RBLUM-106

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-106 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 106 - Redeführer Bruno. Des Herrn kritische Gegenfragen. Brunos Demut ruft des Herrn Gnade herab.


1. Der Redeführer der dreissig tritt hervor, verneigt sich tief vor Mir und der ganzen Tischgesellschaft und spricht dann beherzt: „Herr, Schöpfer, Erhalter und Regent der ganzen Unendlichkeit! Wir stehen hier als vollste Nichtigkeiten vor Dir, der Du allein alles in allem bist, und erwarten von Dir Gnade und Barmherzigkeit! Nicht aber so, als hätten wir irgendein Recht darauf, da wir alle schwache und sogar gröbliche Sünder sind; sondern weil Du Gott als die reinste und vollkommenste Liebe bist, die sich für die gefallenen Sünder hat an das Kreuz heften lassen. Du allein bist die Stärke der Schwachen, der Heiland der Elenden, die Hilfe der Notleidenden! Du Selbst sagtest zu den Sündern: ,Kommet alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid, Ich will euch alle erquicken!‘

2. Und so sind denn auch wir nun vor Dir, vollbelastet von allen Beschwerden des Lebens. Nimm sie uns ab nach Deiner Erbarmung, o Herr! Wohl können wir Dir dafür nichts bieten als höchstens dreissig mit allerlei Sünden behaftete Herzen, die Dich über alles lieben möchten, so sie sich getrauten. Die wahre Liebe sucht nur das Herz, für alles andere ist sie blind.

3. So wollest denn Du, o Herr, mit uns verfahren! Sieh nicht auf unsere Taten, die allesamt schlecht sind. Sieh auf unsere Herzen, die, wennschon unlauter, dennoch nach Deinem heiligsten Vaterherzen gieren wie ein dürres Gras nach einem Tautropfen!“

4. Rede Ich: „Ja, Mein lieber Bruno, es ist alles recht gut, wahr und schön, was du nun geredet hast im Namen deiner Brüder und Schwestern. Aber in der Schrift steht geschrieben, dass Hurer und Ehebrecher in das Reich Gottes nicht eingehen werden! Ihr aber seid durch die Bank grobe Hurer und Ehebrecher und dabei voller Selbstsucht gewesen. Meine Gnade aber, die ihr wollt, ist das eigentliche Gottesreich. Es fragt sich daher, wie ihr im Einklang mit der Schrift Meiner Gnade und Erbarmung teilhaftig zu werden gedenket?“

5. Spricht Bruno: „O Herr, gestatte, dass ein Sünder vor Dir seinen Mund öffnen darf: Du wirst es ja keinem Sünder verwehren, Reue zu fühlen über seine Sünden und Dich um Gnade anzuflehen! Du hast ja trotz dieses schlimmen Richtertextes Deiner Heiligen Schrift dem Mörder am Kreuz Dein Reich nicht verschlossen, hast die Ehebrecherin im Tempel nicht gerichtet, auch die Magdalena nicht, und kehrtest ins Haus des Zachäus ein. Ebenso hast Du auch nun hier so manche schon beseligt durch Deine Gnade, die Dir doch auch nicht mehr tun konnten als wir. O so sei auch mit uns nicht härter!“

6. Rede Ich: „Ja, ja, aber alle diese waren nicht gar so grobe Sünder wie ihr!“

7. Spricht Bruno: „O Herr! Was kann wohl vor Dir gross oder klein sein, ob Sünde oder Tugend? Du allein bist gross und gut, alles andere aber ist nichts vor Dir! O Herr, der Du für Panther, Löwen, Hyänen und Tiger sorgst, die doch böse Tiere sind, sorge denn auch für uns, wenigstens nach dem Masse wie für diese Tiere!“

8. Ich winke hier dem Robert, mit Wein und Brot zu kommen. Bruno schaut erstaunt dem Robert entgegen, weiss aber noch nicht, was das bedeuten soll.


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