RBLUM-120

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-120 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 120 - Bekleidung im Jenseits. Segensrede des Herrn. Blum und seine Freunde werden zur Ordnung des Speisesaals beschieden. Ihre verwunderlichen Erfahrungen.


1. Alle begeben sich nun zu Robert hin. Dieser führt die grosse Schar zu dem Goldschrank, öffnet ihn und teilt allen die neuen Kleider aus, die sie sogleich anziehen. Dadurch bekommen alle ein besseres Aussehen und werden voll frohen Mutes.

2. Es ist aber im Reiche der Geister ein bedeutender Unterschied zwischen solchen, die durch ihre innerste Erkenntnis, die rein durch Liebe zu Mir erweckt wird, sich von selbst zu Mir wenden - und jenen, die nur durch einen weisen Unterricht von aussen her zu Mir gekehrt werden. Erstere bekommen eine neue Kleidung wie von innen heraus. Die zweiten aber müssen sichtlich ihr altes Weltkleid ausziehen und dafür ein neues, himmlisches, wie von aussen her anziehen. Diese Erläuterung deshalb, dass in der Folge niemand einen Anstoss finden soll, da es hie und da bei anderen Szenen vorkommt, dass manche Geister plötzlich wie aus sich heraus in eine neue Kleidung geraten, ungefähr wie ein Baum im Frühjahr - während die Geister dieser Szene zumeist von aussen her, als wären sie noch auf der Erde, neu bekleidet werden müssen.

3. Wir sehen nun vor uns die ganze Gruppe schon neu bekleidet dastehen. Alle preisen Mich heimlich und manche können Meine Herablassung nicht tief genug bewundern. Andere betrachten die Urväter und die Apostel mit einer gewissen heiligen Scheu. Wieder andere wagen es ganz schüchtern, ein Gespräch mit den Aposteln anzuknüpfen. Aber Petrus bedeutet allen, sich zuvor zu Mir hinzubegeben und den verheissenen Segen zu empfangen, dann würden sie schon in allerlei Weisheit wie von selbst eingeführt werden. - Auf diese Mahnung hin eilen nun alle zu Mir, danken Mir für die schönen Kleider und bitten Mich um den verheissenen Segen.

4. Ich erhebe darauf die Hände über alle und sage: „Nehmt alle hin den verheissenen Segen zur Stärkung eurer noch schwachen Liebe und Weisheit, ohne welche es unmöglich wäre, in Mein eigentliches Himmelreich einzugehen! Da ihr nun aber Meinen Vatersegen empfangen habt, seid ihr auch fähig, einen starken Schritt weiter zu machen in Meinem Reich. Ihr habt euch auf der Erde oft gefragt, wenn ihr manchmal einen Blick zu den Sternen emporgerichtet habt: was etwa doch diese Sterne sind, was der Mond, was die Sonne und manches andere. Einige meinten dies, einige jenes, einige wohl auch gar nichts. Allein das tut nun nichts zur Sache; denn ihr alle habt das Irdische überwunden und stehet froh und tief erbaut vor Mir, eurem Gott, Vater und Erlöser. Als vollendete Kinder habt ihr nun das Recht, in die grossen und endlos vielen Wohnungen eures himmlischen Vaters eingeführt zu werden. Und so bereitet euch alle wohl vor! Denn erst von nun an beginnt eine wahrhaft grosse Einführung in alle die Werke, die euch durch euer ganzes Leben als verhülltes Rätsel täglich vor den Augen schwebten!

5. Dies Haus aber, in dem ihr gefallen und wieder erstanden seid, wird euch als allgemeine Wohnung dienen, in der ihr Mich allemal wiederfinden werdet, so ihr von einer grossen Wanderung ein wenig müde eine Erholung wünschen werdet.

6. So ihr aber durch viele Erfahrungen in der Liebe zu Mir ein Übermass erreicht haben werdet, dann wird auch ein jeder in sich selbst ein höchst eigenes Wohnhaus finden, das er dann seligst bewohnen wird für alle Ewigkeiten.

7. Auf dass ihr aber alle die Erfahrungswanderungen in Meinen Reichen vollgestärkt antreten möget, wollen wir vorerst allesamt ein wahres Lebensmahl zu uns nehmen. Du, Robert, und alle deine Hauptbrüder, gehet und öffnet die mittlere Tür gegen Mittag, dort wird sich euch ein neuer Saal zeigen. Darin werdet ihr eine Menge Tische und Stühle finden. Ordnet sie und besetzet sie wohl mit Brot und Wein! Ich aber werde dann Selbst diese Gäste einführen in den grossen Saal des Friedens und der Ruhe, da sollen sie alle gesättigt werden! Tuet nun, was Ich euch anbefohlen habe!“

8. Robert begibt sich mit den anderen Freunden in den bezeichneten Saal, der überaus gross und mit einer Menge grosser und kleiner Tische versehen ist. Aber diese stehen noch in Unordnung, entsprechend jenem Zustand eines Geistes, in dem er zwar schon im Besitze allerlei liebtätiger Grundsätze ist, aber diese noch nicht geordnet und daher zu den verschiedenen guten Zwecken auch noch nicht anwendbar sind. Der Geist kann es noch nicht merken, was da als Nummer eins, zwei, drei usw. folgen soll. Aus diesem Grunde müssen jene Geister (Robert und seine Freunde) nun vorausgehen, um die Tische, die gleich sind den Liebtätigkeitsgrundsätzen, zu ordnen. Werden sie geordnet sein, komme dann Ich Selbst und führe die Gäste in den Wohl- und Liebtätigkeitssaal ein, wo sie die höheren Gnaden und Gaben auch in einer höheren und reineren Ordnung empfangen sollen.

9. Als Robert mit seinen Freunden Messenhauser, Becher, Jellinek, Max Olaf, Dismas, Niklas, Bardo und noch einigen sich dazu frei Anbietenden die vielen Tische in ziemlicher Unordnung stehend erschauten, macht er grosse Augen und spricht: „Freunde, da werden wir eine ziemliche Weile zu ordnen haben, bis alles so dastehen wird, wie es eigentlich soll. Es ist nur mit der verschiedenen Grösse der Tische fatal: einige sind höher, einige niederer, andere sind schmäler, einige wieder kürzer. Das wird ein schönes Stück Arbeit absetzen! - Ich bin aber auch ein schöner Hausherr, weiss nicht einmal, was alles sich etwa noch in diesem Hause vorfindet und wie es geordnet sein soll! Oh, das ist eine saubere Hausherrschaft! Aber was ist da zu machen? Wir werden uns doch müssen an die Arbeit machen und diese Geschichte ordnen, so gut wir es vermögen!“

10. Spricht Messenhauser: „Wahrlich sonderbar! Im früheren Saale waren wir schon wie vollendete Weise, und hier stehen wir schon wieder so dumm da, als hätten wir nie das Einmaleins gelernt! Es handelt sich hier nur um die ordentliche Zusammenstellung dieser Tische, Bänke und Stühle, und wir wissen nicht, was wir zuerst angreifen sollen. Welcher Tisch ist Nummer eins, also obenan, welcher Nummer zwei und so weiter? Wie werden wir die niederen zu den höheren stellen und die schmalen zu den breiten?“

11. Spricht Becher: „Freunde, ich helfe überall, aber verlangt nur keinen Plan von mir! Denn wahrlich, in dieser ungeheuer grossen Halle komme ich mir so dumm vor, als wäre ich erst aus dem Mutterleib gekrochen!“ - Spricht Jellinek: „Es ist diese Sache, wie mir heimlich vorkommt, viel bedeutungsvoller, als wir sie uns vorstellen! Ich meine: Der Herr hat uns alle hier ein wenig anrennen lassen? Daher wird uns nichts übrigbleiben, als zu Ihm zu gehen und Ihn um einen rechten Plan zu bitten. Denn wir könnten da eine halbe Ewigkeit sinnieren und würden doch mit nichts zu einem Ende kommen! Tausend Tische und einige tausend Stühle und Bänke der verschiedensten Grösse sozusagen unter ein Dach zu bringen, das vermögen wir nicht. - Senden wir daher jemanden zum Herrn, dass er sich erkundige nach der rechten Ordnung!“

12. Spricht Robert: „Da gehe ich selbst! Bleibet unterdessen hier und beschauet die anderen Wunderlichkeiten dieses Saals!“

13. Nach diesen Worten kehrt Robert in den früheren Saal zurück und macht übergrosse Augen, als er diesen ganz leer von menschlichen Wesen findet. Einrichtung und Türen, Wände und Fenster sind aber dieselben wie früher, jedoch kein Laut lässt sich von irgendwoher vernehmen. Robert schaut zu den Fenstern hinaus, sieht aber niemanden. Er öffnet andere Türen, aber überall ist nichts von dem zu erspähen, was er sucht. Er geht sogar in den Hofraum hinaus, doch es rührt sich nirgends etwas. Als er trotz alles Suchens und Rufens nichts findet, kehrt er betrübt wieder zurück, wo er seine Freunde nicht minder betrübt antrifft.

14. Spricht Robert: „Gottlob, dass ich doch euch noch hier antreffe; denn der Saal draussen ist so leer von allen Wesen wie ein Eispol der Erde! Kein Herr und kein anderes Wesen ist irgendwo mehr vorhanden, auch in allen Nebengemächern nicht, die ich durchsucht habe. Das bringt wahrlich ein Vieh um und hätte es ein noch so zähes Leben! O du verzweifelte Geschichte! Was machen wir nun?“

15. Spricht erstaunt Jellinek: „Das ist nicht übel! In Gottes Namen, sei es nun, wie ihm wolle. Fangen wir doch an, so gut es geht, diese Tische zu ordnen! Werden sie geordnet und besetzt sein mit Brot und Wein, wird es sich ja zeigen, ob wir die Gefoppten sind.“

16. Beruft Robert den Max Olaf und sagt: „Bruder, du bist auf der Erde so ein Seemann, Ingenieur und Geometer gewesen. Daher dürftest du auch am ersten mit diesen Tischen und Bänken eine gute Ordnung zu treffen imstande sein. Gehe und überschaue die Geschichte! Denn nun bleibt uns nichts anderes übrig, als das zu tun, was der Herr uns ehedem anbefohlen hat, und wie es auch Bruder Jellinek meint!“

17. Spricht Max Olaf: „Mehr als man imstande ist, kann kein Gott von jemandem verlangen! Und so wollen wir die Ordnung dieser Tische auch sogleich ins Werk setzen. Die grossen von gleicher Höhe und Breite stossen wir zuoberst des Saales zusammen, an diese die ein wenig niedrigeren und schmäleren. An diese wieder die noch niedrigeren und schmäleren - und so fort in der Ordnung. Im ganzen formieren wir ein langes Viereck oder aber auch ein Kreuz, was beinahe noch entsprechender wäre, da wir mit dieser Arbeit so ein eigentliches Kreuz haben! Auf diese gleiche Weise verfahren wir auch mit den Bänken und Stühlen. Haben wir diese Arbeit beendet, dann wird es sich ja wohl zeigen, ob der Herr kommen wird, wie Er es verheissen hat. Kommt Er aber nicht, so gehen wir auch ins Freie hinaus und suchen unsere Gesellschaft in allen Winkeln dieser Welt. Und so fangen wir in Gottes Namen diese Geschichte zu ordnen an!“

18. Mit dem Plane des Max Olaf sind alle einverstanden und legen ihre Hände sogleich ans Werk. Nach einer guten Weile stehen Tische, Bänke und Stühle in der Ordnung eines Kreuzes. Robert öffnet darauf mehrere Schränke, die alle voll Brot und Wein sind - das Brot in Form der gewöhnlichen runden Laibe, und der Wein in mit goldenen Deckeln versehenen Bechern. Robert bestellt nun mit Hilfe der übrigen Freunde alle Tische mit Brot und Wein.

19. Als auch diese Arbeit zu Ende ist, spricht Robert: „Herr, der Du allwissend bist, Du siehst nun sicher, dass wir die uns gegebene Aufgabe, so gut es immer sein konnte, getreu gelöst haben. Du hast uns verheissen, sofort mit den Gästen hierher zu kommen und uns alle für höhere Geschäfte der Himmel zu stärken und zu segnen! O so komme zu uns, die wir gar schwer Deine allbelebende und beseligende Gegenwart missen!“

20. Darauf sprechen alle anderen das gleiche, doch niemand vernimmt irgendwo ein Geräusch oder eine andere Stimme. Aber das macht unsere Tischordner nicht irre, sie warten eine geraume Weile ganz geduldig.

21. Als aber trotz dieses Wartens niemand zum Vorschein kommt, spricht Robert: „Das ist wahrlich sonderbar! Sollte der Herr uns versuchen wollen, oder haben wir etwas verschuldet? Oder ist diese lange Geschichte seit unserer Ankunft in dieser Welt doch nur ein Traum? Wahrlich sonderbar! Was tun wir aber nun? Tretet zusammen, liebe Freunde, und machet Rat und Vorschläge, sonst bekommt diese Sache ein verzweifeltes Aussehen!“


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