RBLUM-137

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-137 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 137 - Des Grafen Stolz bäumt sich nochmal auf. Erdenpolitik in jenseitiger Beleuchtung. Der General und Robert über den Streit dieser Geister. Des Herrn grosse Geduld.


1. Spricht der Franziskaner: „Herr Graf, da lässt sich wenig darauf sagen. Das Unrecht ist einmal auf unserer Seite, nun kommt es lediglich auf die Gnade Gottes an. Nimmt uns diese an, so sind wir nicht verloren. Lässt uns aber diese im Stich, dann gehören wir auf ewig der schwarzen Katze zu.“

2. Spricht der Graf erregt: „Was sagen Sie da, das Unrecht sei auf unserer Seite! Wo lebt der Gott, der mir das erweisen könnte? Stammen wir nicht geradewegs von Attila ab? Haben nicht unsere Voreltern das herrliche Ungarn für uns erkämpft? Haben wir dieses Land nicht schon über tausend Jahre inne? Wir selbst haben unsere Könige gewählt und sind nie auf das Haus Habsburg beschränkt gewesen. Dass wir es lange genug beibehalten haben, war unser freier, magyarisch grossmütiger Wille. Wie konnten wir fehlen, den, den wir nie zum König gesalbt haben, des ungarischen Thrones verlustig zu erklären, da er sich den Thron nur angemasst hatte? Denn sein Oheim, der rechtmässige König Ungarns, hatte laut der Pragmatischen Sanktion ohne unsere Einwilligung nie ein Recht, statt seiner einen König für unser mächtiges Reich einzusetzen! - Und Sie reden von einem Unrecht auf unserer Seite?“

3. Spricht der Franziskaner: „Aber um Gottes willen, reden Sie doch hier im Geisterreich nicht so ultramagyarisch dumm! Sagen Sie mir, hat denn die Gottheit dieses Land dem Attila wie den Israeliten das gelobte Land Kanaan geschenkt? Oder hat es nicht vielmehr der Attila mit Waffen erobert und somit unrechtmässig den alten Ureinwohnern geraubt? Ist das ein rechtmässiger Besitz vor Gott? Österreich hatte wahrlich grössere und ältere Rechte auf unser Reich, als wir ihm je zugestehen wollten. Österreich hat Ungarn von den Türken zurückerobert und uns wieder zu eigen gegeben mit dem alleinigen Vorbehalt, dass die Habsburger stets das erste Recht auf die Krone Ungarns haben sollen. Warum wollten wir denn nun eine eigene Wurst gebraten haben? Sehen Sie, das hat unser Hochmut getan! Wir sind unter Österreichs Zepter zu reich und mächtig geworden und wollten dann unser Reich selbständig beherrschen und viel von uns reden machen.

4. Aber das hat dem lieben Herrgott nicht gefallen und Er machte uns einen Strich durch die Rechnung. Und Ihnen, Herr Graf, als einem echten Sohn Attilas, steht es nun frei, einen Rekurs gegen den allmächtigen Herrgott zu ergreifen. Wer weiss, welch seltene Effekte da herauskommen. Ich wünsche Ihnen viel Glück und schönes Wetter dazu!

5. Wissen Sie denn nicht, wie es in der Heiligen Schrift lautet, dass alles, was vor der Welt gross sein will, vor Gott ein Greuel ist? Wir wollten aber gross und mächtig sein; und da stecken wir nun in der schönsten Sauce! Jetzt aber nur noch die Dummheit ein wenig weiter getrieben und es kann uns glücken, dass wir ein echt höllisches Bratel mit Schwefelsalat als ewiges Konfekt aufgetischt bekommen. Dann wird uns wahrlich nichts mehr zu wünschen übrig bleiben, so ein kleines Vorgeschmäckchen hätten wir bereits. Nur zu in unserem Starrsinn, es wird schon noch besser werden! Es ist ein altes Sprichwort: ,Was die Hölle will, das bleibt ihr nicht aus!‘ Ich habe nun ausgeredet.“

6. Spricht der Graf: „Sehr wohl von Ihnen, Herr von Schwarzgelb! Es ist nur schade, dass Sie mit diesen Argumenten nicht zwölf Monate früher auf der Erde zum Vorschein gekommen sind. Es müsste mit dem Teufel hergehen, wenn Sie nicht schon längst ein einträgliches Plätzchen beim Wiener Ministerium erlangt hätten. Wahrhaftig, so eine schöne Argumentation hätte sogar einem Fürsten Metternich keine Schande gemacht.

7. Wenn Sie etwa doch ehestens mit Jesus, dem Herrn, freundschaftlich in Berührung kommen dürften, so suchen Sie Ihn dahin zu bewegen, dass Er einige himmlische Verdienstorden auf die Erde hinabsenden und sie als Zeichen Seines Wohlwollens an jene verteilen möchte, die sich bei unserer Aufhängungsgeschichte am tätigsten erwiesen haben. Denn sehen Sie, das Leutaufhängungsgeschäft muss bei Jesus, dem Herrn, schon deshalb einen besonders hohen Wert haben, da Er Selbst eines ähnlichen Todes gestorben ist. Nein, das hätte ich nie geglaubt, dass Sie so ein Gutgesinnter wären. Das Aufhängen muss Ihnen ordentlich wohlgetan haben, weil Sie nun der österreichischen Regierung dafür so dankbar sind!“

8. Spricht der Franziskaner: „Lieber Herr Graf, Sie belieben mich zu hänseln gleich einem Lausbuben! Aber das macht mir gar nichts, denn ich weiss, warum ich so geredet habe. Sie aber haben meine ganze Rede gar nicht verstanden, daher ist es Ihnen auch zu verzeihen, wenn Sie so reden. Lobte ich denn die Handlung der österreichischen Regierung? Herr, ich kenne Österreichs Gebrechen so gut wie irgendeiner. Österreichs Kaiser ist schon ein genügender Vesuv für alle Länder Österreichs; das weiss der Herr Jesus. Wir wollten aber mit aller Teufelsgewalt ein zweiter werden, und das war eben gefehlt. Das Unrecht ist von Gottes wegen darum auf unserer Seite!

9. Wir haben nun die Pflicht, dieses Unrecht einzusehen und Gott, dem Herrn, das in unsern Herzen zu bekennen! Sprach nicht Gott dereinst: ,In Meinem Zorn habe Ich euch einen König gegeben!‘ - Wenn ein König schon ein Werk des Zornes ist, warum trachteten wir dann danach? Wir erhielten auch den Zorn Gottes als erste Draufgabe auf den König! Hätten wir lieber anstatt um den Zorn Gottes um Seine Liebe gekämpft, so stünde es nun wahrscheinlich heller um uns, als es gegenwärtig der Fall ist!

10. Jesus aber will nun, wie ich es jetzt getreu in mir gewahre, die Zahl der Regenten vermindern und nicht vermehren, aus sicher höchst weisen Gründen. Und so sind wir Ihm gerade recht gekommen, die wir Europa um ein neues freies Königtum vermehren wollten! Sollen wir etwa hier auch noch auf der Verwirklichung dieser Idee beharren und dadurch für ewig zugrunde gehen? Lassen der Herr Graf doch einmal ab von diesen irdischen Hoheitsdummheiten! Es ist genug, dass wir auf der Erde dafür gehörig eingegangen sind!“ -

11. Spricht im ersten Saale des Hauses der bewusste General zum soeben aus dem zweiten Saale mit Helena tretenden Robert: „Höre, das ist ja eine langweilige Geschichte! Was diese unglücklichen Geister da draussen zusammenschwätzen, ist ja unerhört! Da schlägt buchstäblich eine Dummheit die andere. Jetzt streiten die Kerls schon eine halbe Ewigkeit, ob sie die angebotene Hilfe des Herrn annehmen sollen oder nicht! Nein, so etwas dürfte in der ganzen Unendlichkeit nicht leichtlich zum zweiten Male vorkommen! Wie lange werden wir denn mit diesen Schwätzern noch Geduld tragen müssen?“

12. Spricht Robert: „Mein liebster Freund und Bruder, der Herr ist hier unser aller lebendigster Massstab. Da sieh nur zur Tür hinein, wie Er sich mit den Seinen unterhält und eben davon spricht, wie mit diesen dreissig fürder soll vorgegangen werden. Merken wir alle hier nur die geringste Ungeduld in Seinem heiligsten Angesicht?“ - Spricht der General: „Wahrlich nein! Die göttlichste Ruhe und ewig gleiche höchste Anmut entstrahlt Seinem ganzen Wesen.“

13. Spricht Robert weiter: „Siehst du, Bruder, das ist unser Gedulds- und Liebesmassstab! Für Ihn gibt es keine Feinde, die Konservativen sind so gut Seine Kinder wie die Radikalen. Er sorgt für alle! Wenn irgendein Vater auf der Erde viele Kinder hat, die untereinander im Zank und Hader leben, so bestraft er die mutwilligsten wohl. Aber seine gleiche Liebe zu allen kann er doch nicht verleugnen und ist daher stets bemüht, für alle bestens zu sorgen. - Was ist vor dem Herrn das irdische konservative oder radikale Wesen der Menschen? Er züchtigt wohl auch die Mutwilligen, aber durch eben die Züchtigung sorgt Er desto mehr für sie. Er ist noch stets Derselbe der neunundneunzig eingefriedigte Schafe verlässt und das hundertste suchen geht, das Er dann mit grösster Freude in Seinen grossen Schafstall trägt, der nach allen Seiten hin eingefriedigt ist durch Seine göttliche Gnade, Liebe und Erbarmung.

14. Und so müssen denn auch wir mit Seinen Kindern, unsern Brüdern die grösste Geduld haben. Denn hier gibt es keine fremden Parteien mehr, sondern lauter Kinder eines und desselben Vaters! Wir sagen hier nimmer: ,Herr, Österreich handelt Deiner Ordnung entgegen - strafe es!‘ Oder: ,Die Ungarn haben wider Dein Gesetz gehandelt - züchtige sie!‘ Sondern wir sagen: ,O Vater, siehe gnädig zur armen Erde hinab und erleuchte unsere schwachen Brüder, welcher Partei sie auch immer angehören mögen, und hilf ihnen allen!‘ - Und der Herr spricht dann huldreich zu uns: ,Warum bittet ihr denn? Habt ihr etwa mehr Liebe zu euern Brüdern und Schwestern denn Ich als der Vater aller?‘ Auf solche Gegenfrage werden wir dann alle wie sprachlos gegenüber der grossen Liebe des ewig heiligsten Vaters.

15. Er liebt alle gleich! Die zu Ihm wollen, kommen auch zu Ihm, und es ist da niemand ausgenommen. Wie Er Seine Sonne scheinen lässt über Würdige und Unwürdige und Sein Regen auf edle und unedle Kräuter fällt, so ist auch Seine Gnade, Liebe und Erbarmung. Sie erstreckt sich über alle gleich, und nicht selten kommt gerade über die Schwächsten ein ganzer Wolkenbruch Seiner höchsten Liebe, Geduld, Gnade und Erbarmung!

16. Geduldet euch daher nur noch ein wenig, und ihr alle werdet es sehen, was des Herrn Liebe vermag! - An eben diesen dreissig wird sich Seine Erbarmung ganz besonders hervortun!“


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