RBLUM-127

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-127 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 127 - Gotteslob des dankbaren Thomas. Belehrung des Herrn über die Schlichtheit der Liebe.


1. Rede Ich: „Mein lieber Thomas, du bist noch sehr blöde! Den Judas hiess Ich nicht mit Mir Brot in die Schüssel zu tunken, denn Ich wusste es, dass es ihm zum Gericht gereichen werde, da er unwürdig war, mit Mir das Brot des Lebens zu essen! Dich aber beheisse Ich Selbst, weil Ich in dir keine Unwürdigkeit entdecke. Und so kannst du ohne Bedenken tun, was Ich von dir nun verlange. Zudem hat hier alle richterliche Zurechnung aufgehört, da hier jede Tat ohnehin ihre Folge hat, entsprechend dem Geist in dem sie begangen wurde. Weil ein jeder Geist nach seinen Taten hier vollkommen sein eigener Richter ist, hast du auch von keiner Seite mehr eine fremde Einwirkung zu befürchten. Was du willst, das wirst du auch tun; und das Tun wird dich richten nach deinem Willen, der die eigentliche Triebfeder jeder Handlung ist.

2. Und so mache dir von nun an keine Skrupel mehr! So du hungrig und durstig bist, wirst du doch etwas zu essen und zu trinken haben wollen. Wolltest du aber dennoch nichts essen und trinken, müsstest du dir dann freilich auch den Schmerz gefallen lassen, den Hunger und Durst als notwendige Folge in sich bergen. Oder würdest du eine scharfe Rute zur Hand nehmen und dich damit selbst züchtigen? Das wirst du sicher auch bleibenlassen.

3. Was du aber dir selbst nicht tun möchtest, wirst du auch deinen Brüdern nicht antun. Denn die Liebe deines Herzens würde sicher nimmer zulassen, den Brüdern wehe zu tun, weil hier im Geisterreich die Ordnung so bestellt ist, dass da eine jede Tat, an einem zweiten verübt, auch auf den Täter mit der gleichen Empfindung rückwirkt.

4. Du weisst nun durch diese Erörterung, wie sich die Sachen hier verhalten. Und so meine Ich, dass du nun nach Meiner Beheissung ohne Gewissensangst tust, was dir zu deinem höchsteigenen Besten gereichen kann und wird!

5. Siehe, Ich könnte dich zwingen, dahin augenblicklich zu gehen, wo Ich dich haben will. Da Ich dich aber schon zum Guten nicht mittels Meiner Allmacht zwinge, sondern nur mit sanfter Belehrung dein Herz, deinen Verstand und deinen Willen stärke, - um wieviel weniger werde Ich dich dann zu etwas Argem zwingen. Von Mir wird nichts so sehr berücksichtigt wie des Menschen völlig freier Wille. Und so kannst du es ganz beherzt wagen, freiwillig das zu tun, was zu tun Ich als dein Gott, Schöpfer und Vater voll der mächtigsten Liebe von dir verlange!“

6. Spricht Thomas: „O liebevollster Vater! Nun gibt es in meinem Herzen keinen Anstand mehr. Was Du wünschest, soll stets meines Herzens heiligstes Gesetz sein. O wie gar sanft und weise ist Dein heiliger Vaterwille! Wo ist ein Herz, das ihm widerstehen könnte? Wie selig ist nun mein ganzes Wesen, dass ich Dir folgen darf, und Du Selbst mir zur Seite stehst und an Deiner Vaterhand in das Reich des ewigen Lebens führst! O du heiliges Haus der Häuser, das Gott betritt! Wer kann lobend genug erwähnen des grossen Mahles, das Gott Selbst bereitet hat allen denen, die Sein Vaterherz erwählt hat zu Seinen Kindern? Ihr seligsten Brüder und Schwestern, fühlt ihr es wohl ganz, erfasst ihr die heilige Tiefe, dass unser Lehrer und Führer Gott Selbst ist? - Wir sind bei Gott, ja bei dem grossen Schöpfer der Unendlichkeit, bei dem Vater sind wir! O saget, fühlet ihr es wohl tief genug, wer Der ist, der uns nun führt in Sein Haus?“

7. Rede Ich im Gehen ins Haus: „Gut, gut, Mein lieber Sohn Thomas! Es ist Mir eine rechte Freude, dass du in deinem Herzen Gefühle aufkeimen lässt, die viel Ähnlichkeit haben mit den Mich preisenden Flammengedanken der Cherubim und Seraphim, die da sind die Austräger Meines Willens in Ewigkeit. Aber so erhaben auch solche Gedanken sind, deren Tiefe und Grösse nur wenige Geister fassen, so ist's Mir dennoch lieber, wenn Mich Meine Kindlein so recht herzlich ,Vater‘ nennen. Lieber, als wenn die grössten Lobengel Mich mit Weisheitsliedern besingen und am Ende ganz ermattet zusammensinken, so sie zur Einsicht kommen, dass ihre flammendsten Gedanken nicht einmal den Saum Meines Kleides berühren, während Meine einfachen Kindlein mit Meinem Herzen und Meinen Gedanken seligst spielen und allzeit bei Mir und an Meinem Tische das Brot des wahren Lebens geniessen!

8. Siehe, die Meine Macht besingen und den unendlich grossen Gott preisen, die sind ausser Mir und betrachten Mich ungefähr so, wie du auf der Erde den gestirnten Himmel oft überaus erhaben besungen hast - aber dabei nicht wusstest, was die von dir besungenen Sterne sind und was in ihnen ist. Die aber zu Mir sagen: ,O lieber Vater! O Du mein göttlicher Bruder!‘ - die sind bei Mir und sogar in Mir. Sie preisen Mich wie Kinder ihren allein wahren Vater und betrachten Meine Grösse nicht mehr aus heilig scheuer Ferne, wo sie stets eine grosse Kluft von Mir trennt. Sondern sie sind selbst auf den Sternen bei ihrem Vater im Vollgenuss jener heiligen Wirklichkeit, die von den Grosssängern kaum geahnt wird.

9. Merkst du nun diesen gewichtigen Unterschied? Und weil du ihn merkst, bist du auch schon um vieles glücklicher als ehedem. Das ist gut und recht und Mir am meisten wohlgefällig, weil es in Meiner Ordnung ist. Du wirst gar bald an Meiner Seite die ungeheuersten Grosswerke voll Wunder über Wunder zu schauen bekommen. Wenn du da allzeit fragen würdest: ,Wer fühlt es tief genug, was Gott ist?‘ - da würden dich Meine lieben Kindlein auslachen und dir sagen: ,Aber kindisch schwacher Bruder Thomas! Was schwärmst du denn für Unsinn zusammen? Wer kann es ewig je tief genug und ganz fühlen und empfinden, was Gott in Sich Selbst ist!? Wie kann das Endliche das Unendliche je erfassen? Gott ist unser aller Vater! Wir lieben Ihn über alles, Er führt uns und wir sehen Ihn, wie lieb und endlos gut Er ist. Das ist ja bei weitem mehr! Gott als Vater über alles lieben ist ja endlos mehr wert, als Ihn ergründen wollen! - Was ist wohl eines Menschen würdiger: sich in Gedanken vertiefen und, so ein armer Bruder vorüberzieht, diesen vor lauter grossen Gedanken gar nicht bemerken - oder die Gedanken Gott dem heiligen Vater überlassen und mit liebfreundlichen Augen den armen Brüdern dienstfertig entgegenkommen? Lassen wir daher das Grosse den Grossen über! Wir aber bleiben in der Liebe hübsch klein beisammen und werden glücklicher sein als die grossglücklichen Grossen!‘

10. Siehe Thomas! So würden alle diese Brüder mit dir reden. Daher bleiben denn auch wir beisammen. Denn um den ganzen Himmel zu sehen, braucht man ja nicht ebenso grosse Augen zu haben, wie der Himmel selbst ist. Verstehst du das?

11. Ja, du verstehst es schon! Und so wollen wir uns sogleich an das Mahl machen, da wir uns alle nun schon in dem grossen Saale befinden, wo die Tische bestellt sind.“


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