RBLUM-111

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-111 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 111 - Bruno spürt noch immer Hunger und Durst. Winke über die himmlische Ordnung.


1. Bruno begibt sich sogleich zu Mir, nun mit einer weissen Faltentoga angetan, die mit roten Streifen verbrämt ist, und sagt: „Herr, ich armer Sünder danke Dir für diese unschätzbare Gnade, deren Du mich unverdient gewürdigt hast. Ich bin nun für meinen Teil überglücklich, nur verspüre ich noch ein bisschen Hunger und auch etwas weniges von einem Durst. Aber das macht nichts, denn die Seligkeit, die nun von Dir ausgehend mein ganzes Wesen durchströmt, lässt mich weder Hunger noch Durst empfinden. Ich bin nun selig, und mein Herz fühlt zum ersten Mal eine wahre, reine, himmlische Liebe zu Dir, o Herr, und auch zu allen diesen armen Brüdern und Schwestern. Oh, das ist eine Liebe, von der den schwachen Sterblichen wohl äusserst selten etwas in den Sinn kommen dürfte! Denn selbst die besten Menschen auf der Erde lieben sich selbst mehr als ihre besten Freunde. Um wieviel weniger werden sie dann erst ihre Feinde lieben? Was heisst auf der Welt aber noch Liebe! O du verfluchte Liebe!

2. So mächtig mein Herz nun von der reinen, himmlischen Liebe auch erfüllt ist, und wie sehr ich auch allen armen Sündern und Sünderinnen die vollste Vergebung ihrer Sünden von ganzer Seele wünsche, so fühle ich dennoch gegen gewissenlose Böcke nicht die geringste Erbarmung und hätte eine wahre Freude daran, sie so lange in der Hölle brennen zu sehen, bis sie ihre Geilheit bis zum letzten Tropfen würden abgebüsst haben. Ich wünsche wohl niemandem etwas Böses, aber den Bösen wünsche ich auch so lange nichts Gutes, als bis sie durch vollkommene Busse sich als würdig erwiesen haben. Wohl wird es auch unter diesen von mir hergebrachten Fischen einige faule Nattern und Schlangen geben, die sich auf der Welt mit raffinierter Unzucht sehr abgegeben haben; doch für sie bitte ich Dich dennoch um Gnade und Erbarmen, denn es sind darunter meistens solche, die nicht wussten, was sie taten. - Aber es gibt anderorts viele, die gar wohl wissen, was sie eigentlich tun. Für diese Lumpen bitte ich nicht, die sollen alle Schärfe Deines Gerichtes verkosten!“

3. Rede Ich: „Mein lieber Bruno, du verspürst noch einen Hunger und einen Durst! Weisst du auch, woher das kommt? Siehe, das kommt daher, weil in deinem Herzen noch ein kleiner Richter sitzt! Dieser Richter ist an und für sich zwar sehr billig und gerecht, aber er ist dennoch nicht in Meiner Ordnung!

4. Willst du ganz nach Meiner Ordnung sein, musst du auch diesen Richter aus deinem Herzen schaffen! Du wirst darauf ewig keinen Hunger und keinen Durst mehr empfinden. Denn siehe, Ich allein bin ein Richter, gut und gerecht in aller Fülle Meiner Macht und Kraft. Und dennoch richte Ich Selbst niemanden! Sondern ein jeder richtet sich selbst nach seiner Liebe. Ist diese rein und gut, so wird auch sein Gericht über ihn selbst gut sein; ist aber seine Liebe unlauter und schlecht, so wird desgleichen auch sein Gericht. Wenn Ich aber aus Meiner Macht und Kraft niemanden richte, um wieviel weniger darfst dann du erst jemanden richten.

5. Wie die Welt und wie diese Wiener beschaffen sind und welch ein Geist sie belebt, das weiss Ich am allerbesten. Sie haben sich gebettet ohne Mich, daher ruhen sie nun auch so, wie sie sich gebettet haben für Zeit und Ewigkeit. Sie übten allerlei Blutschande aus, daher ruhen sie nun auch auf blutigen Lagern. Wohl schreit dieses Blut vielfach um Rache zu Mir. Aber Ich will es dennoch nicht rächen, sondern lasse es einfach nur zu, dass sich die Blutschänder aller Art untereinander wie die Tiger zerfleischen und untereinander den Lohn geben, den sie sich gegenseitig verdient haben. Und das ist die Hölle im Vollmasse. Eine andere Hölle gibt es nirgends als diese nur, die aus der Selbstsucht im Herzen des Menschen sich von selbst gestaltet.

6. Wer sich selbst nicht verdammt, den verdammen auch wir nicht. Wer sich aber aus der argen Liebe seines Herzens selbst verdammt, der soll auch verdammt sein! Kurz und gut, einem jeden werde, was er selbst will. Und so ihm das wird, ist das wohl das höchste und vollendetste Recht, das jemandem zuteil werden kann. Es soll wohl von unserer Seite nie ermangeln, allen nach ihrer Fassungskraft den rechten Weg zu zeigen und sie durch eine rechte Belehrung zum Guten hinzulenken. Wollen sie den wandeln, wird es für sie gut sein. Wollen sie aber das durchaus nicht, so werde ihnen deswegen von uns aus keine Strafe zuteil, sondern nur das, was sie selbst wollen: sie haben dadurch des Gerichtes und der Strafe in Überfülle! Wollen sie sich aber mit der Zeit, durch ihre Leiden genötigt, wieder auf den guten Weg begeben, so sollen ihnen ewig nie hemmende Schranken in den Weg gelegt werden.

7. Siehe, das ist die wahre himmlische Ordnung der reinsten Liebe Meines Herzens! Diese Ordnung muss auch ganz die deine werden, so wirst du so vollkommen sein wie Ich Selbst und wirst nimmer irgendeine drückende Leere in deinen Eingeweiden verspüren. Auf diese Weise gesättigt und erleuchtet, wird es dir ein leichtes sein, allen diesen von dir Hierhergebrachten aus deiner eigenen Fülle überall zu helfen, wo immer sie irgendeiner Hilfe bedürfen. Du wirst sie sättigen und ihnen den Durst stillen. Die Nackten wirst du bekleiden, die Gefangenen frei machen. Die Traurigen wirst du trösten und die Elenden heilen; und den Blinden wirst du selbst so die Augen öffnen und die Tauben hören machen das Wort des Lebens. Nun wende dich wieder zu deinen Fischlein und öffne ihnen die Augen und die Ohren ihres Herzens für ewig!“


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