RBLUM-131

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-131 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 131 - Das grosse Mahl. Der General und sein Freund Kernbeiss. Thomas dankt ihnen für die frühere Kur. Blick auf die irdische Hölle.


1. Nach diesen Worten trete Ich wieder aus der Tür und beordere Robert, mit Hilfe der ehemaligen Tänzerinnen eine hinreichende Menge Brot und Wein an die beiden Lehrer Thomas und Dismas auszufolgen, die dann diese Stärkungen an die neuen Gäste verteilen sollen. Robert tut das sogleich, und als die Gäste draussen auf diese Art zu solch einer Stärkung kommen, da hört man nichts als Jubel über Jubel und Lob von allen Seiten. Die beiden Lehrer aber treten auf einen Wink von Mir ebenfalls in den zweiten Saal, wo auch wir das bereitete Mahl miteinander halten.

2. Die neuen Gäste aber können sich nicht genug verwundern, wie es denn möglich war, dass sie alle so schnell haben bedient werden können. Ein nächster Freund des Generals Theowald spricht darob folgendes: „Lieber Freund, wie kommt es dir vor, dass wir alle, sicher über dreitausend an der Zahl, von nur zwei Brüdern, nämlich vom ehemaligen Mönche und dem uns bekannten Dismas, wie auf einen Schlag mit Brot und Wein reichlichst versehen werden konnten? Ehedem brachte nur, so ich mich nicht irre, der berüchtigte Robert Blum mit etwa ein paar Dutzend gar verzweifelt schönen Maiden etliche Flaschen Wein und auch etliche Laibe Brot. Ich dachte mir, als die beiden Brüder allein die Verteilung übernahmen: Na, bis die zwei diese wenigen Flaschen und Laibe Brot an alle mathematisch genau wie beim Militär ausgeteilt haben, da werden die ersten schon wieder hungrig und durstig sein, bis die letzten zur Beteilung kommen werden! - Aber es war ganz anders: Wie durch einen Zauberschlag hatte ein jeder der ganzen Schar einen Becher voll Wein und ein respektables Stück wohlschmeckendsten Himmelsbrotes in seinen Händen. Und die etwa dreissig Flaschen Wein waren richtig geleert und vom Brot der letzte Laib bis auf die letzte Brosame verteilt. - Nun sage, wie diese Sache auf einem halbwegs begreiflichen Naturwege möglich war? Mir ist das ein Rätsel über alle Rätsel!“

3. Spricht der General: „Du mein lieber Freund Johann von Kernbeiss, wie man dich auf der Erde nannte, forschest schon wieder zuviel! Denke dir die göttliche Weisheit und Allmacht hinzu, so wird dir so etwas ohne allen Anstand begreiflich sein! Hast denn du auf der Erde alles begriffen, was du da gesehen und erlebt hast? Wer spannte deine Lunge, wer machte dein Herz pochen und die Pulse schwellen? Wer kochte in deinem Magen die Speisen? Wer machte, dass du gewachsen bist? Wer baute die Augen und wer das Ohr? Und wie hat solcher Dinge Meister das alles zuwege gebracht? Siehst du, all diesen und tausend anderen Wundererscheinungen sahen wir schon auf der Erde täglich ins Angesicht! Aber da wir schon von Jugend an uns an sie gewöhnt haben (so wie ans nicht viel Denken!), so ist uns das wahrhaft Wunderbare all dieser Erscheinungen nie aufgefallen und wir konnten gleichgültig darüber hinweggehen.

4. Hier aber, wo wir nun aller Materie bar sind und unser Denkvermögen ungestörter seine Tätigkeit auszuüben imstande ist, müssen uns freilich alle Erscheinungen dieser Welt um so mehr in gerechtes Erstaunen setzen, je fähiger wir sind, das wahrhaft Wunderbare schnell zu bemerken. Aber dass wir uns dabei unsere Köpfe zerbrechen sollen, um die Möglichkeit solcher Dinge zu begreifen, wäre eine barste Torheit. Ist es zu unserm ferneren Heile vonnöten, so werden uns unsere zwei Lehrer schon belehren. Ist aber solch eine Belehrung nicht absolut nötig, so ist's genug, dass wir wissen, dass einem allmächtigen Gott alle Dinge möglich sind. Denn siehe, ich halte alles für ein unerforschliches Wunder!

5. Gott, der Herr, hat uns allen aus Seiner Erbarmung wunderbar des besten Brotes und Weins zukommen lassen, und wir haben uns daran zur Übergenüge gesättigt. Was brauchen wir nun noch dazu zu wissen, wie Er das so wunderbar angestellt hat? Danken wir dafür dem allgütigen Geber, so werden wir Ihm auch sicher wohlgefälliger sein, als so wir Ihn mit der Weisheit aller Engel erforschen und zergliedern möchten!“

6. Spricht Johann Kernbeiss: „Du hast recht, und ich bin ganz deiner Meinung! Aber überraschend wunderbar bleibt die Sache dennoch immer.“ - Spricht der General: „Allerdings, das wird auch kein Engel in Abrede stellen. Aber wir sind nicht da, um sie zu erforschen, sondern nur um sie zu bewundern und dankbar zu geniessen!“

7. Spricht Johann Kernbeiss: „Du bist demnach nicht für irgendeinen geistigen Fortschritt?“ - Spricht der General: „O Freund, da irrst du, dass ich darob wider einen geistigen Fortschritt wäre, weil ich mich in keine zwecklose Untersuchung wunderbarer Erscheinungen einlassen will. Oh, ich liebe nichts so sehr wie geistige Vollkommenheit! Warte nur ein wenig, bis unsere zwei Lehrer wieder zu uns kommen, die werden dir sicher mehr darüber sagen können als ich. So ich dir aber mehr sagen möchte, als ich weiss, da wäre ich entweder ein eitler Narr oder ein lügenhafter Grosssprecher.

8. Da sieh, die beiden kommen schon. Der eine schlicht und ohne vielen Glanz, das ist der Dismas - und Thomas mit einem wahren Sonnenlicht! Ich werde dich ihnen sogleich als einen sehnsüchtigen Forscher in der Weisheit Gottes vorführen, so es dir genehm ist.“

9. Spricht Johann Kernbeiss: „Ich bitte dich, tue das nicht, denn unsere Besprechung soll ganz unter uns bleiben. Was braucht da die ganze himmlische Gesellschaft davon in Kenntnis gesetzt zu werden? Die beiden würden kuriose Augen machen, so ich ihnen mit einer solchen Frage käme. Daher sei davon lieber ganz still! Ich bin nun vollkommen deiner Meinung und werde auch bei ihr verbleiben!“

10. Thomas und Dismas treten nun wieder in diesen ersten Saal zu der grossen Schar. Und General Theowald in Gesellschaft seines Freundes Kernbeiss treten ihnen freundlich entgegen und sprechen im Namen der ganzen Schar den Dank gegen den Herrn der Herrlichkeit für solch eine kostbarste Bewirtung aus. Kernbeiss bemerkt noch insbesondere, wie das alles so wunderbar schnell vor sich gegangen sei.

11. Der Mönch Thomas aber erwidert, dass er seine gegenwärtige geistige Vollendung nächst dem Herrn hauptsächlich der kräftigen Zurechtweisung von seiten des Generals und nach ihm der gesamten Schar zu verdanken habe, die ihm den guten Dienst erwies, dass sie ihn wegen seiner grossen Dummheit hinauswarf. Darauf sagt Kernbeiss: „Liebster Freund, davon rede nichts mehr, denn ich war auch einer von denen, die dich hinausgeschoben haben. Aber was einmal geschehen ist, das kann man leider nicht mehr ungeschehen machen. Mich hat es schon tausendmal gereut. Aber der Mensch kommt manchmal in eine solche Hitze, wo er sich selbst nicht mehr kennt. Leider findet es auch sogar unter den sonst besten Menschen statt. Aber ich meine, so die Menschengeister dann ihre gegenseitigen Fehltritte aneinander so viel als immer möglich wiedergutmachen, sich gegenseitig um Vergebung bitten und die Hände der Freundschaft zum Bunde reichen, wird auch der liebe Vater der Himmel dazu kein gar zu zorniges Gesicht machen!“

12. Spricht Thomas: „Ganz natürlich! So die Menschen untereinander in der Ordnung sind, dann sind sie es auch vor Gott! Denn Gott der Herr will ja von den Menschen nichts anderes, als dass sich keiner über den andern erhebe und keiner des andern Richter sei. Wir beide haben ohnehin nie etwas gegeneinander gehabt und uns daher auch nichts zu verzeihen. Dass du mich aber hier in dieser Geisterwelt ein wenig hinauswerfen halfst, hat auf unsere irdische Freundschaftsordnung ohnehin nicht den geringsten Bezug. Dies um so weniger, als du mir dadurch einen besten Dienst geleistet hast. Ohne dieses Geschehnis wäre ich vielleicht noch bis jetzt in meiner mönchischen Dummheit steckengeblieben, während ich nun die an euch schon begangenen Dummheiten durch die Gnade des Herrn vielfach wiedergutmachen kann.

13. Wieviel Dummes habe ich euch auf der Erde vorgeschwatzt, so dass sogar hier noch einige von einer Dummheit, die ich euch als Priester vormachte, befangen sind. Aber alles dieses wird hier von mir an euch wiedergutgemacht werden. Dummheiten sollen vernichtet werden, und an ihre Stelle sollen, so viel es in meinen Kräften steht, weise Belehrungen treten. Der aber, der mir dieses rein himmlische Amt gegeben hat, stärke euch und mich zu diesem Zweck!

14. Durch die Gnade des Herrn wurde mir das Vermögen erteilt, dass ich sehen kann, was nun auf der Erde und namentlich in unserem irdischen Vaterland geschieht. Auch ihr werdet bald Kunde von einigen hier eintreffenden neuen Ankömmlingen erhalten. Ich sage es euch: Die Grossen, die schon sehr klein waren, haben am Blut ihrer Brüder eine gute Mast gefunden und sind wieder fett und stark geworden. Statt dem Herrn zu danken für den Sieg über ihre vermeinten armseligen Feinde, wissen sie nun vor Stolz, Hochmut und Rache nicht, was sie tun sollen. Der Satan schiebt ihnen die ganze Hölle auf die Schaubühne der Weltpolitik unter die Füsse. Und sie ergreifen die Hölle und wirtschaften nach deren Prinzipien.

15. ,Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet! Verdammet niemanden, auf dass ihr nicht verdammt werdet! Seid barmherzig, so werdet ihr auch Barmherzigkeit finden!‘ Das sind des Herrn ernsteste Mahnungen, die Er den Menschen auf der Erde gab. Aber trotz all dieser ernsten göttlichen Gesetze tun die Mächtiggewordenen mit ihren Brüdern nun, was sie wollen. Sie richten, verdammen und töten nun nach ihrem Wohlgefallen, da sie im Besitz der äussern Macht sind. Von solchen in der jüngsten Zeit grausam Ermordeten werden nun bald mehrere hier anlangen und werden ein grosses Klagegeschrei anfangen. Diese müsst ihr sogleich zu euch nehmen und sie trösten und beruhigen, so werdet ihr ein erstes himmlisches Werk verrichten!“


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