RBLUM-151

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-151 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 151 - Eintritt in das Museum im Hause Roberts. Eine Art Seelenfriedhof.


1. Rede Ich: „Ja, Mein liebster Freund, wenn du schon das für einen vollkommenen Himmel ansiehst, was im Grunde nur eine etwas bessere Geisterwelt ist, in der der eigentliche Himmel erst in den Geist des Menschen einzufliessen anfängt, damit er daraus erst neugestaltet wird – was wirst du dann erst sagen, so du in den wirklichen Himmel aus dir selbst heraus eingehen wirst?

2. Ich sage dir, dass dies alles nur ein Voranfang zum Eingang ins wahre Himmelreich ist. Schau, diese Urväter, Propheten, Apostel und die Mutter Maria mit dem Joseph könntest du ja gar nicht ansehen und das Leben behalten, zeigten sie sich dir in ihrer eigentlichen Himmelsgestalt. Aber mache dir nichts daraus, denn deshalb bin Ich Selbst da, um euch alle nach und nach in den wahren Himmel einzuführen. Und Ich meine, dass Ich den rechten Weg am besten kennen werde!“

3. Spricht der Franziskaner: „Ja, Herr, dann ist Robert Blum doch auch noch lange nicht im eigentlichen Himmel?“ – Rede Ich: „Freilich noch nicht! Dieses Haus ist zwar schon seinem Herzen entsprossen und ist, soweit wir es jetzt kennen und sehen, schon ziemlich vollendet. Aber da gibt es noch zahllose Fächer und Gemächer, die dem Robert noch ebenso unbekannt sind wie dir. Aber mit der rechten Geduld wird euch noch alles bekannt werden.

4. Nun aber begeben wir uns durch die grosse Pforte in das Museum, dort werden euch allen die Augen ein wenig weiter aufgetan.“

5. Spricht der Franziskaner: „Herr, was werden wir darin wohl alles zu sehen bekommen?“ – Rede Ich: „Wirst es bald ersehen! Siehe, ein Teil unserer Gäste ist schon drinnen, hörst du ihr grenzenloses Erstaunen? Auch wir werden uns gleich dort befinden. Sieh nur genau durch die Pforte, die hoch und breit genug ist, und du wirst so manches zu schauen anfangen. Sage Mir aber, was du allenfalls schon erschaust!“

6. Der Franziskaner sieht emsig noch von ferne durch die grosse Pforte und sagt nach einer Weile: „Herr, das ist ganz sonderbar! Ich erschaue nichts als einen nahezu endlosen Friedhof mit einer Unzahl von Grabmälern. Wahrlich, ein sonderbares Museum! Je näher wir der Pforte kommen, desto klarer stellt sich ein unendlicher Friedhof meinen Blicken dar. – Ich sehe nun auch schon eine Menge unserer vorangeeilten Gesellschaft sich um die Denkmäler auf den Gräbern herumtummeln. Aber von einem freudigen Erstaunen vernehmen meine Ohren nichts, wohl aber hie und da Ausrufe wie von grossem Entsetzen. Herr, in diesem Museum werden wir sicherlich wenig Amüsantes finden!“

7. Rede Ich: „Oh, sei darum unbesorgt! Ich sage dir, da wirst du unaussprechlich viel und wunderbar Amüsantes finden. Und da wir soeben durch die grosse Pforte in dieses Museum eintreten, sage Mir abermals, was du nun siehst!“

8. Spricht der Franziskaner: „Herr, was ich früher gesehen habe, tritt nun klarer und ausgeprägter vor meine Augen. – Aber unsere Gäste, wie geschäftig sie sind! Mir kommen sie vor wie eine Lämmerherde, die im Frühjahr zum erstenmal auf die Weide getrieben wird. Da gibt's des Springens und Blökens auch kein Ende. Ich muss denn doch einmal so ein prachtvolles Grabdenkmal fest in Augenschein nehmen.“

9. Der Franziskaner tritt einem solchen Grabmal näher und bemerkt bald eine erhabene Schrift auf einer schwarzen ovalen Platte. Er bemüht sich, diese Schrift zu lesen, bringt aber keinen Sinn heraus, weil da einige ihm ganz unbekannte Buchstaben vorkommen. Demutsvoll wendet er sich daher an Mich und bittet, dass Ich ihm diese Schrift erläutern möchte.

10. Ich aber sage ihm: „Mein Freund, so wir in diesem Museum eine jede Denkschrift lesen und entziffern wollten, hätten wir die ganze Ewigkeit vollauf damit zu tun. Aber es wäre dies gerade solch eine Arbeit, wie wenn du berechnen wolltest, wieviel Samenkörner für eine künftige Fortpflanzung, die ins Unendliche geht, sich schon in einem Samenkorn befinden. Um unendliche Dinge zu begreifen, muss man nie beim Einzelnen anfangen, auch nicht bei dem Gegenstand, den man ergründen möchte, sondern immer einfach bei sich selbst. Verstehst du dein eigenes Wesen, so wirst du auch alles andere verstehen und ergründen können. Aber solange du dir selbst nicht zur vollsten Klarheit geworden bist, kann auch alles andere in dir zu keiner Klarheit werden. Wenn das Auge blind ist, woher soll der Mensch dann Licht bekommen und wissen, worauf er steht und was ihn umgibt? Ist aber das Auge hell, dann ist auch alles hell im Menschen und um ihn herum. Und geradeso ist es auch mit dem Geistmenschen.

11. Die Seele, als die äussere substantielle Form des Menschen, hat in sich eigentlich gar kein Licht ausser dem, das von aussen in sie eindringt von anderen Wesen, die schon lange ein eigenes inneres Licht haben; ihr Erkennen ist darum auch nur ein stückweises. Denn welche Teile des seelischen Weltbildes in ihr gerade unter den Brennpunkt eines von aussen dringenden Strahles zu stehen kommen, die werden dann von der Seele auch in ihrer Einzelheit erkannt und beurteilt, wie sie sich der Seele vorstellen. Fällt das Licht aber von irgendeinem Teil auf einen anderen, so tritt dadurch ein volles Vergessen des früher Gesehenen ein. Etwas ganz anderes taucht dann wie ein Meteor in der Seele auf und wird von ihr nur so lange erkannt und beurteilt, als es sich im Lichte befindet. Weicht durch eine Wendung das von aussen eindringende Licht auch wieder vom zweiten, erleuchtet gewesenen Teile, dann ist es auch mit dem Verständnis der Seele über den zweiten erleuchteten Teil aus. Und so könnte die Seele eine Ewigkeit um die andere sich von aussen her erleuchten lassen und würde doch immer noch auf demselben Erkenntnispunkte stehen, auf dem sie zuvor stand.

12. Aber etwas anderes und für dich noch Unbegreifliches ist es, wenn in der Seele der eigentliche, lebendige Geist vollkommen auftaucht und die ganze Seele von innen heraus aufs hellste erleuchtet. Das ist dann ein ewiges Licht, das nimmer erlischt und alle Teile in der Seele durch und durch erleuchtet, ernährt und vollkommen sich entfalten macht. So also das in der Seele bewerkstelligt wird, dann braucht sie nicht mehr einzelne Teile zu lernen, sondern dann ist alles auf einmal in der Seele zur vollen Klarheit gediehen. Und der völlig wiedergeborene Geistmensch braucht dann nicht mehr zu fragen: „Herr, was ist dieses und jenes?“ Denn der Wiedergeborene dringt dann selbst in alle Tiefen Meiner göttlichen Weisheit.

13. Damit du aber diese Wahrheit gründlicher einsehen mögest, will Ich dir nun diese Schrift lesen und du wirst sogleich tausend Fragen in dir entstehen sehen. Und so habe denn acht! So lautet das hier Geschriebene:

14. „Die Ruhe ist gleich dem Tode tatlos. Aber dies Ruhen ist dennoch kein Ruhen, sondern eine Hemmung der Bewegung. Räumet hinweg die Hemmpunkte, und die Ruhe wird wieder zur Bewegung! Die Bewegung selbst aber ist dennoch keine solche, sondern das Suchen eines Ruhepunktes. Und ist der Ruhepunkt gefunden und die Bewegung zur Ruhe geworden, dann ist die Ruhe wieder keine solche, sondern ein fortwährendes Streben nach der Bewegung. Diese erfolgt auch sobald wieder als die Hemmpunkte hinweggeschafft werden, durch die aus der Bewegung eine Ruhe ward. Und so gibt es eine Ruhe ohne Ruhe und eine Bewegung ohne Bewegung. Die Ruhe ist eine Bewegung, und die Bewegung ist eine Ruhe. Ja, es gibt im Grunde weder eine Ruhe noch eine Bewegung. Denn beide heben sich fortwährend auf wie eine gleich bejahende und eine gleich verneinende Grösse. – O Welt, die du unter diesem Steine ruhst, du ruhst nicht, sondern bewegst dich in deinem Bestreben, das da ist deine sündige Schwere. Jetzt reifst du dem Leben entgegen. Deine Hemmbande suchst du unablässig zu zerreissen. Und so sie zerrissen sein werden, dann wirst du hinaus ins Unendliche stürzen und wirst im Unendlichen wieder suchen, was du nun hast. Ein Leben weilt, ein Leben flieht; aber das weilende will fliehen, und das fliehende sucht die Weile. – Gott, du Urquell des wahren Lebens, gib der Ruhe die wahre Ruhe und der Bewegung die wahre Bewegung!“

15. Sage Mir nun, hast du diese Inschrift verstanden? – Spricht der Franziskaner: „Herr, das war für mich rein japanisch, mehr kann ich darüber nicht sagen! Aber erläutere uns das doch ein wenig mehr!“


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