RBLUM-118

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-118 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 118 - Bardos Rechthaberei. Niklas' Zurechtweisung. Die Tausendschar, im Geiste vereint, darf des Herrn Gnade erfahren.


1. Spricht der erste Redner Bardo: „Nun denn, in Gottes Namen, ich will ja wohl nachgeben, wenn es so ist. Aber dass der Niklas durchaus kein feiner Geist ist, das muss er doch selbst einsehen. Darauf aber, dass Niklas ein Neukatholik war und als solcher an den Herrn Jesus gar nicht mehr geglaubt hat, braucht er sich nicht gar zu viel einzubilden. Denn die haben die Welt zum Himmel machen wollen und haben uns Katholiken dumme Schafsköpfe benamst. Aber nun als Geist sitzt der gute Niklas mit gar vielen seines Glaubens samt uns alten Katholiken im gleichen Pfeffer. Und deswegen braucht der Niklas gerade nicht gar so grob mit unsereinem zu sein!“

2. Spricht etwas lächelnd der Niklas: „Mein schätzbarster Freund Bardo! Nichts für ungut, so ich ein wenig zu hitzig geworden bin! Aber ich habe es wenigstens gut gemeint, was mir niemand leugnen kann. Sag mir, ob je ein eigentlicher römischer Katholik anders zu Gott betet, als um von Gott etwas zu bekommen? Ein jeder bittet um etwas anderes; aber Gott die Ehre zu geben, darum nur, weil Er als Gott das vollkommenste Wesen ist - Freund Bardo, meine Seligkeit gebe ich für einen Papisten, so er je aus uneigennütziger Absicht zu Gott gebetet hat. Bilde dir daher auf deine römisch-katholische Sanftmut nur nicht gar zu viel ein! Übrigens meine ich, dass es nun an der Zeit wäre, dem Rate des Freundes Bruno nachzukommen, denn des leeren Strohes hätten wir beide nun zur Genüge miteinander gedroschen!“

3. Spricht Bardo: „Das ist kein leeres Stroh! Verstehst du? Denn wenn man jemanden einen Esel, wenn auch umschrieben nennt, so ist das bei mir kein leeres Stroh!“

4. Spricht Niklas: „Was denn hernach? Wenn es dich denn gar so ärgert, weil ich dir ein wenig die Wahrheit gesagt habe, so sage mir dafür denn eine zurück und wir sind dann miteinander quitt! Schau, siehst denn du noch nicht ein, dass uns allen an Christus dem Herrn mehr gelegen sein muss als an unserer gegenseitig gekränkten Ehre? Was ist denn alle Ehre ohne Gott?! Daher, Freund Bardo, nun nichts mehr von derlei irdischen Dummheiten; sondern wir vereinigen uns alle nach dem Rat Brunos und bitten den Herrn Jesus um Licht, um Gnade und um Erbarmung! - Ich will den Vorbitter machen, und ihr bittet es mir laut und vom Grunde des Herzens nach. - Natürlich, so ihr es wollt!“ - Spricht Bardo: „Eh, warum soll ich denn gerade dir nachplappern? Ich werde doch etwa selbst auch imstande sein, eine Bitte zu formulieren!“ - Spricht Niklas: „Nur zu! Habe gar nichts dawider! Denn ein jeder muss es am allerbesten wissen, wo ihn der Schuh am meisten drückt! Ich aber werde nun einmal meine Bitte laut vortragen, und es stehe einem jeden frei, sich daran zu beteiligen oder nicht.“

5. Hier spricht die ganze Tausendgesellschaft: „Bitte du, Niklas, wir werden dir nachbitten!“

6. Spricht Bardo: „Ich aber werde doch allein für mich bitten, denn ich weiss schon warum.“ - Spricht Niklas: „Tue was du willst, aber wir bitten dich, dass du uns fürder nicht störst. Daher bitte in der Stille!“

7. Nach diesen Worten fällt es allen bis auf Bardo wie Schuppen von den Augen. Ich Selbst stehe unweit des grossen Ratstisches, um den noch die schon bekannte Gesellschaft versammelt ist, knapp vor Niklas. Alle getrauen sich kaum aufzuschauen und können sich über die Grösse und Pracht des Saales wie über die Frische und Schönheit der Gäste nicht genug verwundern.

8. In diesem Augenblick tritt auch Bruno in höchster Ehrfurcht vor Mich hin und spricht: „O Herr! Dir allein alle Liebe, Ehre und Anbetung! Als ein unnützester Knecht übergebe ich Dir diese Schar, die, wie ich überzeugt bin, nun ganz Dir im Herzen angehört.“

9. Rede Ich: „Sehr gut hast du es gemacht! Deine grosse Geduld und Demut haben dies nicht geringe Werk musterhaft zustande gebracht. Wahrlich, weil du bei deinem ersten Geschäft in Meinem Reich dich so meisterhaft benommen hast, sollst du bald über Grösseres gesetzt werden. Und dein Freund Niklas soll dir zur Seite stehen. Denn auch er hat gegen das Ende deiner Verhandlung mit dieser Tausendgesellschaft entschieden viel dazu beigetragen, dass sie nun, bis auf einen leichten Eigensinnler, vollkommen gerettet vor Mir, ihrem Gott, Herrn und Vater steht!

10. Wahrlich, keine Gewinnung der Geister ist segensreicher als die durch ein wahres Wort und eine weise Lehre! - Ihr habt allein durch Wort und Lehre diese Herde gewonnen, was vollkommen Meinem Willen und Meiner Ordnung gemäss ist. Daher ist diese Herde nun vollkommen frei und kein Wunderwerk hält ihr Herz gerichtet. Sie ist daher auch fähig, sogleich grössere Gnaden zu empfangen und das macht Mir wahrlich grosse Freude. Euer Lohn soll aber daher auch ein grosser sein!

11. Als alle die Früheren zu Mir kamen, hatten sie Hunger und Durst, denn sie konnten mehr nur durch wundersame Taten und Erscheinungen zu Mir gebracht werden. Euch aber hungert es nun nicht, und niemand, bis auf den Bardo, hat einen Durst. Der Grund davon ist, weil ihr alle allein dem Worte gefolgt seid. Und das ist recht, denn so ist es Mein Wille!

12. Gehet ihr beide, Bruno und Niklas, zu Robert hin, der wird euch neue Kleider geben. Ich Selbst aber werde den Bardo ergreifen und ihm geben, was er haben will - Süsses oder Bitteres!“

13. Niklas, ganz zerknirscht vor Liebe und Dank, möchte noch etwas reden. Aber Ich sage zu ihm: „Freund, du hast schon geredet, denn Ich verstehe Mich auf die Zunge des Herzens. Daher gehe nur mit Bruno getrost hin zu Robert! Im neuen Kleid werden wir dann noch vieles miteinander zu reden und zu schlichten bekommen. - Es sei!“


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