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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-10 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 10 - Gute Gedanken über Jesus. Der Glaube an die Unsterblichkeit und an einen Gott der Liebe wächst.


1. Spricht Robert weiter: „Dieser weiseste Lehrer der Völker ward gleich mir aus dem Schosse dürftiger Eltern zur Welt geboren. Er muss sich höchstwahrscheinlich nur mühsam unter allen möglichen Entbehrungen auf den Standpunkt der höchsten moralischen Weisheit gehoben haben, wobei er sich seitens der verschrobenen jüdischen Priesterherrschaft sein ganzes Leben hindurch auch noch manche Verfolgungen hat gefallen lassen müssen. Es musste für ihn enorm schwer gewesen sein, sich unter den hartnäckigsten Mosaisten und Aaroniten, in deren Köpfen und Herzen eine finstere Nacht zu Hause war, zu solcher Weisheit emporzuschwingen.

2. Wahrscheinlich ist er einmal als armer Teufel entweder mit seinen ebenso armen Eltern oder mit einer andern Karawane nach Ägypten gekommen und hat dort durch seine angeborenen Talente die Aufmerksamkeit irgendeines grossen Weisen auf sich gezogen. Der nahm ihn dann in seine Schule und weihte ihn in alle Geheimnisse der tiefsten Weisheit ein, mittels deren weiser Anwendung er dann bei seinen dümmsten Landsleuten die grösste Sensation erregen musste. Oder er kam in die Schule der Essäer, die damals die Quintessenz aller Weisheit besassen. Wodurch er dann natürlich auch vor den blinden Juden nahe als ein Gott dastehen musste, der armen Menschheit zum grössten Troste, wennschon der überreichen und hochmütigen Priesterschaft zum grössten Arger!

3. Es lacht mir noch jetzt das Herz, wenn ich daran denke, wie er bei den verschiedensten Anlässen die gesamte hohe Priesterschaft manchmal auf eine Art zurechtgewiesen hat, dass sie darob nicht selten vor Ärger hätte zerbersten mögen. Leider ward er am Ende ein Opfer seines zu grossen Mutes und der allzu tückischen Niederträchtigkeit der mit Gold und Edelsteinen verbrämten Tempelbestien.

4. Aber - erging es mir etwa besser? O nein! Auch ich bin ein Märtyrer für meine edelsten Bestrebungen geworden. Ich wollte die Menschheit von den alten Sklavenketten befreien, und mein Lohn dafür war der schnödeste Tod. Es ist wahrlich rein des Teufels um die gesamte Menschheit! Ihre grössten Freunde tötet sie, und ihren abgefeimtesten Feinden bringt sie Triumphzüge unter Musik- und Fackelglanz!

5. Aber nun bin ich von allem erlöst, und zwar mit dem überzeugenden Bewusstsein, dass es allen grossen Völkerwohltätern nicht um ein Haar besser ergangen ist als mir, der ich trotz meines guten Willens doch noch lange kein Jesus bin!“

6. Bei der Nennung dieses Namens fährt schon wieder ein mächtiger Blitz, und zwar diesmal sehr nahe an Robert vorüber. Er hinterlässt nun schon eine Art Abenddämmerung wie auch gegen Abend hin etwas von einer dunstigen Gegend, so dass unser Mann nun seine ganze Form recht gut erkennen kann, ohne dabei seinen freiesten Zustand in der Luft zu verlassen.

7. Obschon ihn der Blitz auch diesmal sehr überrascht, so erschrickt er nicht mehr davor, sondern fängt sogleich mit Ruhe darüber nachzudenken an und spricht bei sich: „Wahrlich, im höchsten Grade merkwürdig! Nun fuhr der Blitz mir ja sozusagen durch den Leib, und ich empfand dabei nichts als zum ersten Mal ein ganz überaus wohltuendes Lüfterl und fühle mich nun darauf ganz aussergewöhnlich gestärkt! Und sein noch stärkerer Lichtschimmer tut meinem Herzen und meinen Augen um so mehr wohl. Auch darf ich, wie mir vorkommt, gegen Abend eine Art sehr dunstiger Gegend erschauen, - was mich um so mehr überzeugt, dass ich ernstlich in der freien Luft schwebe. Auch kann ich nun meine Füsse, Hände, und auch meine Kleidung, wie ich sie am Richtplatz anhatte, gut ausnehmen.

8. Oh, wer auf der Erde würde nicht über Hals und Kopf zu lachen anfangen, wenn man ihm sagte, dass nach dem Abfall des Leibes nicht nur die Seele unter der früheren irdischen Menschengestalt, sondern auch im vollsten Ernste des Leibes Kleidung unsterblich ist!?

9. Der grosse Shakespeare hatte wahrlich recht, da er sagte: ,Zwischen Mond und Sonne geschehen Dinge, von denen sich die menschliche Weisheit noch nie etwas hat träumen lassen.‘ Und zu diesen Dingen gehört die Unsterblichkeit irdischer Leibeskleidungen! Dabei scheint eine ganz sonderbare Fügung obzuwalten, gerade mein Siegeskleid, das Kleid der höchsten Schande in den Augen meiner Feinde, wurde mit mir erhöht zur höchsten Freiheit! Ja, das kann nur ein liebevollster und gerechtester Gott so fügen! - Nun glaube ich aber auch, dass es einen wahrhaftigen Gott gibt, der es ewig nicht nötig hat, erst bei Hegel und Strauss anzufragen, ob Er da sein darf und kann.

10. Sonderbar aber kommt es mir doch vor, dass es, sooft ich den Namen des grossen Morgenländers nannte, ebensooft geblitzt hat! Sollte etwa auch an seiner mehr als menschlichen Gottessohnschaft doch im Ernst etwas Wahres sein?

11. Wenn Röcke sogar unsterblich sind, da kann es mit Jesus - aha, hat richtig wieder geblitzt, und das stärker nun als die früheren Male! - Sonderbar!!“


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