RBLUM-126

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-126 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 126 - Der Mönch vernimmt die heilige Lehre von Jesus. Der einst geistig Blinde erkennt den Herrn und dessen Gnade.


1. Nun hört der Mönch ganz leise die Worte: „Jesus, der Gekreuzigte, ist allein Gott über alle Himmel und über alles, was den unendlichen Raum erfüllt. Er allein ist der Urschöpfer aller Dinge, aller Engel, Menschen, Tiere, Pflanzen und aller Materie. Er ist der Vater Seinem urewigen Liebewesen nach, der ewige Sohn Seiner Weisheit und der allein Heilige Geist Seiner unendlichen Macht, Kraft und Wirkung nach.

2. An diesen Jesus wende dich im Herzen wahrhaftig und getreu. Liebe Ihn, der dich so sehr liebte, dass Er aus Liebe zu dir wie zu allen Menschen die Menschennatur annahm und des Leibes bittersten Tod über Sich kommen liess, auf dass dir und allen Menschen ein ewiges Leben ermöglicht werde!

3. Das ewige, Gott völlig gleiche, seligste Leben ist durch Ihn allein ermöglicht worden und als ein unendlicher Schatz gegeben aller Kreatur. Es bedarf nun nichts mehr, als diese grosse Gabe des heiligen Vaters liebewillig zu verlangen und dankbarst anzunehmen - und der Mensch wird selig leben in Ewigkeit in Gottes Gesellschaft wie ein zweiter Gott.

4. Gott, der da ist unser aller Vater Jesus, ist die reinste Liebe, die niemanden richtet und jeden selig machen will. Nur muss der Mensch auch das wollen, was Gottes reinste Liebe will. Denn Gott tut niemandem einen Zwang an, am wenigsten in dieser Welt der Geister. Daher wird jedem nur das zuteil, was er selbst will. Was du demnach willst, das wirst du auch empfangen!

5. Es gibt aber kein Leben und keine Seligkeit ausser in der reinen Gottesliebe. Wer diese in sich aufgenommen hat und selbst das will, was diese heilige Liebe will, der lebt und ist selig für ewig.“

6. Als der Mönch diese Worte aus dem Gelispel vernommen hatte, staunt er nicht wenig und spricht bei sich: „Merkwürdig! Eine ganz neue Lehre über Gott! Also keine drei gesonderten Personen! Auf der Erde wäre das die grösste Ketzerei, himmelhoch verschieden von der römisch-katholischen Lehre. Aber ich finde sie dennoch ganz natürlich und viel wahrer als die römisch-katholische! - Was mich aber sehr wundert, ist, dass dieser Geist, der aus der Luft so weise zu mir geredet hat, von der allerseligsten Jungfrau Maria und den anderen lieben Heiligen mit keiner Silbe erwähnt hat, dass man sie um ihre mächtige Fürbitte angehen soll. Das ist durchaus nicht katholisch, aber das macht nichts. Der Unbekannte, der mir höchstwahrscheinlich das herrlich gute Brot und den besten Wein zukommen liess, hat mir nun auch diese Lehre gegeben. War das erste überaus gut, so ist es auch die Lehre! Sei es nun, wie es wolle, ich werde diese Lehre doch annehmen.

7. Muss offen gestehen, so der Teufel von solcher Lehre durchdrungen wäre, da müsste selbst er selig sein. Solch ein Brot wird in der Hölle sicher nicht gebacken und solch ein Wein nimmer gekeltert. Daher ist das alles aus den Himmeln - Brot, Wein und Lehre! Und ich will sie annehmen! Aber wenn es so ist, dann freuet euch, ihr Kardinäle und du Papst! Ich werde in eurem Gehirn ganz kurios zu spuken anfangen. Ich will Jesum so lange bitten, bis Er mir das gewähren wird. Gut, ich werde die römische Kurie in die Enge treiben und ihr ein Licht anzünden, vor dem sie erschauern soll! Aber nun nichts mehr davon! Jetzt heisst es, sich ganz ernstlich an den Herrn Gott Jesum wenden, alles andere wird dann erst von da ausgehen.“

8. Sage Ich zu Robert: „Berühre nun seine Augen!“ - Robert tut es. Der Mönch erschaut nun zu seinem grössten Erstaunen die grosse Schar Seliger samt Mir um ihn versammelt, aus der er aber noch niemanden erkennt. Er betrachtet bald den einen, bald den andern und gebärdet sich wie ein vom Schlaf Trunkener.

9. Nach einer Weile kommt der Mönch zur volleren Besinnung und fragt ganz schüchtern den ihm zunächststehenden Robert: „O du himmlischer Freund, sage mir doch, wo ich denn bin? Und so du es nicht krumm nimmst, dass ich dich gleich mit Fragen belästige: sage mir auch, mit wem ich in dir, du lieber Freund, zu reden die Ehre und Gnade habe?“

10. Spricht Robert: „Du bist hier auf himmlischem Grund und Boden. Und dies Haus, das da vor dir in unbeschreiblicher Grösse, Pracht und Majestät dasteht, ist mein himmlisches Wohnhaus für ewig. Ich aber bin der nun selige Geist des auf Erden dir wohlbekannten, unglücklichen Robert Blum. Und dies allerschönste Weib an meiner Seite ist mein von Gott dem Herrn mir für ewig verbundenes Weib. Nun weisst du es und nun rede, was du vor allem wünschest!“

11. Der Mönch, ein wenig seinen Kopf hin und her schüttelnd, spricht: „Du, der Robert Blum? Der Hauptketzer Robert Blum - und im Himmel? - Ah, da geht es doch nicht mit richtigen Dingen zu! Und das soll dein Grund und dein Haus sein? Gibt es denn im Himmel auch Gründe und Häuser? Der Himmel besteht doch nur aus lauter lichten Wolken, auf denen die himmlischen Bürger gleich den Engeln herumschweben, Gott von Angesicht schauen und in einem fort ausrufen: ,Heilig heilig, heilig ist der Herr Zebaoth! Himmel und Erde sind Seiner Herrlichkeit voll! Die Ehre sei Gott, dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist - Amen!‘ Von alledem ist aber hier nicht die leiseste Spur. Wie könnte das sonach der Himmel sein? Vielleicht nur so ein neukatholischer Himmel, den euch Gottes Gnade zulässt bis zum Jüngsten Tag, um euch für manches Gute, das ihr auf der Erde gewirkt habt, zeitlich zu belohnen. Aber danach wird dieser Himmel vergehen und in die Hölle verwandelt werden. Und dieses Haus wird wahrscheinlich auf lockerem Sande und nicht auf Felsen gebaut sein. So wird es nur zu bald in nichtigsten Schutt zusammenstürzen!

12. Die Sache kommt mir ganz und gar nicht richtig vor. Sage mir, wo ist denn hernach Gott der Herr mit allen Seinen heiligen Engeln und den sonstigen Heiligen - wenn das der Himmel ist?“

13. Spricht Robert: „Sieh dich nur um, und du wirst dir zu allernächst Gott, den Herrn Jesus, und hinter Ihm die heiligen Apostel klar erschauen und dahinter die Urväter der Erde von Adam angefangen!“

14. Der Mönch sieht sich schüchtern um und erkennt sogleich an Mir Jesus, den Gekreuzigten. So auch die Apostel, die er aus den ihm bekannten Attributen ihrer Gewänder erkennt. - Er fällt sogleich vor Mir nieder und spricht: „Herr Gott Jesus! So Du es bist, so sei mir armem Sünder gnädig und barmherzig, denn ich bin ein grober und grosser Sünder!“

15. Und Ich sage: „Thomas, stehe auf, schaue und lebe! Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte! Warum aber zweifelst du noch an Mir und an der Wahrheit Meines Himmels?“

16. Spricht der Mönch Thomas: „O Herr, du fragst mich, als könnte ich Dir etwas sagen, das Du nicht wüsstest. Siehe Dich nach Meinem Herzen um und Du wirst darin noch jene Urschriftzüge finden, die Deine allmächtige Rechte eingezeichnet hat. In diesen Zügen spricht sich eine unendliche Grösse und Erhabenheit aus, unter der allein Dich mein Herz fühlen konnte. Es war darum stets ausserstande, Dich anders sich vorzustellen. Jede kleinliche, herrsch- und habsüchtige Vorstellung von Dir konnte daher in meinem Herzen nimmer Platz fassen. Aus diesem Grunde konnte ich auch den Glauben an die Gottheit Jesu, des Gesalbten, nie so ganz vollkommen annehmen, obschon ich streng genommen an der Möglichkeit nie gezweifelt habe. Freilich müsste die Gottheit Christi offensichtlicher hervorgetreten sein, ungefähr wie bei den Aposteln, so ich zu einem festen Glauben hätte genötigt werden sollen. Aber das war sicher aus weisesten Gründen nie der Fall. Christus oder Sein Geist liess es allzeit zu, dass die römische Kurie aus Ihm machen durfte, was sie nur immer wollte.

17. Welch geweckterem Geist hätte bei Kenntnis der römisch-katholischen Theologie nur im entferntesten einfallen können, solch eine Lehre für rein göttlich zu halten? Ich selbst habe aus Oblaten mehrere tausend rechte Christusse gemacht und habe sie dann zum grössten Teile selbst aufgegessen. Was aber soll ein ehrlicher Mensch sich von einer Lehre denken, über die ein jeder Chinese hoch auflachen muss. Wie oft habe ich nach einer Messe gedacht, wenn ich darauf einen Blick zur Sonne und abends zu den Myriaden Sternen sandte: ,Also Der, den du heute durch die sogenannte Konsekration aus einer runden Oblate aus Stärkemehl zum allerhöchsten Gott machtest und Ihn darauf lebendig gegessen hast, soll dies alles gemacht haben?‘ O Herr, das war für den Glauben eines Sterblichen denn doch ein wenig zu viel! Wer das glauben kann, dem ist wahrlich nicht zu gratulieren, denn er kann doch kein kleinstes Fünklein Geistes in sich besitzen! Wohl verrichtete ich den sogenannten Gottesdienst vor den Augen der blinden Welt vorschriftsgemäss. Aber ich selbst glaubte unmöglich daran, weil die Urschrift in meinem Herzen und in der ganzen Schöpfung mich allzeit eines anderen belehrte.

18. Dass aber dadurch auch der wirkliche Christus, der solchen Unsinn duldete, bei mir und vielen anderen in Misskredit kam, wirst Du, o Herr, sicher noch klarer einsehen als ich. Jetzt glaube ich wieder an Deine alleinige Gottheit, da Du nun ganz so da bist, wie Du einst auf der Erde gewandelt bist. Aber an einen Oblatenchristus aus Stärkemehl werde ich nie glauben!

19. Sieh Herr, so steht es in meinem Herzen geschrieben. Dies ist mein Leben, wie ich es als rein Göttliches in mir sehe. Und so habe ich armer Sünder Dir Allwissendem mit mangelhaften Worten nichts dargetan, als was Du schon von Ewigkeit klarst eingesehen hast. Und so denn geschehe mit mir Dein heiliger Wille!“

20. Rede Ich: „Gut, Mein lieber Thomas, es ist alles in Ordnung, was du geredet hast. Aber wenn du Mir einen Vorwurf machst, dass Ich der römischen Kirche ob ihrer Greuel noch nie eine Gegenkundgabe zukommen liess, da tust du Mir unrecht! Betrachte doch alle die Trennungen von der Römerin, sind das nicht gewaltige Gegenkundgaben? Aber sie fruchteten wenig, weil Ich den Drachen noch nicht richten wollte wegen Meiner Liebe. Weiter betrachte die grosse Verbreitung des reinen Wortes durch die Druckschrift in allen Sprachen! Aber sie fruchtet wenig, weil Ich den Drachen noch nicht richten wollte - wegen Meiner Liebe! Wieder weiter betrachte die zu allen Zeiten von Mir erweckten neueren Propheten! Diese übten eine starke Gegenkundgabe aus. Aber es fruchtete wenig, weil Ich den Drachen noch nicht richten wollte - wegen Meiner Liebe! Dann betrachte noch die tausendfachen Demütigungen, die Ich der Römerin als starke Gegenkundgaben von allen Seiten zukommen liess! Aber sie fruchteten bisher ebenfalls noch wenig, weil Ich den Drachen noch immer nicht richten wollte - wegen Meiner Liebe!

21. Von nun an aber wird es mit der Römerin ein ganz anderes Verhältnis nehmen. Ihre Weltmacht wird sehr erschüttert und eine offene Zunge gegen sie allenthalben gestattet werden. Wird sie solch eine Kundgabe auch noch nicht fruchtbringend machen, so wird der Drache gerichtet werden wegen Meiner zu lange missbrauchten Langmut.

22. Ich meine, du wirst nun wegen der Mir von dir vorgeworfenen Vernachlässigungen in der Ordnung sein. Und so schliesse dich nun völlig an Mich an und gehe mit uns in dieses Haus zu einem schon bereiteten Mahle!“

23. Spricht Thomas: „Du ewiger Heiland aller kranken Seelen und Geister! Eines Mahles, das Du Selbst Deinen verdientesten Dienern bereitet hast, bin ich wohl nicht wert! Das wäre ja zuviel Erbarmung für mich, indem ich auf der Erde allzeit grob gesündigt habe vor Dir. Hinein ins Haus werde ich wohl gehen, aber teilnehmen an einem so heiligen Mahle würde ich mir ewig nimmer getrauen, indem ich da gar leicht das Los eines Judas Ischariot an mir selbst erfahren könnte, und das wäre denn doch etwas überaus Erschreckliches!“


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