RBLUM-134

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-134 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 134 - Trost der Hingerichteten ist zunächst die Rachsucht. Wirkung der fremden Stimmen. Not lehrt beten. Die Heilsstimme.


1. Spricht der Graf: „Was Trost, wer sollte uns trösten können? - Eine rechte Vergeltung denen, die uns ohne erweisbaren Grund haben ermorden lassen, wäre der einzige Trost für mich und für euch alle! Jeder andere Trost ist mir ein Greuel. Glauben Sie, dass mich ein Gott mit tausend Himmeln schadlos halten könnte gegen das, was ich verloren habe: mein Weib, meine Ehre und mein grosses Vermögen? Wohl weiss ich, dass ich mit der Zeit auch so alles hätte verlassen müssen, aber mein Name wäre glänzend wie die Sonne auf die spätesten Zeiten gekommen. So aber wird mein Name in der Welt erlöschen und schadenfrohe Weltrichter werden ihn in der späteren Zeitfolge unter den Galgenstricken gezeichnet finden. Also Vergeltung, unerbittlichste Rache! Weg daher mit allem, was nur den leisesten Geruch nach einer Gottheit oder sonstiger engelhafter Vermittlung verspüren lässt! - Vor allem muss unsere Ehre auf der Erde vollkommen wiederhergestellt sein und unsere Mörder müssen höllisch gerichtet werden! Dann erst wollen wir von irgendeiner Versöhnung vor dem Tribunal aller Teufel zu reden anfangen!“

2. Spricht der Rücksichtslose: „Lieber Herr Graf, Sie sind in einen zu starken Affekt geraten und können daher diese Sache auch nicht mit gehöriger Ruhe und Würdigung betrachten. Sehen Sie, ich, der ich doch sicher rücksichtslos streng urteile, denke über den Punkt der Wiederherstellung unserer eingebüssten Ehre ganz anders. Welche Ehre soll uns denn das sein, bei solch einer Schandwelt in Ehren zu stehen? Ich sage Ihnen, diese Weltochsen hätten uns ja keine grössere Ehre antun können als auf die Art, wie sie mit uns verfahren sind. Wäre es denn eine Ehre, von solchen gemeinen Schandbestien geehrt zu sein? Bei Gott, dieser Wunsch sei für ewig ferne meinem Herzen!

3. Wo wäre der Name des edlen Blum, so ihm das Rindvieh von einem Fürsten Windischgrätz nicht durch Pulver und Blei den Weg zur Unsterblichkeit angebahnt hätte? Schon lange wüsste von ihm kaum noch jemand etwas. So aber bleibt sein Name allen Zeiten als ein wahrer Ehrenname aufbewahrt. Und gerade so und noch besser wird es unseren Namen ergehen! Habe ich recht oder nicht?“

4. Spricht der Graf etwas beruhigter: „Schau, das ist ein köstlicher Gedanke! Wahrlich, auch ich brauche keine Ehre mehr auf der Hundewelt. Ja, solch eine Weltehre wäre nur die grösste Schande für uns! Sie haben recht, sehr recht!“

5. Nach diesen Worten des Grafen werden wieder Stimmen vernommen, und zwar auch vom Grafen selbst, der zum Rücksichtslosen sagt: „Nun, diesmal habe auch ich Stimmen wie von vielen Menschen vernommen. Das ist nicht übel! Am Ende sind wir hier von feindlich gesinnten Geistern ausgekundschaftet worden, und sie werden uns fangen und dann irgendwohin zur Hölle treiben. Sie müssen uns schon ganz nahe sein. Wie wäre es, so wir doch eine Flucht irgend weiter versuchten? Denn gerade vor uns scheinen sich auf uns lauernde Feinde zu befinden.“

6. Spricht der Rücksichtslose: „Da bin ich wieder anderer Meinung. Wohin sollen wir fliehen in dieser ewigen Nacht, wo wir kaum so viel Schimmer um uns spüren, dass wir uns gegenseitig schlecht genug erkennen? Wer von uns ist denn bekannt mit dieser verzweifelten Gegend? Wir rennen vielleicht etliche Schritte, und ein ins Unendliche gehender Abgrund hat uns gnädigst aufgenommen. Denn hier scheint schon alles unendlich und ewig sein zu wollen. Oder wir könnten gerade unseren Feinden in den Rachen eilen. Da kann gerade dort die Hauptmasse sich aufhalten, von woher wir gar keine Stimmen vernehmen, und wir könnten dort am ersten gefangen werden. Daher verhalten wir uns hier ganz ruhig! Und kommt uns etwa so ein kleines Streifkorps in die Nähe oder ein paar schleichende Kundschafter, parken wir sie gleich an, nehmen sie gefangen und stopfen ihnen das Maul.“

7. Spricht ein anderer aus der Gesellschaft: „Wäre alles recht, wenn Geister umzubringen wären! Aber ihr müsst ja schon aus dem entnehmen, dass dies nicht mehr geht, weil auch wir hier gerade so fortleben, als ob wir nie umgebracht worden wären. Zwar ist das wohl ein Leben, wie es kein miserableres mehr geben kann; aber Leben ist und bleibt es dennoch.

8. Ich meine, wir sollten uns geradewegs fangen lassen und mit unseren vermeintlichen Feinden gemeinschaftliche Sache machen. Überhaupt kommt es mir vor, dass wir im Grunde gar keine Feinde haben können. Denn wie sollten wir uns hier solche gemacht haben, da wir ausser uns noch mit keiner Seele zusammengestossen sind?“

9. Spricht der Graf: „Freund, das verstehen Sie nicht! Gibt es denn hier in dieser verfluchten Teufelswelt nicht auch eine Menge österreichisch-kaiserlicher Seelen oder Geister, was soviel wie Teufel heisst! Wer schwarzgelb auf der Welt war, der wird es auch hier sein und ist somit unser Feind.“

10. Spricht der andere: „Glaube nicht, Herr Graf! Schwarzgelb sind nur die Reichen. Der Staat mache sie nur arm, und sie werden radikal wie die Wölfe! Wenn sie dann erst durch des Leibes Tod alles einbüssen und ihnen nichts als ein elend nacktes Seelenleben bleibt, wird ihr schwarzgelber Sinn sicher auch Schiffbruch leiden.“

11. Spricht ein dritter: „No, schwarzgelb und Geisterwelt, das passte so zueinander! Man muss nur bedenken, warum die Untertanen des eigentlichen Österreich schwarzgelb sind. Sie sind schwarzgelb erstens: aus Furcht vor den vielen Bajonetten, Kanonen und Galgen. Zweitens: die Reichen, das Militär und die Beamten aus Eigennutz! Diesen allen liegt nicht das Wohl der Völker, sondern nur ihr höchsteigenes am Herzen. Und drittens sind auch viele aus religiöser Dummheit schwarzgelb, weil es einen heiligen Kaiser Leopold gegeben habe und einen frommen, alle Protestanten verfolgenden Ferdinand. Die letzte Art könnte sich hier vielleicht erhalten; aber für die ersten zwei stehe ich, dass von ihnen hier keine Spur mehr anzutreffen sein dürfte!“

12. Spricht der Graf: „Habt gut gesprochen, es ist wahr! Aber ich meine ganz etwas anderes als Sie, und das dürfte auch hier wohl anzutreffen sein. Es ist: Rache nehmen aus herrschsüchtiger Bosheit! Haha, was sagen Sie dazu?“ - Sagt der dritte: „Nichts als: wo nichts ist, da ist es mit aller Rache und herrschsüchtiger Bosheit futsch, und alle wirklichen oder falschen Rechte gehen da einen hohlen Weg!“ - Spricht darauf der Graf: „Mein Freund, die innere satanische Bosheit ist ein Feuerwurm, der nicht stirbt und dessen Feuer nimmer erlischt. Wir haben hier freilich nichts als unser elendstes Dasein, aber der echten Bosheit kann das noch viel zu wenig sein. Man kann darum leicht annehmen, dass es ihr sehnlichster Wunsch ist, uns womöglich noch elender zu machen. Daher meine ich auch, dass wir uns langsam, mit Füssen und Händen lavierend, von dieser Stelle begeben sollen. Stossen wir auf jemanden, so fragen wir ihn, wer er ist. Ist er uns nicht gefährlich, nehmen wir ihn auf. Hat er aber etwas Gefährliches an sich, so lassen wir ihn wieder gehen!

13. Aber am besten wäre es doch, wenn wir zu beten anfangen möchten. Wohl habe ich auf der Erde kaum etwas für dümmer gehalten als besonders den Rosenkranz und die lateinischen Gebete. Hier aber kommt es mir vor, dass es doch gut wäre, etwa zu beten zu irgendeinem allerhöchsten Gottwesen. Und Sie, mein Freund, der Sie auf der Erde ein Franziskaner waren, werden doch noch so einige Gebete können, z.B. das Paternoster, lateinisch oder deutsch, windisch oder ungarisch. Hilft es nichts, so wird es uns doch auch nicht zu schaden imstande sein. Seien Sie daher von der Güte, uns wenigstens per Spass etwas vorzubeten!“

14. Spricht der rücksichtslose Franziskaner: „Warum nicht gar! Das hiesse die menschliche Vernunft töten. Wenn man schon beten will, so muss man wissen, zu wem und warum! Aber bloss beten, um sich damit die Zeit zu verkürzen, ist die grösste und sündhafteste Dummheit! Denn gibt es irgendeinen weisen Gott, wird Ihm so ein dümmstes Gemurmel wohl noch ekelhafter vorkommen als unsereinem. Gibt es aber keinen Gott, dann wäre die Dummheit noch grösser, so wir zu einem barsten Nichts unsere Gebete erschallen liessen. - Ich bin daher der Meinung, dass wir vorderhand gar nichts tun sollen, sondern alles mit möglichster Ruhe abwarten. So werden wir ganz vorbereitet für alles sein, was uns immer begegnen mag.

15. Aber nun vernehme ich in aller Nähe sogar Worte, wie es mir vorkommt. Horchet, daraus werden wir am ersten erkennen, was für Geister sich in unserer Nähe befinden. - Aha! Habt ihr's vernommen? Ich habe nun deutlich die Worte verstanden: „Wendet euch im Herzen an Jesus, den Gekreuzigten, so wird euch geholfen werden!“

16. Spricht darauf der Graf, der dieselben Worte vernommen hat: „Freund, da sieht es schon sauber aus! Mit solch einem echt römisch-katholischen Zuruf und allfälliger Darnachachtung wird uns verdammt wenig geholfen sein. Es wundert mich nur, dass wir hier bloss auf Jesus und nicht zugleich auch auf die ganze Litanei von Heiligen angewiesen wurden! Ja, ich möchte sogar behaupten, dass dies kein alleinseligmacherischer Zuruf war, sondern etwa ein lutheranischer oder calvinischer!“

17. Spricht der Franziskaner: „Das ist nun schon ein Plunder! Helfe nun, was da wolle, könne und möge! Wenn uns nur geholfen werden kann, so wird es etwa doch einerlei sein, ob mit Dreck, mit Klötzen oder mit Ananas! Wenn uns nun durch Jesus Hilfe angeboten ist, was soll uns hindern, sie anzunehmen?“

18. Spricht der Graf: „Ganz gut, lieber Freund! Wissen Sie aber auch ganz bestimmt, dass uns da Hilfe angeboten wurde? Könnten sich nicht noch andere Gruppen in unserer Nähe aufhalten, die sich in ähnlich miserabler Lage befinden? Allah ist gross, und Mohammed sein Prophet ist breit! Und so können auch wir sagen: ,Gott, so Er einer ist, ist gross, und Jesus war sein Prophet und war noch breiter in seiner Lehre als der sarazenische Mohammed!‘ - Gott weiss, wo die sind, denen dieser Zuruf gilt!“


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