RBLUM-132

Aus Suche Jesus-Comes
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-132 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 132 - Eine Schar Hingerichteter kommt an. Der Führer gibt ihre Geschichte kund. Philosophie der Gott- und Lieblosigkeit.


1. Als Thomas kaum seine Belehrung beendet hatte, wird von draussen her schon ein mächtiges Schreien und Heulen vernommen. Thomas ermahnt die Schar zur Aufmerksamkeit und sagt: „Wie ihr nun vernehmt, so geht schon in die Erfüllung, was ich soeben durch die Gnade des Herrn verkündigt habe. Eine schrecklich zerstörte Schar naht sich diesem Hause. Die da kommen, müssen sehr bedrängt und im höchsten Grade beleidigt worden sein. Es sind Seelen unbarmherzig Hingerichteter; sie kommen näher und näher. Nun stille, Freunde! Sie eilen schon durch die grosse Gartenstrasse herein! - Ein Mann, ganz düsteren Aussehens, in eine schwarze Samtbluse gehüllt, das Haupt mit einem blauen goldgestickten Käppchen geschmückt, schreitet beinahe wie ein Betrunkener voran und etliche dreissig folgen ihm. Hinter ihnen bemerke ich etwas wie Flammen. Oh, das sieht ganz entsetzlich aus! Aber nun stille!“

2. Der düstere Führer macht halt, wendet sich um, mustert seine Gesellschaft und spricht zu ihr: „Da sind wir nun voll des höchsten Elends und Jammers! O meine arme Gattin! Dein Schatten in Gestalt rachesprühender Flammen eilt vergeblich dem schändlich gemordeten Gatten nach. Es hat sich die ganze Hölle wider ihn verschworen, um ihn ewig nimmer auszulassen. - O meine lieben Freunde, ihr heult umsonst in dieser finsteren Qualwelt. Eine übergeraume Zeit flohen und schrien wir schon, aber von keiner Seite her kommt uns Hilfe oder Trost entgegen! Es gibt keinen Gott und keine Vergeltung. Ihr schreit umsonst um Rache gegen unsere Mörder! Denn gäbe es einen gerechten Gott, so könnte er doch unmöglich zulassen, dass auf der verfluchten Satanserde von elendsten Menschen gegen andere Elende solche Greuel verübt werden!

3. Was taten wir denn, das des Todes würdig wäre? Wir wollten nur, was uns unser Kaiser und König versprach. Und weil wir das wollten und das Gegebene von heute auf morgen nicht gleich fahren lassen konnten, so fragten wir und wurden dadurch zu Rebellen und Hochverrätern erklärt. Wir wehrten uns gegen eine solche Zumutung moralisch und auch physisch. Da zog man gegen uns zu Felde mit der Macht zweier Kaiser und hätte uns nicht besiegt, wenn man nicht alle erdenklichen Mittel aufgeboten hätte. Wir ergaben uns nicht auf Gnade und Ungnade, sondern gegen eine von Russland garantierte Amnestie. Und da - als Staatsverbrecher Hingeschlachtete haben wir sie nun!

4. O du verfluchte Erde mit all deinen Menschen! Wer auf diesem Satansboden reich, mächtig und grausam genug sein kann, hat auch das volle Recht für sich. Er kann alle als Verbrecher hinmorden lassen, die sein Gewaltrecht nicht als wirkliches, die Menschheit wahrhaft beglückendes Recht annehmen wollen. - Sie wussten, wie man den Boden bearbeiten muss, um sich Glückseligkeit zu schaffen auf Kosten von Millionen von armen Grasfressern. Hätten wir das schon lange getan, so wären wir im selben Recht. Aber sie sind uns zuvorgekommen und haben nun auch alles Recht für sich.

5. Jede Grausamkeit ist ihnen recht, weil sie diese als Recht bestimmen und von niemandem zur Verantwortung gezogen werden können. Nur der Reiche und zugleich Mächtige hat allein das Recht zu leben und alles zu besitzen, wessen immer er sich durch seine überwiegende Macht bemächtigen kann. Glaubt ihr nun etwa noch an einen Gott und an eine Vergeltung?“

6. Schreien alle anderen: „Nein, nein, wir glauben es nimmer! Du hast recht geredet, so ist es! Eine Hölle gibt es, und zwar auf der Welt! Aber einen guten und gerechten Gott gibt es ewig nimmer! Denn gäbe es einen, müsste er die verfluchte Erde ja schon lange zu allen Teufeln gerichtet haben. Aber da es keinen Gott gibt, ist und bleibt die Erde ein Thron der Hölle! So ist es, so ist es!“

7. Spricht ein anderer aus dieser neu angekommenen Gesellschaft: „Herr Graf, Sie haben recht! Ich bin ganz Ihrer Meinung - bis auf das, dass es keinen Gott gebe! Aber dass dieser Gott als das schaffende Prinzip sich um den Staub dieser Erde ebensowenig kümmert, wie wir uns je gesorgt haben um ein Schweisströpfchen, können wir mit Sicherheit annehmen. Ein Krieg unter den Menschen auf der Erde ist vor den Augen der wahren Gottheit bei weitem etwas Geringeres als für den Kaiser von China der Infusionstierchen-Krieg in einem Tautropfen! Daher haben sie recht gehabt, dass sie uns gemordet haben. Denn sie wussten, wie man den Satansboden bearbeiten muss, um sich da eine Glückseligkeit bereiten zu können!

8. Wahrlich, Diebe, Strassenräuber und Mörder sind eigentlich die gescheitesten Menschen auf der Erde, denn sie wissen den Wert der Dinge, der Menschen und ihres Lebens am besten zu taxieren. Gott liegt nichts am Leben von Milliarden Menschen. Ob sie sich alle totschlagen oder ob hie und da noch einige übrigbleiben, ist bei Gott eine Leberwurst. Daher dürfen wir aber auch fürder nicht so dumm sein, wie wir bis jetzt waren. Wir schliessen einen Bund, und was uns nur unterkommt, muss ohne Rücksicht niedergemacht werden!“

9. Spricht ein dritter: „Ich meine, ein bisschen Rücksicht sollten wir gegen gewisse Individuen doch nehmen - z.B. gegen unsere Eltern, Weiber, Brüder, Schwestern und Kinder und noch gegen einen guten Freund.“

10. Spricht der zweite: „Was da Rücksicht! Die Rücksicht ist nichts als eine Feigheit gegen andere, die man besseren Gewinns halber noch etwas länger leben lässt. Oder man hält sie in der eigenbewussten Schwäche für mächtiger als sich selbst. - Eltern? Hohngelächter der Hölle! Das sind die ersten Tyrannen der Kinder! - Das Weib? Nun, so es noch jung und üppig ist, das kann man schonen! Aber wird es einmal alt und hässlich, dann keine Schonung mehr, da es dann niemandem mehr zum Vergnügen dienen kann! - Kinder als artige Spielpuppen lasse ich mir auch gefallen, obschon ich diejenigen Völker der Erde für weiser halte, die ihre üppigsten Kinder schlachten und fressen, weil sie ein besseres Fleisch haben als die mageren. Sind sie aber einmal gross, dann auch mit diesen Blutegeln ihrer Eltern keine Rücksicht mehr! - Brüder und Schwestern und sonstige Freunde sind schon auf Erden die lästigsten Nebenmenschen und werden es hier um so mehr sein. Daher schon gar keine Rücksicht mit ihnen! Hätten die Menschen auf der Erde die Einsicht, wie ich nun hier, so würde der Erstgeborene sich dieser lästigen Nebenbuhler schon zu entledigen gewusst haben. Aber was auf der dummen Erde Mensch heisst, ist bis auf wenige raffinierte Spitzbuben rein Vieh und noch dümmer. So kommt es dann, dass einer dem andern zur Last leben bleibt, bis er erschlagen wird von einem Pfiffigeren oder am alten Gift der Luft krepiert! Daher keine Schonung und Rücksicht mehr mit jemandem!“


Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-132 Kapitel