RBLUM-119

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-119 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 119 - Bardos Seelenheilung. Niklas Rede von den Führungen Gottes. Himmlische Verbrüderung.


1. Die beiden bewegen sich sogleich zu Robert hin, der sie überaus freundlich aufnimmt. Ich aber sage zu Bardo, der Mich noch nicht sieht: „Tue dich auf, du Finsterling, gib Antwort und zeige Mir deines Hochmuts Grund!“

2. Bardo erschrickt gewaltig, als er Mich vor sich erblickt und sogleich erkennt. Er versucht zu reden, aber die Zunge versagt ihm den Dienst. So stammelt er bloss so hin wie einer, den in den grössten Sorgen der Schlaf übermannt. Er meint in seinem zitternden Herzen nichts anderes, als dass Ich ihn schon im nächsten Augenblick zur Hölle verdammen werde.

3. Aber Ich sage zu ihm: „Blinder! Wie eitel ist doch deine Furcht! Wann kam Ich denn je zu denen, die durch sich selbst verdammt sind, um sie noch mehr zu verdammen? Ich komme zu helfen, aber nicht zu richten und zu verdammen! Ich sehe aber in dir eine starke Krankheit, und die heisst Hochmut. Und darüber sollst du Mir, der Ich dir helfen will, genaue Auskunft geben. Nicht um Mich etwa über dich in Kenntnis zu setzen, denn Mir sind alle Dinge von Ewigkeit her wohlbekannt; sondern damit du selbst dich deiner Bürde entledigst vor Mir.

4. Siehe, als dein Freund Niklas euch allen einen Bittleiter machen wollte, da wolltest du nicht mithalten, sondern wolltest ganz für dich allein bitten. Und du batest auch, aber wie und warum? Für dich selbst wolltest du gerade nicht viel, dafür aber desto mehr Demütigung für alle, die dich beleidigt haben. Am allermeisten für Niklas, der dir bei Bruno deine Volksvertreterschaft streitig gemacht hatte und es am Ende sogar gewagt hatte, dir einige sehr bedeutende Wahrheiten ins Gesicht zu sagen.

5. Bedenke aber, ob das wohl recht ist, so du dem, der dir dein bester Freund ist, eine grosse Demütigung an den Hals wünschest, weil er als Freund es gewagt hatte, dir ganz gebührendermassen die Wahrheit zu sagen?! Solltest du dem, der dir als wahrer Freund die Wahrheit sagt und dich dadurch von der verderblichen Stufe des Hochmuts und der Selbstsucht zurückzieht, nicht vielmehr alles Beste wünschen?

6. Meinst du denn, hier im Reiche der ewig unverhüllten Wahrheit gehe es auch so zu wie auf der Erde, wo die Blinden nur die Schmeichler als ihre Freunde halten, jene aber, die ihnen die Wahrheit sagen, als ihre ärgsten Feinde verfolgen - gleich wie es die Juden an Mir taten, der Ich auch keck genug war, ihnen die nackte Wahrheit vor Augen zu führen?

7. O Mein lieber Bardo, hier ist es ganz anders. Hier gilt nur die Wahrheit allein und die mit ihr gepaarte reine Liebe! Alles andere ist ein Greuel vor Mir und muss von Meinem Reiche ewig fernbleiben. Darum bekenne nun aus dir selbst, dass du an Niklas in hohem Grade Unrecht geübt hast. Gehe hin und vergleiche dich mit ihm! Dann komme wieder hierher und Ich werde dir zukommen lassen, was recht ist und was dir gebührt!“

8. Als Bardo solche gewichtige Worte aus Meinem Munde vernimmt, fängt er an, in sich zu gehen und sagt bei sich im Herzen: Ja, der Herr, der Allmächtige hat es gesprochen. Wer kann sich wider Seine Weisheit und Allmacht auflehnen? Es ist schon so und ewig recht! Der Mensch ist ein Feind der Wahrheit, besonders wo sie ihm zu nahe tritt. Aber er tut ihr gross unrecht, zumal so er bedenkt, dass sein Leben endlos weit über das Grab hinausreicht, und zwar lediglich in der Wahrheit und Liebe bedingt! - Der Herr Selbst hat es mir gezeigt und so will ich denn, wie schwer es mir auch ankommen sollte, tun, wie es der Herr will! Ich will mutig und entschlossen zu Freund Niklas hingehen, ihm alles bekennen und ihn um seine Freundschaft demutsvoll bitten! - Darauf begibt er sich sogleich zu Niklas hin, um seinem guten Vorhaben nachzukommen.

9. Niklas aber kommt ihm, nun schon umgekleidet, entgegen, umarmt ihn und spricht: „Freund! Auf der Erde benötigen die Blinden auch der Tat, denn sie sehen nicht des Willens Kraft. Hier aber, wo man mit geöffneten Augen den Ernst des Willens wohl erschaut, fragt man nicht nach der Tat, sondern allein nach dem Willen. Ist dieser in der Ordnung, dann ist auch alles in Ordnung. Hier ist nur der Wille unser, alle Tat aber ist des Herrn!

10. So sind wir nun die besten Freunde für ewig und alle unsere irdischen Differenzen haben für immer aufgehört! Freund Bruno aber wollen wir auch allzeit von ganzem Herzen lieben als einen wärmsten Freund, denn seiner grossen Geduld haben wir alle die volle Rettung vom Untergang zu danken. Natürlich, wie es sich von selbst versteht, der unendlichen Güte, Milde und unbegreiflichen Herablassung des Herrn zuvor! Denn Er war, ist und bleibt ewig der Haupt- und Urgrund alles Heils! - Auch wir haben noch mehrere Freunde hier lobend anzuerkennen. Denn sie waren ein starker Magnet, der uns schon auf der Erde sehr angezogen hat, und waren auch hier die handgreifliche Veranlassung, dass wir durch sie unser Heil in ihrer Wohnung gefunden haben.

11. Dem Vater Jesus aber sei Dank, Anbetung und Liebe dafür, dass Er unsere Schritte so geleitet hat, dass wir wider allen unseren Glauben nun am Ende langer Blindheit dennoch dahin gelangten, wohin wir nach Seiner Ordnung zu gelangen hatten!

12. Wahrlich, Seine Ratschlüsse sind unerforschlich und unergründlich Seine Wege! Es geht dem Menschen wie mit einem Schiff, das ohne Segel und Ruder von den Winden auf dem Meere hin und her getrieben wird. Wer sollte dabei denken: ,Sieh, dieses Fahrzeug, aller leitenden Organe ledig, wird dennoch nach einem besten Plane geleitet!‘ Aber man bedenkt dabei nicht, dass auch die Winde des Herrn sind und Er allein ihnen die Richtung und Kraft erteilt. Das Schiff kommt endlich dennoch an ein sicheres Ufer, als hätte es der erfahrenste Steuermann geleitet. Und das ist ein Werk des Herrn, dem darum allein Ehre und Preis gebührt für ewig!

13. So hat der Herr auch uns geleitet, dass wir durch unsere wahrlich groben Sünden den Weg zu Ihm nehmen mussten. O wie gut und weise muss Er sein und wie unermesslich liebegewaltig! Nun sind wir für ewig gerettet, daher seien wir auch voll besten Mutes und voll der innigsten Liebe zu Ihm, dem Retter aller unserer Retter!“

14. Nach diesen Worten umarmen sich beide und darauf Bruno, dann Dismas und Max Olaf, der den Dismas zurechtgebracht, hauptsächlich aber Robert, der zur endlichen Wiederbringung des Dismas kräftig gewirkt hatte.

15. Nach dieser Szene begibt sich Niklas mit Bardo zu Mir und spricht: „Herr, wir beide stehen wie ein Herz vor Dir. Vergib auch Du uns, wie wir uns gegenseitig alles vergeben haben, auf dass wir Dich dann wie aus einem Herzen über alles lieben können!“

16. Rede Ich: „Wenn ihr miteinander gleich seid, dann ist auch alles geebnet vor Mir und Eure Schuldtafel ist vernichtet! - Gehet aber nun mit Robert und den anderen Freunden hin zu dem grossen Goldschrank! Dort werdet ihr für diese tausend Armen eine rechte Menge Kleider finden. Nehmt sie und teilet sie an die Armen aus, denn sie sehen noch sehr nackt aus. Dann aber kommt, auf dass Ich euch segnen und weiterführen kann im Reiche des Lichtes! Also sei es!“


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