RBLUM-145

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-145 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 145 - Eintritt ins himmlische Haus. Begegnung mit alten Bekannten. Des Grafen blindes Suchen nach Jesus. Endlich gefunden.


1. In diesem Augenblick geht die Tür weit auf. Eine unbeschreibliche Pracht strahlt aus dem ersten Saal den Eintretenden entgegen und eine übergrosse Volksmenge, in Faltenkleidern wie aus feinstem Byssus, begrüsst die Eintretenden herzlichst. An der Spitze steht der General, umgeben von dem Mönch Thomas und von Dismas.

2. Als der Graf den General sieht und erkennt, stürzt er sich über die Massen erfreut seinem alten Freunde an die Brust, küsst ihn und spricht voll Feuer: „Hunderttausend Male gegrüsst in einem sicher besseren Leben sei du mir, mein lieber alter guter Freund und Bruder! O wie glücklich bin ich, dass ich dich wieder habe! Du bist gewiss schon überglücklich, und Gott der Herr wird auch mich nicht unglücklich lassen. Aber alles hätte ich eher erwartet, als dich hier wiederzusehen! Wie ist's denn dir ergangen gleich nach deiner Ankunft hier? Und was machst du so ganz eigentlich hier?“

3. Der General erwidert den Gruss und sagt darauf: „Mein liebster Freund, vom Etwas-Machen ist hier gar keine Rede. Bloss vom Geniessen all dessen, was uns die unbegrenzte Güte und Liebe des Herrn Jesus Christus in überschwenglichster Fülle beschert. Wenn der Seligkeitsgenuss nicht mit einer wundervollsten Mannigfaltigkeit verbunden wäre, müsste man wahrlich mit Hiob ausrufen: ,O Vater, bester Vater, höre doch eine kleine Weile nur auf zu segnen!‘ Ja, Freund, hier erst lernt man wahrhaft Christus kennen! Aber ich brauche dir weiter nichts zu erzählen, denn es wird dich die Folge über alles ins klare setzen. Willst du dir aber von der Weisheit, Allmacht und Liebe des Herrn einen kleinen Begriff machen, so betrachte nur die Herrlichkeit dieses Saales, und du wirst dir schon einen kleinen Begriff von Christus, dem alleinigen Herrn Himmels und der Erde, verschaffen.“

4. Spricht der Graf: „Was weisst du von Ihm? Hast du etwa schon das Glück gehabt, Ihn, den Allerheiligsten, zu sehen? Ist Er schon da gewesen oder von woher wird Er kommen? Wie werde ich Ihn sogleich erkennen? Weisst du, ich liebe Ihn so ungeheuer, dass mir ohne Ihn alle diese Herrlichkeiten wie ein ausgestorbenes Haus vorkommen würden. Sei daher so gut und mache mich gleich aufmerksam auf Ihn! - O Gott, welch ein Anblick wird das sein, so ich meinen Schöpfer sehen werde!“

5. Der General schmunzelt bei diesem emsigen Befragen des Grafen und sagt: „Aber Freund, du kommst mir hier vor wie einer, der den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht! Sage mir doch, wie du dir denn ungefähr Jesus den Herrn vorstellst? Nachher will ich dir etwas sagen, was dich sicher mächtig überraschen wird.“

6. Spricht der Graf: „Sieh, ich stelle mir Christum als Gott den Herrn in einer unbeschreiblichen Glorie vor, umgeben von Seinen Aposteln und zahllosen Engelschören. Denn es steht in der Schrift, dass Er wiederkommen werde auf schwebenden Lichtwolken der Himmel, aus denen sicher Trillionen Blitze in die Unendlichkeit hinauszucken werden. - Da hast du nun meine Vorstellung von Christus dem Herrn! Und nun sage du mir, was du mir versprochen hast.“

7. Spricht der General: „Bruder, da hast du eine grundfalsche Vorstellung von Christus dem Herrn! Wie gesagt, du siehst den Wald vor lauter Bäumen nicht. Wir alle haben es hier deutlich vernommen, wie dir unser allergrösster Freund die Erkennungsmerkmale gegeben und auch zugesagt hat, dass der Herr mit euch zugleich in diesem Hause eintreffen werde. Nun, so sehe dich ein wenig um nach jemandem, der Ihm auf ein Haar ähnlich sieht. Und findest du jemand, so halte ihn für den Herrn! Denn ich sage es dir, der Herr, Gott Jesus ist hier ebenso einfach und prunklos, wie Er es auf der Erde war. Von irgendeinem Glanz an Ihm ist nirgends eine Spur anzutreffen!“

8. Spricht der Graf: „Richtig, richtig! Gerade so hat es dieser hochliebwerte Freund uns draussen gesagt. Aber ich werde eine ziemliche Weile brauchen, bis ich mit der Durchmusterung aller dieser tausend Anwesenden fertig werde. Der Saal ist ungeheuer gross und stark beleuchtet, die Anwesenden stellen sich wie durch ein Kommando in Reih und Glied auf. So dürfte ich mit der Durchmusterung doch eher fertig werden, als ich mir anfangs dachte. Da in den ersten Reihen finde ich einmal nichts Ähnliches! Auch weiterhin will sich nichts Ähnliches auffinden lassen. Ich nehme hier zwar die mehr Entfernteren ebensogut wahr wie die ganz nahe Stehenden; aber unser lieber guter Freund scheint darin keinen Zwillingsbruder zu haben. Dort ganz im Hintergrunde entdecke ich noch eine Gruppe, die ich mir etwas näher besehen möchte, so es gestattet wäre.“

9. Spricht der General: „Nur zu, ganz ohne Anstand! Denn hier ist die vollkommenste Freiheit zu Hause!“ - Darauf begibt sich der Graf mit dem ihm noch unbekannten Freund hin zu der obbenannten Gruppe. Als er aber mit seinem Freunde in deren Nähe kommt, fällt diese von grosser Ehrfurcht ergriffen aufs Angesicht und schreit: „Heil Dir, Heil Dir, Heil Dir Allererhabenster!“

10. Der Graf erschrickt förmlich vor dieser Wendung und sagt zu seinem Begleiter: „Nun, da haben wir's! Ich wollte sie mit dir vergleichen, und nun liegen sie alle auf ihren Angesichtern vor uns und schreien Gott weiss zu wem: ,Heil Dir!‘ Sollte das einen von uns beiden angehen, oder ist etwa schon Jesus sichtlich hergekommen?“ - Spricht der Fremde: „Warte nur ein wenig! Diese Gruppe wird sich gleich wieder erheben und du wirst deine Forschungen weiter fortsetzen können.“

11. Auf einen geheimen Wink des Herrn erhebt sich die ganze Gruppe wieder. Der Graf macht die Entdeckung, dass sie aus lauter weiblichen Individuen besteht, und sagt darauf: „Liebster Freund, auf der Erde war meines Wissens der Heiland Jesus ein vollendeter Mann und wird in Seinem ewigen Gottesreiche sicher kein Weib geworden sein! Daher meine ich, wird sich zu meinem Zweck hier wenig feststellen lassen. Aber nur das möchte ich von ihnen erfahren, warum sie denn früher gar so ,Heil Dir‘ geschrien haben.“ - Spricht der Begleiter: „Gehe hin und frage sie!“

12. Der Graf nähert sich bescheiden der Gruppe, diese aber schreit ihm entgegen: „Zurück, zurück! Mit dir haben wir keine Gemeinschaft, denn du bist ein Frevler im Hause Gottes!“

13. Der Graf tritt zurück, sagt aber noch zur Gruppe, die sich selbst noch nicht lange in diesem Hause befindet: „Nun, gebt nur acht, dass wir euch nicht etwa einige Lot Apothekergewicht herunterstreifen von eurer höchst päpstlichen Heiligkeit! O ihr heiklen Greteln ihr! Ich glaube, so heilig wie ihr dürften wohl dieser mein Freund und ich auch sein! - Geh, lieber Freund, weiter mit mir, denn mit diesen Wesen ist nichts zu machen! Ihr echt jesuitischer Heiligkeitshochmut ist mir unausstehlich!“

14. Spricht der Begleiter: „Ah, Freund, das darfst du nicht so nehmen. Hier muss alles mit der grössten Geduld ertragen werden! Diese sind noch nicht ganz in der Ordnung, aber sie haben nicht mehr weit zum Ziel!“

15. Spricht der Graf: „Schon recht! Aber uns wie Verbrecher zurückweisen, ist etwas sonderbar! Aber in Gottes Namen, sei es wie es wolle. Wenn ich nur schon meinen Zweck erreicht hätte. Es ist mir ganz unerklärlich, wie ich hier beinahe für nichts als allein nur für Jesum, den Herrn, einen Sinn habe. Alle diese wahren Himmelsschönheiten sind für mich wie Bilder ohne Seele, solange der Eine nicht da ist. Hier, wo man auf dem Punkte steht, als Geist den vollkommensten Geist Gottes sehen zu können, wird einem das Dasein unerträglich, so man Den nicht zu sehen bekommt, der einem allein alles in allem ist. So du, lieber Freund, weisst, wo Er sich nun befindet, da zeige mir Ihn, dass ich Ihn wenigstens in der Ferne erblicken möge!“

16. Spricht der Begleiter: „Mein lieber Freund und Bruder, das wird etwas hart hergehen, dass Ich dir Jesum in der Ferne zeige. Denn wer Jesum nicht zuerst in nächster Nähe zu sehen bekommt, kann Ihn auch in der Ferne nicht ersehen. Du musst Jesum allein in deiner Nähe zu erschauen wünschen, dann wird es dir auch werden nach deinem Wunsch.“

17. Spricht der Graf: „Mein hochgeehrter Freund, das wäre schon sehr wünschenswert, wenn ich Seine heilige Nähe ertragen könnte. Aber es sollen sogar die höchsten Engel Seine nächste Nähe nicht zu ertragen imstande sein, wie dann ich?“ - Spricht der Begleiter: „Freund, so aber Christus, der Herr, nicht um ein Haar ansehnlicher vor dir stünde als Ich und geradeso mit dir redete wie Ich nun - sage Mir, hättest du da auch noch so eine Heiligkeitsscheu vor Ihm?“ Spricht der Graf: „Nun, ich meine, das würde mir wohl leichter vorkommen. Es würde mir zwar noch immer etwas schwerfallen, da ich doch wohl bedenken müsste, wer Er ist und wer ich bin. Er - das unendlichste Alles, und ich - das vollendetste Nichts! Aber leichter müsste mir dabei doch zumute sein, als so Er in Seiner himmlischen Macht daherkäme.“

18. Spricht der Begleiter: „Gut! Was tätest du denn, wenn Ich Selbst Christus wäre und gäbe Mich dir aus gewissen Gründen erst jetzt zu erkennen? Was möchtest du denn dazu für ein Gesicht machen?“

19. Spricht der Graf: „Höre, Freund, das heisst einen armen Teufel wie mich doch auf eine zu harte Probe stellen! Wahrlich, hoher Freund, so du es am Ende dennoch selbst wärest, da würde ich wohl für die ganze Ewigkeit sprachlos! Aber sage es mir lieber bestimmt, auf dass ich vor lauter Ehrfurcht, Liebe und Entsetzen sogleich vergehe!“

20. Spricht der Begleiter: „Ja, Freund, Ich Selbst bin es! Und so du es schwer glauben solltest, so frage diese hier, sie werden es dir sagen! Deine Liebe hat Mich so an dich gezogen!!“


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