RBLUM-152

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-152 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 152 - Gefangene der Materie. Wie sollen sie erlöst werden? Vorschlag des Franziskaners.


1. Rede Ich: „Siehe, das erläutert dir das Gefühl deines eigenen Lebens, dem Ruhe und Bewegung zu gleichen Teilen beigegeben ist! Du kannst natürlicherweise gehen und stehen, sitzen oder liegen. So du lange umhergegangen und dadurch etwas müde geworden bist, welches Bedürfnis empfindet dann dein Leben?“ – (Antwort: „Nach Ruhe!“) – „Gut, sage Ich, und du suchst dann auch Ruhe und nimmst dir diese. So du aber wieder völlig ausgeruht hast und siehst muntere Bewegung um dich her – etwa eine Herde munterer Lämmer, die Vöglein von Ast zu Ast hüpfen, einen Bach rasch dahinrauschen und dergleichen mehr – sage Mir, welch ein Bedürfnis fängt dann dein durch die Ruhe neugestärktes Leben wieder zu empfinden an?“ – (Antwort: „Oh, nach Bewegung, nach viel Bewegung!“)

2. „Wieder gut! So wird es dir auch aus dieser Inschrift klar werden, dass sowohl die Ruhe wie die Bewegung an und für sich nichts sind als nur abwechselnde Bedürfnisse jedes Seins und Lebens. Dinge, die notwendig gerichtet sind, müssen sich freilich entweder in ununterbrochener Ruhe oder in unausgesetzter Bewegung befinden. Aber Wesen, die ein freieres Leben in sich bergen, haben Ruhe und Bewegung unter einem Dach zum freien Gebrauch anheimgestellt. Daher die Bitte: ,Herr, gib der Ruhe eine wahre Ruhe und der Bewegung eine wahre Bewegung‘ nichts anderes besagt als: ,Herr, gib uns die Ruhe und die Bewegung frei und halte uns nicht mehr im Gericht!‘ Oder noch deutlicher: ,Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns vom Übel des Gerichtes!‘ – Sage Mir, hast du das nun wohl verstanden?“

3. Spricht der Franziskaner: „Ja, Herr und Vater, das ist mir nun ganz klar! Aber wer sind denn die, welche da unten ruhen und aus deren Bedürfnis solch eine Inschrift sich hier unseren Augen beschaulich darbietet? Wer sind sie, die hier nach Erlösung dürsten?“

4. Rede Ich: „Höre! Alle, die von der Materie gefangen sind, ruhen unter diesen Denkmälern, die ihnen das Gericht über alle Materie zum ewigen Gedächtnis Meiner urgöttlichen Weisheit, Macht und Stärke gesetzt hat.

5. Deine Seele ging ebenfalls aus einem solchen Grabe hervor und wurde in ein anderes Grab gelegt, bereitet aus Blut und Fleisch. Darin spann sie sich wie eine Seidenraupe wieder in eine leichtere und eines sich fortentwickelnden Naturlebens fähige Materie, die sie nach ihrer eigenen Form ausbildete. Als ihr dies gelang, hatte sie eine grössere Freude an der Form als an sich selbst und hing sich ganz an die tote Form des Fleisches.

6. Das Fleisch aber ist wie alle Materie in sich selbst tot. Wird nun die Seele mit der Materie eins, wie soll sie dann ungerichtet bleiben, so alle Materie in ihr selbst dem unvermeidlichen Gerichte anheimfallen muss? In die Seele ist zwar ein neuer Geist gelegt. Mit ihm eins zu werden, sollte die Seele eigentlich alles aufbieten. Aber so die Seele alles tut, um mit ihrer Materie eins zu werden – wie soll dann der Geist in der Seele ein Herr seines Hauses werden?

7. Ich sage dir: Da wird der Geist selbst in der Materie begraben! Und hier siehst du solche begrabene Geister in einer Unzahl. Jedes Grab birgt seinen eigenen. Und dessen Worte sind es, die du hier auf der schwarzen Tafel gelesen hast und noch lesen kannst auf zahllosen anderen. Aber der noch lebendige Geist ächzt und seufzt aus seinem harten Grabe um Erlösung. – Und da sage du Mir, was wir hier machen sollen?“

8. Spricht der Franziskaner: „Herr, keiner, der nur einen Funken Liebe in seinem Herzen trägt, wird da um eine rechte Antwort verlegen sein. Man helfe ihnen, so man helfen kann und mag! Und man helfe ihnen bald, so es möglich ist! Sie sollen hervorgehen aus ihren Gräbern. Die Materie lassen wir wie durch einen chemischen Apparat sich verflüchtigen und das rein Geistige soll dann frei werden!

9. Dass die Menschen nun auf der Welt zumeist schlecht und gröbst materiell werden, kann ihnen mein Herz durchaus zu keiner Sünde rechnen. Denn man betrachte nur ihre leiblich-irdische Stellung, ihre unverschuldete Armut! Dann in moralischer Beziehung ihre totale Erziehungslosigkeit, meist eine Folge der allgemeinen wirtschaftlichen Verarmung, die wieder aus den ehernen Herzen der reichen Geizhälse folgt – und man richte dann einen armen, aller Not und Verzweiflung preisgegebenen Menschen! Von einer Moral und geistigen Bildung kann da keine Rede sein. Für die Bildung des Geistes geschieht für die Armen nichts, ausser dass sie genötigt werden, an Sonn- und Feiertagen in eine sogenannte Kirche zum lateinischen Gottesdienst zu gehen und sich im Winter nicht selten Füsse und Hände zu erfrieren.

10. Wenn nun die meisten Menschen dieser Art in jeder Hinsicht schlecht werden, wenn sie sich gegen jedes Gesetz empören, ja sogar zu Gottesleugnern werden – wer kann es ihnen im Ernste verargen, so er diese und noch viele andere Umstände genau erwägt! Ich nicht, wahrlich, bei Deinem heiligsten Namen nicht! Darum wahrhaft helfen, zuerst leiblich und dann erst moralisch – dann wird es mit der Erde bald besser aussehen als nun!

11. Die Erde ist nun eine barste Hölle für die Menschheit. Man mache sie wenigstens zu einem Viertel-Paradies, und die Menschen werden Gott wieder anerkennen! Denn in der Hölle tut sich's mit dem Studium der höheren Moral auf keinen Fall mehr, dessen bin ich voll überzeugt. Also helfen, wo zu helfen ist und dann heraus mit allen, die in den Gräbern schmachten! Das ist für ewig mein lebendigster Wahlspruch.“


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