RBLUM-144

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-144 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 144 - Herrlichkeit und Grösse des Hauses. Wohnt hier Jesus Christus? Sehnsucht der Seelen nach dem Herrn. Mikloschs gute Ahnung.


1. Bathianyi schliesst sich rechts an den Fremden an und der Franziskaner zur Linken. Miklosch geht als Anführer der übrigen Gesellschaft hinter dem Fremden nach.

2. Je näher sie dem Hause kommen, desto mehr fällt ihnen die Grossartigkeit und unnennbare Pracht und Majestät des Gebäudes auf. Schon in der Nähe des Hauses kann sich Bathianyi nicht mehr halten vor Verwunderung und sagt in höchster Begeisterung: „Freund, das können weder Engel noch die weisesten Geister aus allen Sternen erbaut haben, sondern das hat Gott mit höchsteigener Hand erbaut! Diese Grösse und dabei dennoch eine über alles ästhetische Ebenmässigkeit ist mit nichts zu vergleichen. Ah, das ist mehr, als was wir alle je begreifen werden! Nun, so dieses Haus aller Häuser schon äusserlich so unaussprechlich wundervoll gestaltet ist, wie wird es erst innen eingerichtet sein?“

3. Spricht der Franziskaner: „Du hast recht! Bitte um Vergebung, Herr Graf! Sie haben ganz recht, wollte ich sagen!“ - Spricht der Graf: „Freund, bleiben Sie beim Du! Ich will von keiner Titulatur mehr etwas wissen. Wir sind von nun an Brüder!“

4. Spricht der Franziskaner: „Schön und gut, lieber Freund, das war schon lange mein Wunsch! Aber nun zur Sache! Du hast recht: Ich habe doch die Peterskirche zu Rom samt dem tausendzimmrigen Vatikan gesehen, aber das alles ist kaum ein Schneckenhaus gegen diesen Palast! Gering gerechnet könnte nach meiner Schätzung in diesem Riesenpalast wohl bequem hundertmal die ganze Bevölkerung der Erde Platz haben. Da geht's ja links und rechts beinahe ins Unendliche hin! Und was die Höhe betrifft, so kommt es mir vor, dass hier ein Mond fast an den Giebel des Hauses anstossen müsste, denn solch eine Höhe lässt sich nur nach Meilen bestimmen. Ah, das ist etwas Ungeheures, da könnte man gerade zu einem Narren werden!“

5. Spricht der Graf zum fremden Führer: „Aber sage uns doch, lieber guter Freund, wohnt etwa der Herr Gott Jesus Christus in diesem mehr als weltgrossen Gebäude? Denn für einen oder mehrere seligster und grösster Engel wäre es doch zu ungeheuer gross und herrlich.“

6. Spricht der für die Gesellschaft noch Fremde: „Ja, ja, Er Selbst wohnt auch häufig in solchen Häusern, und so auch in diesem bei Seinen Freunden und Kindern! Nur im Augenblick ist Er nicht im Hause, wird aber, so ihr in das Innere des Hauses treten werdet, sich höchstwahrscheinlich sogleich einfinden. Nur müsst ihr da hübsch achtgeben, dass ihr Ihn erkennt!“

7. Spricht der Graf: „Eljen Christus! O Freund, bei Gott, wenn ich nur einmal Christus sehen könnte, verlangte ich nachher keine andere Seligkeit mehr! Aber weisst du, den wirklichen Christus und nicht so eine römische Maskerade.“ - Spricht auch der Franziskaner: „Ja, auch ich verlange keine andere Seligkeit mehr!“

8. Tritt ein anderer aus der Gesellschaft vor und sagt: „Oh, ich bitte, auch nur einmal Christus sehen! Und wann kunnt möglich sein auch heiligen Joseph, weil er war mein Namenspatron! Aber wann kann nit sein, verlange ich nit - wenn kann ich nur Christus sehen!“

9. Spricht der Fremde: „Ja, warum möchtest denn du gar so gerne Christus sehen, erkläre mir das!“ - Spricht der Hervorgetretene: „Ho, da braucht ja nix Erklärung! Was man so hat über alles gern, das möcht man auch über alles gern sehen!“ - Spricht der Fremde: „Das ist schon recht; aber warum hast du denn Christus so über alles gerne?“ - Spricht der Hervorgetretene: „Ho, das ist ganz klar - weil Christus ist Gott und weil hat Er mich erlöst von der Höll und weil war Er auch gar so a guter Heiland!“ - Spricht der Fremde: „Aber was wirst du machen, so du Christus sehen wirst?“ - Spricht der Hervorgetretene: „Oh, da werd i vor Freud ,Eljen Christus!‘ schreien und Ihm, wann werd i dürfen, um den Hals fallen!“

10. Spricht der Fremde: „Nun, das sehe Ich jetzt schon, dass du Christus sehr gerne hast! Aber was machtest du dann, wenn Christus dich nicht so gerne hätte wie du Ihn?“ - Spricht der Befragte: „Ho, das macht nix, weil bin i so nit wert, dass soll mich Christus a gern haben. Da werd' i mir nix draus machen!“ - Spricht der Fremde: „Mein Lieber, gehe nun wieder zu deinen Kameraden zurück mit der Versicherung, dass dich der Herr Christus vielleicht doch noch lieber haben wird als du Ihn.“

11. Joseph geht nun zurück, und der Fremde spricht zum Grafen: „Hört, der hat mit seinem Herzen statt mit seiner Zunge gesprochen. Das ist auch der Unschuldigste unter euch allen und hat seine irdische Todesstrafe wahrlich nicht verdient. Auf den Menschen muss Ich schon eine besondere Rücksicht nehmen! - Nun sind wir aber am Tor! Lasset uns sogleich einziehen in dieses Hauses Gemächer!“

12. Spricht der Graf: „Liebster Freund, nur noch eine Bitte! Sage uns doch, so Christus ankommen wird etwa mit Millionen Engeln, wie werden wir Ihn erkennen?“ - Spricht der Fremde: „Da verlasst euch nur auf Mich! Ich habe euch schon gesagt, dass Er Mir vollkommen ähnlich sieht. Ihr dürft dann nur Mich ansehen und vergleichen, ob jemand ähnlich aussieht und der wird es dann auch sein.“ - Spricht der Graf: „Ich danke dir, dass du bei uns bleibst! Da wird uns Christus der Herr auch nicht durchgehen, ohne dass wir Ihn sehen. Das ist gut, sehr gut!“

13. Spricht auch der rückwärts befindliche Miklosch: „Freunde, wie ich merke, sind wir noch ein wenig blind. Ich sage euch, ich habe eine sonderbare Ahnung!“ - Spricht der Franziskaner: „Nun, was denn für eine Ahnung?“ - Spricht Miklosch: „Ich sage euch sonst nichts. Bald aber werdet ihr es auch fühlen und sagen: wie konnten wir denn gar so blinde Ochsen sein! Habt ihr mich verstanden? Gar so blinde Ochsen!“

14. Spricht der Graf: „Liebe Freunde, wir stehen bereits an der Schwelle des Eingangs in ein Haus, wovon Sonne, Erde und Mond nichts Ähnliches aufzuweisen haben. Damit wird auch sicher der Eintritt in ein ganz neues, noch nie geahntes Lebensverhältnis auf das engste verknüpft sein. Weil aber der Eintritt in dieses Wunderhaus von den wichtigsten Folgen sein muss, bin ich der Meinung, dass sich Bruder Miklosch zuvor klar ausdrücken sollte, denn seine Ahnung kann uns von grösstem Nutzen sein. Sei daher, Bruder Miklosch, so gut und erkläre uns deine Ahnung näher!“

15. Spricht Miklosch: „Ja, meine lieben Freunde, meine Ahnung ist wahrlich sonderbar, aber ich kann sie euch nicht beschreiben. Mir kommt es hier beinahe so vor, als wie es den zwei nach Emmaus wandelnden Jüngern vorkommen mochte, als der Herr Selbst in ihrer Mitte wandelte und sie Ihn nicht erkannten, obschon Er sie weise über allerlei Dinge belehrte. Ich wollte beinahe eine Wette eingehen, dass diese mich beseligende Ahnung nicht ganz mit einem leeren Stroh zu vergleichen sein wird! Kommt Zeit, kommt Rat! Am Ende wird es sich zeigen müssen.“

16. Spricht der Graf: „Geh, geh, du lieblich frommer Schwärmer! Christus, der Herr, wird aus Seinem höchsten Himmel so ganz schlicht und ohne alle Glorie zu uns groben Sündern herabsteigen, wie Er als Menschensohn zu den harten Juden herabgestiegen ist? Schau, wo tust du dich denn hin? Bedenke doch, wer Christus ist und was wir Ihm gegenüber sind, dann wirst du gleich zu einer anderen Ahnung kommen. Deine gute Ahnung ist nichts als ein artiges Christus-Luftschlösschen, deren auch ich in meiner Jugend die schwere Menge gebaut habe. Aber wo ist die Wirklichkeit geblieben! Mir gefällt übrigens dein Luftschlösschen nahe besser als dies Haus. Christus mag noch so gut und herablassend sein - ob Er es aber gar so wohlfeil geben wird, wie wir es in unseren idyllisch-christlichen Luftschlössern uns ausmalen, möchte ich doch stark bezweifeln! Hab ich recht oder nicht?“

17. Spricht Miklosch: „Du hast recht, aber ich kann trotzdem meine Ahnung nicht los werden. Und wahrlich, mein Herz bebt in mir!“ - Spricht der Graf: „Lapperl! Das meinige bebt auch, und wie! Aber das macht der bedeutungsvolle Eintritt in dieses echte Gotteshaus und die Ungewissheit, was uns darin begegnen wird.“ - Spricht Miklosch: ,Ja, du wirst am Ende doch recht haben. Ja, das ist es ganz sicher!“

18. Spricht der Fremde: „Nun, seid ihr schon fertig mit eurer Verhandlung?“ - Spricht der Graf: „Freund, wir sind schon wieder ganz in der Ordnung! Es wäre freilich interessant, auch von dir über diesen Punkt Aufklärung zu bekommen. Aber du greifst schon nach der Türschnalle. Daher wird sich vielleicht noch im Hause eine Gelegenheit finden, um darüber unseren Verstand ein wenig zu erleuchten.“

19. Spricht der Fremde: „Allerdings, da wird es noch manche Gelegenheiten geben. Aber nun heisst es einmal ins Haus treten. Und so öffne dich denn, du Pforte zum ewigen Leben!“


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