen kannst und auch wirst. Aber es ist dazu so manches sehr wohl zu beachten!

8. Siehe, der Leib eines jeden Menschen ist ein wahres Millionengemenge von allen möglichen Leidenschaften der Hölle, die in eine gerichtete Form zusammengefasst sind. Du hast doch einmal etwas von der Auferstehung der Toten wie der Lebendigen gehört, wie auch von einer Auferstehung des Fleisches. Nicht minder von einem sogenannten Jüngsten Tage, an dem von Mir alle, die in den Gräbern sind, nach ihren Werken auferweckt werden, entweder zum Leben oder zum ewigen Tode.

9. Siehe, hier ist der Ort, wo Ich dir diese Geheimnisse eröffnen muss, und das nach deiner eigenen Natur und Beschaffenheit. Und durch dich dann erst allen, die mit dir der gleichen Ursache wegen in die Geisterwelt gekommen sind und in deinem Hause Aufnahme finden mussten, weil sie schon auf der Erde durch Gedanken, Gesinnung, Worte, Wünsche und mitunter auch Werke mehr oder weniger in deinem Geiste lebten.

10. Du warst von allen der erste, den Ich hier aufnahm und für dessen ferneres Fortkommen Ich hier sorgte. Also musst du hier, wo es sich um die endliche Vollendung handelt, auch der erste sein, der diese an sich vollführt, auf dass sie dann auch an alle anderen übergehen kann.

11. Ich habe schon erwähnt, dass deine Seele noch keine eigentliche Festigkeit hat. Wie aber soll diese erreicht werden? Ich sage dir und somit auch allen andern:

12. Wie Ich als der Herr Meinem Menschlichen nach euch allenthalben voranging und eine gute, unverwüstbare Bahn legte, so müsset ihr alle Mir auf derselben Bahn in allem nachwandeln, so ihr zum ewigen Leben wahrhaftig gelangen wollet!

13. Ich bin nicht nur der Seele und dem Geiste nach auferstanden, sondern hauptsächlich dem Leibe nach. Denn Meine Seele und Mein urewigster Gottgeist bedurften wohl keiner Auferstehung, da es doch zu den grössten Unmöglichkeiten gehört hätte, als Gott getötet zu werden. Wie Ich Selbst aber dem Leibe nach auferstanden bin als ewiger Sieger über allen Tod, so müsset ihr alle auch euren Leibern nach auferstehen. Denn Mich als vollendeten Gott könnt ihr erst in euerem auferstandenen, geläuterten und verklärten Fleische anschauen. Das Fleisch aber ist im Gericht, und dieses muss dem Fleische genommen werden, ansonst es nimmer zur Festigung der Seele dienen kann.

14. Siehe diese Gräber an – sie alle bergen dein ganz vollkommen eigenes Fleisch, gesondert nach seinen Millionen von gerichteten Teilen, aus denen es zusammengefügt war. Die Wesen, die du unter den Grabmälern entdeckt hast, sind im Grunde nur Erscheinlichkeiten der verschiedenen Wünsche, Begierden und Leidenschaften, die du in deinem Fleische als gerichtete Teile deines ganzen Naturwesens beherbergtest. Diese müssen nun geläutert werden durch allerlei Mittel, um sodann deiner Seele zu einem wahrhaft festen, lebendigen Kleide zu werden.

15. Wie aber Ich aus Meiner höchsteigenen Kraft und Macht Mein Fleisch erweckte, so müsst auch ihr alle euch durch die Kraft Meines Geistes in euch an dieses wichtige Werk machen und es zur wahren Vollendung bringen. Denn wer wahrhaft Mein Kind sein will, der muss Mir in allem gleichen und alles das tun, was Ich getan habe und noch tue und tun werde!

16. Aber nun machst du, Robert, grosse Augen und fragst Mich in deinem Herzen: ,Herr, was ist das, wie werde ich das zu bewerkstelligen imstande sein?‘ – Geduld, du sollst es sogleich erfahren!“


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