RBLUM-109

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-109 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 109 - Guter Eintrachtsgeist unter den Lichthungrigen. Das Heer von Weltblinden kommt vor den Herrn. Brunos Lebenserzählung.


1. Sagen darauf die ehemaligen Groller: „O unsertwegen habt ihr euch nicht zu genieren! Hier in dieser Welt hat ja ohnehin jeder Standesunterschied völlig aufgehört. Und Platz werden wir im unendlichen Raum hoffentlich auch haben. Und so könnt ihr mit uns ganz unbeirrt dorthin ziehen, wohin uns Freund Bruno führen will!“

2. Sagt darauf einer aus dem grossen Hintergrundshaufen: „So ein Wort lassen wir uns gefallen! Vor Gott ist alles gleich, Fürst und Bettler, Wolf und Lamm. Der Fürst darf nicht über den Bettler hinwegblicken, und der Wolf darf nimmer nach dem Blut des Lammes gieren. Sind wir unter uns quitt, so werden wir es auch vor Gott sein. Tragen wir auf unseren Schuldtafeln keine gegenseitig obligaten Noten, so werden wir sicher auch im grossen Buch des Lebens keine finden. Solltet ihr gegen uns irgend etwas haben, so löscht es für ewig von der Schuldtafel, gleichwie wir alles gelöscht haben, was immer wir dort gefunden haben!“

3. Spricht der Redner des Vorgrundes: „Sehr schön von euch! Was ihr tatet, das taten auch wir, und somit sind wir nun Freunde, Brüder und Schwestern! - Aber nun winkt uns Freund Bruno, und so wollen wir ihm ganz stumm folgen!“

4. Auf diese Worte erheben sich alle und folgen dem Bruno nach, wohin er heiteren Mutes voranzieht.

5. In wenigen Augenblicken mit der grossen Karawane bei Mir angelangt, sagt Bruno: „Herr, da wären sie alle, die jenes trübe Gemach gefangen hielt. Ich habe meinen Auftrag erfüllt, nun geschehe mit ihnen Dein heiliger und bester Wille! Blind sind sie alle. Gib ihnen daher das Licht, dass sie Dich sehen mögen, wie ich Dich nun sehe in aller Deiner Milde und Vaterliebe!“

6. Sagt einer aus der Gesellschaft: „Freund Bruno, sind wir denn schon am Ziel unserer kurzen Wanderschaft? Und mit wem hast denn du nun in die Geisterluft hinein geredet?“ - Spricht Bruno: „Wir sind nun vollkommen am Ziel! Und Der, zu dem ich nun geredet habe, ist der Herr, Gott Jehova, Jesus Zebaoth! Bittet Ihn um Licht, wie ich Ihn schon gebeten habe, so wird euch auch sogleich Licht werden; und ihr werdet Ihn dann ebenso sehen können, wie ich Ihn nun sehe!“

7. Spricht ein anderer aus der Gesellschaft: „Sage uns doch, ob wir uns nicht in dem grossen Saale befinden, von wo wir nachher wegen unserer Anmassung in jenes finstere Loch getrieben wurden, - und zwar von dem nie zu höflich gewesenen Sachsen Robert Blum?“

8. Spricht Bruno: „Ja, im selben Saale befindet ihr euch. Und der Bruder Robert ist nicht ferne von euch.“ - Spricht der Redner: „Da war ja auch, wie wir uns leise erinnern, der Herr Jesus zugegen, an den wir aber damals nicht glaubten. Damals sahen wir Ihn, warum können wir Ihn denn jetzt nicht sehen?“

9. Spricht Bruno: „Der Grund liegt einfach darin, dass ihr zu grob sinnlich geworden seid. Aus solcher Sinnlichkeit aber lässt sich durchaus nichts Geistiges wahrnehmen und begreifen, wie ich solches aus eigener Erfahrung weiss aus den verschiedenen Zuständen meines geistigen Lebens.

10. Als ich auf der Erde noch als zarter und gottesfürchtiger Knabe mich im Hause meiner frommen Eltern aufhielt, da hatte ich allerlei herrliche Gesichte. Ja es war mir manchmal, so ich mein Morgen- oder Abendgebet verrichtete, als umschwebten mich Engelsgestalten, die mich stärkten und in meiner Brust so ein himmlisches Gefühl erweckten, dass es mir dabei gar nicht selten vorkam, als befände ich mich schon in irgendeinem Eden Gottes. So hatte ich auch in dieser Lebensperiode oft wunderbar herrliche und bedeutungsreiche Träume, dass ich manchmal daraus sogar kommende Ereignisse für den Kreis unserer Verwandtschaft weissagte. - Als ich aber nachher als erwachsener Jüngling aus dem väterlichen Hause kam und stets mehr und mehr Geschmack an der Welt fand, war es mit meinen himmlischen Gesichten bald aus. Meine lustigen Freunde disputierten mir alles bei Butz und Stengel weg und machten mir meine Jugend lächerlich und fad, so dass ich mich am Ende derselben förmlich zu schämen anfing. Und so ging ich mit Riesenschritten in die lustige Welt über, wurde am Ende ganz grob materiell sinnlich und hatte von allen meinen herrlichen Knabengesichten kaum noch eine Erinnerung. - Erst in meiner letzten Zeit bekam ich manchmal gewisse Mahnungen, die ich aber leider auch nicht eher würdigte, als bis es wahrhaftig zu spät war. Nun erst sehe ich alles ein, wie alle diese Geschichten an mir sich bestätigt haben - und warum! - Aber hier lässt sich daraus freilich sehr wenig oder auch wohl gar nichts mehr machen; denn hier kommt es nun bloss darauf an, welche Beschaffenheit das arme Herz der Seele anzunehmen noch irgendeine schwache Fähigkeit besitzt. Ist es noch einer reineren Erkenntnis und eines besseren Willens fähig, so ist es gut für uns. Ist aber das Herz, wie man zu sagen pflegt, ein Luder, so ist alles dann ein Luder. Aus dieser getreuesten Beschreibung meines höchsteigenen miserablen Lebens, wie es sich entwickelte und gestaltete, könnt ihr alle nun überdeutlich abnehmen, woher es so ganz eigentlich kommt, dass ihr hier in geistiger Hinsicht noch völlig blind seid. - Wendet euch aber nun vollernstlich an den Herrn Jesus in euren Herzen, und bittet Ihn allein um das rechte Licht, und es wird und muss euch Licht werden!“

11. Die ganze grosse Gesellschaft denkt nun sehr darüber nach, und viele fangen an, ihre Hände an ihre Brust und an ihr Herz zu legen.


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