RBLUM-101

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-101 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 101 - Törichter Trotz des verblendeten Dismas. Scharfe Urteile seiner wahren Freunde.


1. Hier wendet sich Dismas an Robert Blum und sagt: „Lieber, schätzbarster Freund, wie ich es mir gedacht habe, so ist es auch! Mit diesem Jesus ist nichts zu reden und nichts zu machen. Je mehr man sich vor Ihm beugt und demütigt, desto schroffer und unzugänglicher wird Er. Die Folge davon ist, dass man sich von Ihm entfernen muss und nach aller Möglichkeit zu trachten anfängt, dieses elende Leben los zu werden, um das man nie einen Gott gebeten hat! Denn bei solcher Drangsalierung pfeife ich auf ein solch verfluchtes Leben, das bloss zum Vergnügen einer göttlichen Stechfliege da sein soll! Wohl sehe ich ein, dass meine Ohnmacht gegen die göttliche Allmacht ewig nichts wird auszurichten vermögen. Aber danken werde ich der göttlichen Tyrannei wohl auch ewig nimmer für ein solches Sauteufelsleben!

2. Bin ich dem Herrn doch so unterwürfig als nur immer möglich gekommen und glaubte, dass Er mich doch soweit glimpflich aufnehmen werde wie diese Lerchenfelderin. Aber welch ein Unterschied ist da zwischen ihr und mir: Sie wird behandelt wie ein Engel und ich wie ein Verdammter. Und doch war sie so gut eine Hure wie ich ein Hurenlump. Wer bei solcher Handlung nicht in der Gottheit eine launenhafte Willkür ersieht, der muss keine Augen im Kopfe haben. Auf der verfluchten Erde ist man ein Sklave seines Fleisches und hier ein allerelendstes Scheusal! Und für so ein sauberes Leben soll man etwa gar noch Gott danken? Wann in allen Teufelsnamen habe ich denn je Gott gebeten, mir ein Leben zu geben? Wo sind denn die ewigen Kontraktsbedingungen, unter denen mich die Gottheit zu einem selbständigen Wesen gestaltete?

3. Die Gottheit hat mich geschaffen, wie ich bin, und hat mir erst nachträglich Gesetze gegeben, die ich bewusst nicht halten konnte, weil meine ganze Natur dazu nicht eingerichtet war! Und nun soll ich dafür ewig zur Unterhaltung des göttlichen Mutwillens geplagt werden, weil ich zufolge meiner Natur nicht so handeln konnte, wie es Seiner Laune angenehm wäre? Kurz und gut, nun ist mir Gott und Teufel ein Ding! Das Mächtige spielt mit der Ohnmacht wie die Katze mit der Maus! Und geradeso handelt die Gottheit mit den Menschen. Ein schönes Los, ein Mensch zu sein! - Aber nun ist mir schon alles eins! Wo ist der Sauwinkel, da ich ewig von einer Stechfliege soll gepeinigt werden? Ich werde mich sogleich dahin begeben, und der allergerechteste Herr Jesus kann dann ein oder tausend Moskitos über mich senden. Meine Dankbarkeit dafür soll unbegrenzt sein! Die Gerechtigkeit Gottes sucht in der tyrannischsten Willkür ihresgleichen! Aber solange ich noch eines freien Gedankens fähig bin, will ich ihr einen Kritiker machen, dass ihr die Augen übergehen. Und je mehr sie mich plagen wird, desto ärger werde ich schreien wider sie! Und nun in den Dreckwinkel hin mit mir, damit ich desto eher aus allen Kräften zu fluchen Gelegenheit bekomme!“

4. Spricht Robert: „Freund, bei solcher Sprache kann ich mit dir nicht weiter reden! Der Herr, gegen den du zu Felde ziehst, wird dir die Antwort geben! Wir Geister Seiner Gnade haben das Recht, die verirrten Seelen durch die Liebe und göttliche Weisheit für das wahre, ewige Leben zu gewinnen und sie vor des Herrn Angesicht zu führen, dessen reinstes Licht sie dann durchleuchtet und wahrhaftig erweckt zum ewig freiesten Leben aus und in Ihm. - Aber so irgendeine von uns schwächeren Geistern gewonnene Seele ein barster Teufel ist, haben wir kein Recht mehr, uns weiter mit ihr einzulassen. Erwarte daher von mir nichts mehr, sondern der Herr wird dir geben nach deinem Verdienste!“

5. Hier wendet sich Robert von Dismas ab und geht zu seinen Freunden hin, die voll Ärgere sich über die Frechheit des Dismas nicht genug verwundern können! Die Verwandten schlagen ein Kreuz ums andere und sind voll Entsetzen über diese Verstocktheit. Die anwesenden Apostel werden voll bitteren Ernstes und die Väter der Erde erschauern vor diesem Sohne des Greuels. Und Helena brennt voll Grimm gegen dieses Scheusal, wie sie ihn benennt.

6. Der biedere Max Olaf schlägt mit Tränen in den Augen die Hände zusammen und sagt: „O Gott, o Gott! Ist es denn möglich, dass aus einem Menschen, der in der Schrift bestens bewandert war, durch die pure Fleischlust so ein allerfrechster Teufel werden kann! Wer könnte das je glauben? Nein, Gott vor sich zu haben, seine eigene Nichtigkeit einzusehen und solch eine Sprache zu führen! O Jesus, Du heiligster, liebevollster, wahrhaftigster, bester Vater! Mir zerspringt das Herz vor Gram, dass Du von einem elendsten Wurm des Staubes so schändlichst verkannt und allertiefst beleidigt wirst - hier vor uns, Deinen begnadigten Kindern! O Herr, Vater Jesus, räche Dich doch an diesem Elenden! Denn er tritt Deine sichtbare Gnade, die Du ihm erteilen willst, mit echt satanischen Füssen und getraut sich hier, Dir ins Angesicht zu trotzen!“

7. Die gewisse Mariandl schlägt sieben Kreuze über ihre Stirne, Mund und Brust und spricht dann, noch immer im Wiener Dialekt, zu dem oben genannten Franz, dessen Augen auch grösser und grösser werden: „No host ihn ghört!? O der höllische Sausakra! Na, hot aber so was amol a menschliche Seel gsehn und ghört? I bin a a grosse Sünderin und woass es a recht guat, dass i nix als d' Höll verdient hob. Aber i möcht hietzt grod zerfliessen vor Lieb zum Herrn Herrgott Jesus, weil Er holt goar so guat is. Und i wär auf der Welt a nit gar a so grosse Sündrin wordn, wann i nur a bissel a bessre Erziehung ghabt hätt! Aber der höllische Sausakra hot di besti Erziehung ghobt und immer d' Heilige Schrift glesen und andri geistliche Bücher a no dazu, so dass seine Freund gmoant hobn, er miasst von Mund auf schnurgrod ins Himmelreich aufifohrn! Aber hietzt zoagt sich, was für a höllischer Sausakra von an Schriftgelehrten er woar. - Do hobn mer hietzt seine wohre Natur! Na woart, in der Höll werden's dir schon sagen, was du wert bist! Na, mit unsern liebsten Herrgott so z'reden, dos hot die Welt no nit gsehn!“

8. Spricht der Franz: „Ja wohl, i moan, dös brächt der allerärgste Teufl nit zwegen! Wann dös Luadr nöt in die Höll kummt, so wird noch der ärgste Teufl selig! Du woasst, i bin sonst a guater Kerl und winsch kan Hund wos Schlechts. Aber dös Vieh kunt i in dr Höll broten sehn, und mir kummet ka Erbarmnis über'n an! Aber i moan, dem wird unser liaber Herrgott schon sogn, wieviel's hietzt für ihn gschlogn hot!“

9. Spricht darauf noch ein anderer Freund des Franz: „Du Franz, wie war's denn etwa, wann wir beidi den Limmel unsern liaben Herrgott z'liab packeten und frisch von der Leber weg hinausworfaten und draussen so recht obdreschaten, doss er auf a holbi Ewigkeit gnua hätt?“

10. Spricht der Franz: „Wann unser liabster Herrgott nix dagegn hätt, do loss i mir so was nit zwamol sogn! Denn a Gift hob i auf dös Luadr schon so, doss i ihn in klane Stickl z'reissen kunnt! Aber sei du hietzt nur ruhig! Wia's mir vorkummt, so is der liabi Herrgott a schon gricht, dös Luadr von aner Spitzbubnseel just in d' Höll z'schicken!“


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