RBLUM-124

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-124 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 124 - Roberts Freude. Des Herrn Sorge um den Mönch. Robert als Hausherr erhält eine Gehilfin in Helena. Himmlische Eheschliessung.


1. Alle die acht Männer begeben sich nun eilig hinaus, wo sie des Herrn ansichtig geworden sind. Sie finden Mich dort gerade mit dem hinausgeworfenen Mönch beschäftigt, der Mich natürlich noch nicht kennt.

2. Robert richtet mit Tränen in den Augen folgende Worte an Mich: „O Herr, Du lieber, heiliger Vater! Wo warst Du denn so eine geraume Weile, dass wir Dich trotz alles Suchens nicht finden konnten? Ach wie traurig, öde und leer war es hier, als wir Dich im Hause nirgends mehr finden konnten! Wie schlecht ging es uns mit der Ordnung der Tische! Kurz, es war ohne Dich nicht mehr zum Aushalten. - Nun aber, weil Du wieder zu uns in Dein Eigentum gekommen bist, ist alles wieder unaussprechlich gut! Ich könnte nun vor Freude gerade ausgelassen werden, aber nicht meine Füsse, sondern mein seligstes Herz soll hüpfen vor höchster Freude und Wonne! Wie ewig wahr ist es doch, was Du gesagt hast: ,Ohne Mich vermöget ihr nichts!‘ Ich setze noch hinzu und sage es laut: Ohne Dich, o Du lieber, heiliger Vater, ist überall vollkommen nichts! Alles ist dann öde, leer und zum Verzweifeln traurig! - Aber von nun an wirst Du uns doch nicht mehr so verlassen?“

3. Rede Ich: „Ich habe euch ja diesmal nicht verlassen. Ich führte deine Gäste als Meine Kindlein nur ein wenig in den grossen Garten dieses Hauses und zeigte ihnen die mannigfachen, ganz neuen Anlagen, an denen alle ein übergrosses Wohlgefallen hatten. Du hattest unterdessen die schönste Weile, den grossen Speisesaal in die beste Ordnung zu bringen, was auch zu Meiner Freude geschehen ist. Dass du Mich auf einige Augenblicke mit den Augen nicht wahrnehmen konntest, hat nichts zu bedeuten, da Ich mit der gleichen Liebe bei euch war. Ich habe dem Bruder Dismas Selbst Worte auf die Zunge gelegt, die er zu eurer tiefsten Belehrung gesprochen hat. Nun aber bin Ich wieder sichtbar bei euch und will wieder in dieses Haus einziehen und allda die vielen Kranken zum Leben heilen!

4. Da haben wir vor uns in dem Mönch schon so einen Patienten, der noch ganz taub, blind, stumm und lahm zugleich ist! Diesem muss zuerst geholfen werden, und er wird uns sodann die andern bearbeiten helfen. Der General hat ihn zu derb angegriffen und ihn gewisser Verbrechen beschuldigt, die dieser Arme in seinem ganzen Leben wohl nie ausgeübt hat. Das war nicht recht von dem sonst nach Wahrheit und Licht lechzenden General. Dieser Mensch ist nur, wie alle seinesgleichen, und da muss ihm geholfen werden. Denn ein eingefleischter römischer Katholik sein heisst: geistig taub, blind, stumm und lahm sein: Ein Zustand, in dem niemand als zurechnungsfähig betrachtet werden kann. Aber für seinen priesterlichen Hochmut war diese erste Kur dennoch wieder gut. Denn er sieht es nun ein, dass er gefehlt hat, indem er allen andern etwas glauben machen wollte, an das er selbst noch nie geglaubt hat. Die Hölle gebrauchte er bloss als Schreckmittel und den Himmel als süsse Lockspeise, aber er selbst glaubte weder an das eine noch an das andere. Die ganze Religion war bei ihm ein altes mythologisches Mittel, die Völker der Erde im Gehorsam gegen die weltlichen Gesetze zu halten. Den Gottesdienst verrichtete er stets nur als notwendiges Blendwerk für die geistig blinde Menge, hielt aber selbst nie etwas darauf und sagte, gleich einem gewissen Papste, oft bei sich und auch nicht selten in Gegenwart seiner vertrautesten Kollegen: ,Die alte Mythe von Christo ist gar nicht übel! Man kann aus ihr machen, was man will. Und sie trägt ihren Dienern sehr viel Geld und Ansehen. Das ist aber auch das Beste an ihr; sonst wäre denn doch die alte griechische viel besser und erhabener gewesen!‘

5. Aber Ich sage euch: Das alles tut nichts zur Sache! Denn der Mönch in seiner grossen Blindheit war ein dreifacher Sklave Roms! Kann man aber einen Sklaven darum züchtigen, dass er sich von seinem Herrn, der mächtiger war als er, die Augen hat ausstechen und die Ohren ausbrennen lassen? Daher gehe du, Bruder Robert, nun sogleich ins Haus und bringe Wein und Brot heraus! Denn dieser muss vor allem eine volle Stärkung bekommen, damit er fähig wird, für die Folge von uns belehrt und geordnet zu werden. Tue, was Ich dir anbefohlen habe!“

6. Robert bringt in ein paar Augenblicken eine grosse Flasche Wein und einen ganzen Laib Brot und spricht: „Herr, hier ist es schon! Wie werden wir aber diesen Armen damit laben? Denn er liegt ja wie tot mit dem Gesicht am Boden. Wir werden ihn doch zuvor vom Boden aufrichten müssen!“

7. Rede Ich: „Liebster Robert, nur Geduld! Unsere Nähe wird ihn gar bald aufrichten. Aber es sind das immer sehr gefährliche Patienten, daher muss man sich mit ihnen schon ein wenig mehr Zeit nehmen. - Ich sehe, dass dir der Wein und der ganze Laib Brot ein wenig schwer zu halten ist. Wie wäre es denn, so dir die liebe Helena, die dich hier so teilnehmend betrachtet, ein wenig unter die Arme griffe? Wenn du so eine Wirtin hättest, was meinst du, ginge da dein Hauswesen nicht bedeutend besser vonstatten?“

8. Robert schmunzelt verlegen und sagt nach einer Weile: „Wäre alles unaussprechlich gut, wohl und recht, wenn sie nur nicht gar so schön wäre! Aber sonst eine Gehilfin! O Herr, von Dir mir gegeben - würde freilich aus meinem einen Hause zehntausend Himmel machen! Aber sie ist ja zu ungemein schön, lieb und herrlich für mich.“

9. Rede Ich: „Du warst ja doch sonst ein Freund alles Schönen und dabei auch Nützlichen! Dein Wahlspruch lautete ja sogar: ,Das Schöne muss nützlich und das Nützliche schön sein!‘ Und siehe, das ist auch von Ewigkeit her Mein eigener Handlungsgrundsatz gewesen. Daher denn alle Meine Werke ebenso schön wie nützlich sind. Denn die Nützlichkeit entspricht Meiner ewigen Liebe und Güte, und die Schönheit Meiner Weisheit und Wahrheit. Und so kannst du hier im Reiche der Himmel nie eines ohne das andere haben. Je schöner hier sich dir etwas darstellt, desto nützlicher ist es auch!

10. Helena ist wahrlich überaus schön, aber sie ist eben deshalb ein ebenso überaus nützliches Wesen. Daher scheue dich nicht so sehr ihrer Schönheit wegen! Du wirst erst durch sie ein vollkommener Mensch und Engel, und sie durch dich noch schöner, vollkommener und nützlicher! Ich gebe sie dir zu einem wahren himmlischen Weibe, mit dem du stets weiser, glücklicher und seliger werden wirst. Reiche ihr daher deine Rechte und drücke sie an deine Brust! Und die Erfüllung dieses Meines Willens ist der ewige Segen für euch beide!“

11. Robert spricht schwindelnd vor Wonne: „O Herr, vergib mir meine grosse Schwachheit! Aber hier muss ich Dir offen gestehen, dass ich die Bitte: ,Herr, Dein Wille geschehe!‘ wohl nie leichter und seliger ausgesprochen habe als diesmal! So komme denn her an meine Brust, du himmlisch schöne und herrliche Helena! Was der Herr, Vater Jesus, Jehova Zebaoth mir gnädigst gegeben hat für ewig, hat Er durch mich auch dir gegeben für ewig! Und so wollen wir denn seligst eins sein in allem, in der Liebe, in der Wahrheit, in aller Liebtätigkeit und dadurch eins in unserem heiligsten, liebevollsten Vater!“

12. Spricht Helena, strahlend von himmlischer Schönheit: „Des Herrn Name sei gepriesen ewig und Sein heiliger Wille geschehe! Ebenso aber wird mir auch ewig heilig sein dein Wille, da ich nun klarst erschaue, dass du keinen andern Willen mehr in deinem Herzen birgst als allein den heiligen des himmlischen Vaters aller Menschen und Engel! - Sollte dein Herz je nach grossen Taten in der Liebe auf Augenblicke matt werden, da soll es an dem meinen eine reiche Stärkung finden. Und sollte ich selbst je im heiligen Wollen irgendeine Schwäche zeigen, da wird dein Herz mich kräftigen in allem, was dem heiligsten Vater wohlgefällig ist! - Und so will ich denn im Namen unseres himmlischen Vaters sein für ewig dein himmlisches Weib, das mit und in dir leben und handeln wird als ein Wesen für ewig! Des heiligsten Vaters Gnade, Liebe, Weisheit, Ordnung und Wille sei uns ein Segen für ewig!“

13. Robert, über alle Massen gerührt, drückt Helena an seine Brust und küsst sie dreimal auf die Stirne. Und Helena küsst ihn darauf ebenso oft auf den Mund, nimmt ihm dann sogleich den Wein und das Brot ab und spricht: „Als nun für ewig dein Weib, lasse dir deine Mühe von mir geringer machen! Es ist genug, dass du im Namen des heiligsten Vaters ordnest. Handeln werde dann schon ich als dein rechter Arm!“

14. Rede Ich: „Gut, gut, Meine geliebten Kinder! Ihr seid nun gesegnet und eins und werdet es bleiben stets seliger für ewig!

15. Aber unser Werk ist dadurch nicht zu Ende. Nun heisst es erst so recht, ins Handeln übergehen! Aber jede Handlung wird von nun an leichter und schneller beendet werden können, da du, Mein geliebter Robert, als ein vollendeter Bürger des Himmelreichs dastehst und jetzt nicht nur eine unterweisende Macht hast durch die Wahrheit des Wortes, sondern auch eine richtende durch den Liebewillen aus Mir, die du jedoch nur da gebrauchen wirst, wo die erste durchaus nicht ausreichen sollte! Und so bücke dich denn zu diesem Kranken nieder und hauche ihn an, auf dass er erstehe zur Heilung!“


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