RBLUM-128

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-128 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 128 - Thomas' Bitte für die noch im Vorsaal harrende Schar seiner früherer Gegner. Er wird mit Ehrenkleid und Weisheitshut angetan. Seine erste Aufgabe.


1. Thomas verwundert sich, dass er sich schon im grossen Speisesaal mit allen anderen Gästen befindet, und zwar vor einer bestbestellten Mahltafel, die nach der Berechnung Max Olafs in Kreuzform aufgestellt war.

2. Nachdem Thomas sich sozusagen ausgewundert hat, spricht er: „Herr, Du lieber Vater! Welche Grösse und namenlose Pracht ziert doch diesen Speisesaal! O Gott, da hätte ja die hundertfache Bevölkerung der ganzen Erde bequem Platz! Diese unabsehbaren Säulenreihen nach allen Seiten hin, diese wahre Himmelshöhe! Die gleich einer Sonne leuchtenden Verzierungen der gewölbten Decke und dreifachen Galerien! Die hohen, alle Lichtfarben spendenden Fenster und dieser ganz reine Goldboden machen alle meine Sinne erbeben vor Ehrfurcht. Wer hat denn das gebaut? Oh, ich frage ja hier wie ein Blinder, Du, ewiger Meister, bist der alleinige Erbauer solcher Wunderwerke! Nimmer kann Dich selbst der feurigste Geist eines Cherubs, dessen Wesen aus den hellsten Flammen Deiner Weisheit geschaffen ist, genug lieben und preisen; geschweige so ein Wurm des Staubes wie ich! O herrlich, herrlich, so ein Anblick! Wahrlich, das übersteigt millionenfältig die Phantasie selbst eines Erzengels!

3. Ein Weiser der Vorzeit hatte recht, als er von Deiner namenlosen Güte tief ergriffen ausrief: ,Vater, höre doch endlich auf zu segnen! So Du ein Kind züchtigst, hast Du ein gemessenes Ziel. Aber so Du es darauf als gebessert zu segnen anfängst, hat dann des Segnens nimmer ein Ende! Solch eine nie geahnte Grösse Deiner Güte, Liebe und erbarmenden Milde, Sanftmut und Herablassung ist für einen schwachen Geist auf einmal zu viel!‘“

4. Rede Ich: „Schon gut, Mein liebster Thomas! Mache nur nicht gar so viel Wesens! Ist denn für Mich das gar so etwas Grosses, wenn Ich ein solches Haus werden lasse nach dem guten Masse des Herzens dessen, dem es nun völlig zu eigen gegeben ist? Siehe, das alles entspricht dem Herzen unseres auf der Erde stets unglücklichen Robert und ist noch lange nicht das Grossartigste, was das ganze Haus enthält. Du wirst noch ganz andere Dinge zu sehen bekommen, da kannst du dann deiner Phantasie ganz freien Lauf lassen. Nun aber setzen wir uns allesamt zu Tisch!“

5. Thomas, einen schüchternen Blick nach dem ersten Saale werfend, spricht: „O Herr, heiliger Vater, sieh einmal zur Tür hinaus! Dieses Elend: eine grosse Schar unglücklicher Seelen! Könnte nicht auch ihnen geholfen werden? Sie sind beinahe alle im Grunde besser als ich, weshalb sie mich ehedem auch als den Schlechtesten gebührlich hinausgeworfen haben, was ich ihnen schon gänzlich verziehen habe. Vergib auch Du ihnen, o allerbester Vater, und lasse sie auch an diesem reichen Mahle teilnehmen!“

6. Rede Ich: „Ja, Mein liebster Bruder Thomas, wenn du Mir mit solchen Angelegenheiten deines Herzens zu kommen anfängst, wirst du freilich bald ausrufen müssen: - ,Vater! Höre auf zu segnen!‘ - Siehe, mit diesem Herzenswunsch hast du selbst mit einem Zuge alle deine Schulden vor Mir getilgt. Dir muss daher sogleich ein neues Strahlenkleid und ein wie die Sonne leuchtender Weisheitshut angetan werden! Robert, dort gegen Mittag siehst du einen Schrank aus reinem Gold. Gehe hin und hole ein Kleid und einen Hut! Denn dies ist das wahre Kleid aller, die mit der Weisheit im gleichen Masse Liebe paaren!“

7. Robert eilt hin und bringt zum Erstaunen aller Gäste ein noch heller strahlendes Kleid als das der Helena, sowie einen runden Hut, ungefähr in der Form eines Kardinalshutes, der überaus stark leuchtet.

8. Als Thomas das Kleid und den Hut sieht, sagt er bebend vor Freude: „Aber Vater, Vater! So etwas soll mein sündigstes Wesen zieren? O Gott, o Du mein Jesus! Nein, das ist für ewig zuviel! Ach dieser Glanz! Und das soll ich anziehen?“

9. Rede Ich: „Ja, ob deines Mir wohlgefälligen Herzens musst du es anziehen. Mache nur geschwind, denn wir haben noch sehr viel zu tun!“ Thomas nimmt das Kleid und den Hut, die sich im Augenblick des Ergreifens auch schon vollkommen auf seinem Leib angepasst befinden, worüber er schon wieder nicht genug staunen kann.

10. Als er nun neu bekleidet dasteht, sage Ich zu ihm: „Nun Bruder, du bist jetzt vollendet und gesättigt mit Meiner Gnade, Liebe und Weisheit! Das Mahl hier ist bereitet und es mangelt auch nicht an würdig gemachten Gästen. Aber, wie du es ehedem selbst gewünscht hast - draussen im Vorsaal befinden sich bei 3000 noch sehr arme Geister unter der Führung eines Generals, den du wohl kennst. Dieser Mann hat ein gutes und verständiges Herz, und sein Wort ist von grosser Wirkung bei seiner Schar. Gehe du nun mit Bruder Dismas, den der General auf der Welt sehr gut gekannt hat, hinaus in den Vorsaal und suche den biederen Mann für Mich nach der Freiheit seines Herzens zu gewinnen und durch ihn auch die ganze grosse Schar. Hast du deine erste Mission in diesem Reiche des wahren Lebens gut ausgeführt, sollst du nach dem Mahle über Grosses gesetzt werden. Denn Ich sage dir: in Meinem Reich gibt es gar viele und von dir noch nie geahnte grosse Anstellungen aller Art. Gehe daher nun schnell, an Dismas wirst du einen überaus weisen Helfer haben.“

11. Spricht Thomas: „O Du guter, heiliger Vater! Wie sehr doch sorgst Du für das verlorene Schäflein, für den verlorenen Groschen und für den verlorenen Sohn! Preis, Ruhm und alle Liebe und Anbetung Dir allein ewig!“


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