RBLUM-123

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-123 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 123 - Ein Mönch will Messe lesen um Geld. Der General wettert über Rom. Robert möchte helfen. Der Herr kommt.


1. Spricht der General weiter: „Ist denn unter dieser armseligen Gesellschaft niemand, der aus der römisch-katholischen Konfession das alte Vaterunser deutlich und gut deutsch beten könnte?“

2. Da tritt ein bekutteter Mönch hervor und spricht: „Herr General, ich kann dieses Gebet wohl. Aber es wird uns nichts nützen, denn wir alle sind ohne die heiligen Sterbesakramente gestorben und haben keine Beichte abgelegt, weshalb wir uns im Zustand gänzlicher Gnadenlosigkeit befinden! Wir könnten uns nun die Zunge herausbeten und es würde uns dennoch nichts nützen, da wir von Gott schon für ewig verdammt sind. Wir werden in diesem traurigen Zustand wohl bis ans Jüngste Gericht verharren. Da wird uns dann die schreckliche Posaune in unsere Leiber zurückrufen, in denen wir vor den unerbittlichen Richterstuhl Gottes werden hintreten müssen, um da die ewige Verdammnis zu empfangen, und werden geworfen in die ewige, allerschrecklichste Feuerqual!

3. Ich kenne nur ein einziges Rettungsmittel, und dieses heisst: Die heilige Messe, die allein Gott wohlgefällig ist. Ich habe hier zwar keine Gelegenheit und keine Behelfe, eine zu lesen; aber so ich von diesen Mitmenschen eine kleine Prämie bekäme, da möchte ich dennoch eine solche auswendig lesen, und wir alle möchten dadurch wohl gerettet werden. Denn nur die Messe kann uns helfen, alle anderen Gebete sind zu nichts nütze!“

4. Spricht der General: „Schau, dass du weiter kommst, du Hauptlump! Wenn du die Messe als einziges Rettungsmittel ansiehst und hast dabei nicht soviel Nächstenliebe, uns, die wir sämtlich nichts haben, unentgeltlich zu retten, so bist du schlechter als alle Diebe, Mörder, Räuber, Hurer und Ehebrecher der ganzen Erde! Du bist hier, was du auf der Erde warst, ein Gottesdiener ums Geld! Ohne Geld kann von dir aus die ganze Welt verdammt werden und du wirst dich darum nicht im geringsten abhärmen. Gehe mir aus den Augen und lies deinen lateinischen Quark, wo du willst, aber uns verschone damit! Denn wir sind zum grössten Teil Deutsche und Slaven und wollen und werden daher auch deutsch oder slavisch beten. - Halbrechts! Marsch!“

5. Der Mönch entfernt sich auf diese sehr militärische Einrede des Generals. Dieser ruft nun die Slaven auf, dass jemand aus ihnen das Vaterunser beten möchte.

6. Sogleich tritt ein Pole heraus und spricht: „General, ich kann es in fünf Sprachen!“ - Spricht der General: „Gut, so bete Er's zuerst deutsch und dann slavisch, aber gut vernehmlich und erbaulich!“

7. Der Pole betet nun sogleich ganz nach dem Wunsch des Generals vor und alle beten ihm von Wort zu Wort nach. - Nur der Mönch, der die Messe lesen wollte, und einige seines Gelichters nehmen daran keinen Teil und sind voll Ärger, dass der General sich nicht ihres lateinischen Gottesdienstes bedienen wollte. - Die Umstehenden aber merken, dass diese Geistlichen schmähliche Gebärden schneiden, und dass der Messe lesen wollende Mönch bei der Bitte: ,zu uns komme dein Reich!‘ - gesagt hatte: ,zu euch komme die Hölle!‘ Deshalb packen sie diese heiligen Gottesdiener, schleppen sie vor den General und erzählen ihm alles.

8. Der General, erbost über diese Gottesdiener, spricht zu denen, die sie hergeschleppt haben: „Gebt euch ruhig! Ihr wisst doch, dass dieses Pfaffengeschmeiss auf der Erde mit seltener Ausnahme alles eher war als das, was es hätte sein sollen! Und so darf es euch hier um so weniger wundern, wenn der allerletzte Sauhirte noch ein bei weitem besserer Christ ist als so ein Pfaffe! - Wer hat Christum gekreuzigt? Die Pfaffen! Damit sie aber in diesem Werk nicht aus der Übung kommen, haben sie die Messe erfunden, die nichts ist als eine zeremonielle Wiederholung der einstigen wirklichen Kreuzigung Christi. Was man davon erwarten kann, lässt sich leicht mit den Händen greifen. Denn wer jemanden richtet, muss entweder mächtiger sein als der, den er richtet, oder er masst sich das Richteramt an und tut, als wäre er ein Herr dessen, den er wenigstens in seiner Idee richtet. Der Pfaffe aber richtet Christum den Herrn täglich und macht Ihn auch wieder lebendig, um Ihn wieder zu töten - weil er einen beständig lebendigen nicht brauchen kann! Ist er da als Gottesrichter nicht mehr als Gott Selbst? Wer kann es leugnen, dass es in der alleinseligmachenden römischkatholischen Kirche nicht so ist? - So sich aber dies schwarze Pfaffenpack schon über Gott Selbst ein Todesurteil anmasst, wie soll es uns dann wundern, so es auch uns zur Hölle verdammt?

9. Ich habe in meinem irdischen Leben die Weltgeschichte studiert und gefunden, dass, wo es sich um Hauptniederträchtigkeiten handelte, die Pfaffen meist obenan waren. Nehmt nur die gegenwärtige Revolutions- und Kriegsgeschichte! Wer hat sie angezettelt? Die Pfaffen!

10. In der Schweiz haben sie angefangen und mussten in alle Winde löbliches Fersengeld nehmen. Darauf wurde der Papst von allen Seiten gedrängt, diese Greueltat womöglich auf der ganzen Erde zu rächen, denn die Schweiz wäre für eine solche Missetat viel zu wenig gewesen. Denn es hat nämlich das Schweizervolk sogar die Keckheit gehabt, als es sehr hungrig war, sich an den mit besten Weinen gefüllten Kellern und strotzend vollen Speisekammern der Gottesdiener zu vergreifen - weil die Gottesdiener nichts hergeben wollten aus christlicher Nächstenliebe! Diese Greueltat hatte die heiligen Gottesdiener so aufgebracht, dass sie auf allen möglichen Wegen die Menschen aufzuhetzen anfingen, damit ihr Fluch über die Erde in Erfüllung gehen solle. Und seht, sie haben ihre Aufgabe sehr effektvoll gelöst, aber dabei auch gottlob sich selbst eine Wunde versetzt, die wahrscheinlich kein irdisches Kräutlein mehr heilen wird! - Ich meine, ihr habt mich verstanden, daher seid nun ganz ruhig, wenn euch auch diese Schwarzen tausendmal die Hölle wünschen!

11. Wer einen Menschen kennen will, der betrachte sein Tun, denn jeder Mensch ist daran am leichtesten zu erkennen. So es aber schon bedenklich ist, mit Vieh- und Menschenschlächtern einen Freundschaftsbund zu schliessen, um wieviel weniger mit den sicher im allgemeinen allerherzlosesten Gottesschlächtern?

12. Die Geschichte aller Zeiten und insbesondere die von Spanien zeigt nur zu klar, wie teuflisch grausam die Gottesdiener mit ihren verirrten Schäflein umgegangen sind. Lasset daher diese Schwarzen an Leib, Seele und Geist gehen, wohin sie wollen, und fluchen, so viel sie nur immer wollen! Wir alle aber wollen uns von nun an als wahre Brüder verhalten und einander raten und helfen, so gut es geht!

13. Ich denke, so es irgendeinen Gott gibt, woran ich hier um so weniger zweifle, weil ich nun sehe, dass wir nach dem Tode des Leibes wirklich fortleben - so muss Er bei Betrachtung der weisesten Schöpfung sicher besser sein als Seine Diener, die Er in der Person Christi zu Jerusalem Selbst gehörig gewürdigt hat, indem Er zeigte, wessen Geistes Kinder sie sind! Wir dürfen darum sicherer Hoffnung sein, dass Er uns auch besser richten wird als dieses finsterste Pfaffenpack!“

14. Die ganze Gesellschaft bricht in einen Jubel aus, als sie vom General so eine energische Rede an die etlichen Pfaffen vernommen hatte. Diese aber machen dazu die grimmigsten Gesichter. Und der vorerwähnte Mönch, dem es nicht mehr möglich ist, seine schäumende Wut zu verbeissen, fängt an, der Hölle zuzurufen, dass sie sich öffne und solche greuelhafte Frevler jählings verschlingen solle. Aber die Gesellschaft lässt sich das nicht zu lange gefallen, packt den Gottesdiener beim Kragen und wirft ihn vors Haus hinaus, wo er ganz ermattet eine Weile liegen bleibt.

15. Zugleich aber spricht an der Tür des zweiten Saales Robert zu Dismas: „Bruder, die Rede und Gesinnung des Generals gefällt mir sehr gut, bis auf die etwas zu starke Auftragung über das Wesen der Pfaffen! So es tunlich wäre, möchte ich denn doch diesen armen Narren ihren noch sehr trüben Zustand ein wenig verbessern!“

16. Spricht Dismas: „Nur noch eine kleine Geduld und die Sache wird sich wie von selbst machen! Nur müssen wir den Herrn haben, und ich fühle es, dass Er kommt! Da sieh zum Fenster hinaus - schon ist Er da mit allen den uns wohlbekannten Gästen! Gehen wir Ihm nur schnell entgegen! Oh, Er ist es, Er ist es!“


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