RBLUM-143

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-143 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 143 - Letzte Zweifel des Franziskaners. Was geschieht mit Todsündern? Liebevolle Antwort des Fremden. Einladung ins Haus.


1. Spricht der Franziskaner: „Ich danke dir, lieber Freund, für diese herrliche Auskunft! Sie ist wahr und eines grossen Gottes würdig, und jedes Gemüt muss in ihr Beruhigung finden. Aber es gibt dennoch Dinge, die als Hauptfehler der menschlichen Natur anzusehen sind. Man kann es mit ihnen nicht so machen wie mit den Feinden, die uns Übles taten. Dazu gehören z.B. gewisse Betrügereien, die man an anderen ausgeübt hat und mit dem besten Willen nicht wiedergutmachen kann. Ebenso ist auch die Unzucht, Notzucht, Selbstbefleckung, Knabenschändung (oft sogar an geweihten Orten) usf. eine von Gott strengstens verbotene und mit ewiger Verdammnis belegte Sünde, die sich nimmer ungeschehen machen lässt und trotz der Beichte auf der Seele unvertilgbare Makel zurücklassen muss. Es fragt sich daher sehr: Was wird die heiligste Gottheit da tun? Gehen diese Makel auch mit dem lebendigen ,Herr, vergib uns, wie wir vergeben!‘ von der Schuldentafel?“

2. Spricht der Fremde: „Freund, hältst du die Gottheit für weiser als die weisesten Menschen, so wirst du auch das von ihr halten müssen, dass sie die natürlichen Schwächen der Menschen mit noch viel besseren Augen betrachtet, als wie sie von den bestherrlichen Menschen betrachtet werden. Du hast freilich viel gesündigt in deinem Fleische, weil du von diesem viel versucht wurdest. Du hättest zwar diese Versuchungen wohl bekämpfen können, so du je einen wahren Ernst dazu verwendet hättest. Aber das kam dir zu ernst vor und des Naturlebens Tändeleien zu süss, und so bliebst du deinem Fleische nach unverändert gleich. Aber siehe, da legte sich dann, dir unbewusst, die Gottheit ins Mittel, führte dich aus deiner sinnlichen Friedenszelle und stellte dich auf das Schlachtfeld. Da hattest du dann mächtige Gelegenheit, das Ende alles Fleisches und seiner Gelüste in den grauenerregendsten Zeichen zu erblicken und wurdest dabei nüchterner. Und am Ende musste dein Fleisch an sich selbst erfahren, welch ein Wert in all seinen Gelüsten und deren Befriedigung gelegen war. Und siehe, so hat die Gottheit dein Fleisch gestraft und deine Seele von diesem gereinigt. Du brauchst daher nicht mehr zu fragen, was aus deinen Sünden wird. Denn Ich sage dir, sie haben mit dem Fleische ihr Urteil und ihr Ende erreicht! Denn was des Fleisches ist, das wird auch mit dem Fleische gerichtet und begraben.

3. Anders ist es, wo die Seele selbst ganz ins Fleisch übergegangen ist. Da freilich kann ihr kein anderes Los als das des Fleisches zuteil werden. Aber bei dir ist das nicht der Fall, was du daraus erkennen magst, dass du hier - ohne Fleisch, aber dennoch in dir das Los des Fleisches fühlend - vollkommen lebst und nicht wie tot im Grabe liegst.“

4. Spricht der Franziskaner: „Aber Freund, was geschieht denn dann mit solchen, das schaurige Los ihres Fleisches teilenden Seelen? Die werden nach völliger Verwesung ihres Abgottes doch sicher zur Hölle fahren?“

5. Spricht der Fremde: „Keine Seele wird je ihrer Freiheit wie auch ihres Bewusstseins und ihrer Erinnerung beraubt! Was sie will, das wird ihr. Will sie erstehen, so wird sie erstehen. Will sie aber noch tiefer unter ihr Grab zur Hölle hinab, so wird ihr der Weg nicht verrammt. Wohl ist die Hölle von Gott zugelassen und als für ewig in sich selbst von allen Himmeln abgeschieden; nicht aber so eine Seele! Denn diese wird nicht gerichtet, ausser von ihrer eigenen Liebe und vollsten Freiheit des Willens. Will sie zur Hölle, weil diese ihre eigentliche Liebe ausmacht, so wird sie zur Hölle gehen, und wir alle werden sie nicht abzuhalten vermögen. Will sie aber zum Himmel, so werden wir sie auch liebreichst aufnehmen und auf den besten Wegen dahin geleiten. So will es die beste Ordnung Gottes!“

6. Spricht der Franziskaner: „Aber Freund, könntest du uns denn nicht auch sagen, wie es denn eigentlich in der Hölle aussieht?“

7. Spricht der Fremde: „Freund, in der Schrift heisst es: ,Vor allem suchet das Gottesreich, alles andere wird euch dann von selbst werden.‘ - Und so wollen wir uns denn auch ums Göttliche lebendig kümmern. Das leidige Kontra wird dann jedem früh genug ersichtlich werden. - Und so gehet nun alle mit Mir in jenes nun schon von allen Nebeln befreite Haus! Dort werdet ihr ein grösseres Licht erhalten! Es sei!“


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