RBLUM-117

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-117 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 117 - Die Zweifler glauben nun, fürchten aber zum Teil den Gang zum Herrn. Zwiegespräch eines Kirchlichen und eines Freien. Humor im Geisterreich.


1. Spricht darauf der frühere Redner, der vor dem sogenannten Grobianus gesprochen hatte: „Ich und mein Nachredner sind von der Klarheit deiner Rede ganz durchdrungen. Die Wahrheit ist darin durchschlagend! Es wird auch unfehlbar so werden, wie du es nun in prophetischem Geist vorausgesagt hast. - So ist auch der Jude Jesus, der Christ, sicher das, was die gute Überlieferung von Ihm zeigt und was du von Ihm ausgesagt hast. Aber umso schwerer ist es nun für uns, dass wir uns an Ihn wenden. Denn wir sind allzumal grosse Sünder gewesen und haben Seiner göttlichen Lehre nicht geachtet! Wird Er uns nicht sogleich zurufen: ,Weichet von Mir, ihr Täter des Übels, Ich kenne euch nicht!‘“

2. Spricht der zweite Redner: „Wo denkst du schon wieder hin? Glaubst du denn im Ernst noch an Hölle und Fegfeuer? Nein, so etwas könnte mir nicht einmal im Traum einfallen. Christus wird doch um ein hübsches Stück weiser sein und auch besser als wir beide. Sag mir, könntest sogar du bei deiner Herzenshärte jemand in die jesuitische Hölle hinein verdammen, und das auf ewig, so es eine gäbe? Ich sage, da müsste man geradeswegs ein Teufel sein. Wie stellst du dir hernach aber Christus vor, wenn du Ihm so etwas zumuten kannst?“

3. Spricht der erste: „Du hast zwar wohl recht; aber weisst du, das sind auch Seine eigenen Worte, denen zufolge Hurer, Ehebrecher, Diebe, Mörder, Betrüger, Meineidige, Geizhälse und Hartherzige nicht ins Reich Gottes eingehen werden. - Es heisst: „Wer glaubt und getauft wird, der wird selig!“ Wir sind zwar wohl getauft worden, aber geglaubt haben wir nie etwas, ausser was wir mit Händen greifen konnten. Wir können also vor Christus mit gar nichts auftreten, das für uns nur einen günstigen Schein hätte. Er ist wohl unendlich gut, aber Er ist auch ebenso unendlich heilig und deshalb ebenso gerecht! Wie wir uns aber mit Seiner Gerechtigkeit zurechtfinden werden, das ist eine andere Frage!“

4. Spricht der zweite: „Aber hast du denn unsern Freund und Führer Bruno nicht reden gehört, wie die Sachen stehen? Er ist von Christus an uns abgesandt worden, um uns zu gewinnen und hinzuführen vor den Herrn! Er hat uns nun gewonnen, warum sollen wir noch Umstände machen? Das wissen wir alle, dass wir vor Gott keinen Schuss Pulver wert sind, aber so Er uns gnädig und barmherzig sein will, warum sollen wir uns spreizen wie eine Jungfrau auf einer Bauernhochzeit? Da heisst es mit beiden Händen zugreifen, wenn uns der grosse Herr der Himmel etwas geben will, und nicht allerlei jesuitische Bedenken tragen!“

5. Spricht der erste: „Aber wenn du nur um ein bisschen feiner wärest! Auf der Welt warst du stets so ein gerader Michel, wirst du etwa im Angesicht des Herrn und aller Seiner heiligen Freunde auch so reden? Da wirst du sicher beben wie das Laub der Espe bei einem grossen Sturm!“

6. Spricht der zweite: „O je, o je! Wie ich nun merke, steckt noch ein ganzes Jesuitenkollegium in dir! Hast du denn auf die klaren Worte Brunos nicht achtgegeben? Der hat die römische Betrügerei doch klar enthüllt, und du schwärmst noch wie ein sterbender Pater. Geh, lass dich nicht auslachen! Sieh, dem Freund Bruno wird schon ordentlich nicht gut, wenn er dich ansieht, weil du so ein blitzdummes Gesicht machst und darauf los redest, als wie ein Wiener Fiaker am Karfreitag, wenn die Liguorianer seine Pferde mit Weihbrunn besprengen. Schäme dich, hier im Geisterreich mit derlei Albernheiten zu kommen! Schau, Christus, der Herr, müsste dich gerade selbst auslachen, wenn Er dich mit diesem Gesicht sähe!“

7. Spricht der erste: „Freund! Ich bitte dich, bezähme deine grobe Zunge, sonst kommst du noch selbst in die Hölle! Denn es gibt eine Hölle, wie es einen Himmel gibt. Lege doch deiner Zunge ein bisschen einen Zaum an, sonst wirst du ohne weiteres verdammt!“ - Spricht der zweite: „Freund Bruno, sei so gut und tröste doch diesen Helden ein wenig, sonst erleben wir noch hier in der Geisterwelt das Malheur einer Hosenverunreinigung! Die Voranstalten dazu scheinen schon so ziemlich getroffen zu sein!“

8. Die ganze Gesellschaft gerät darüber ins Lachen und der erste Redner spricht: „Aber Freund Bruno! Ich bitte auch, diesem Verunglimpfer meines guten Namens sein weites Maul ein wenig zu stopfen. Denn was geht das ihn an, wenn ich ein Freund der Diener Gottes war? Lass ihn doch nicht solche Anspielungen machen, dass mich darob alle auszulachen anfangen!“

9. Spricht Bruno: „Sei gescheiter, dann wird dich niemand auslachen! Aber so du hier mit lauter jesuitischen Bedenken kommst und dadurch mein Werk an euch allen verzögerst, so hat Freund Niklas recht, wenn er dich ein wenig rippelt! Wer ist denn vor Gott gut und gerecht, und wer hat Verdienste vor Ihm, dem Allmächtigen? Hat Er denn nicht Selbst gesagt: ,So ihr alles getan habt, da müsset ihr noch sagen, dass ihr faule und unnütze Knechte waret?‘ Wenn Er aber so geredet hat, was urteilen wir denn, ob wir welche oder keine Verdienste vor Ihm haben? So Er uns aber gnädig und barmherzig sein will, was sollen wir uns denn da dagegen stemmen? O sieh, das ist eitel! Wir alle sind schlecht, und Gott allein ist gut! So Er uns aber nun etwas aus Seiner ewigen Güte heraus tun will, so ist es an uns, zu tun wie einst der Sünder Zachäus, als ihn der Herr vom Baum herabsteigen liess, in seinem Hause einkehrte und dann mit ihm das Mahl hielt. Und so tun denn auch wir, was einst Zachäus getan hat!“


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