Lebensgeheimnisse Kapitel 22, Menschliches Leben

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Menschliches Leben


Gottfried Mayerhofer, am 14.1.1875


So spricht der Herr:

1. Schon oft drang bis zu Mir der Klageton eines Menschen, der Mich der Ungerechtigkeit, der Härte beschuldigte, weil sein Leben und die dasselbe bestimmenden Ereignisse nicht so ausfielen, wie er es glaubte, hoffte oder wünschte.

2. Schon oft hörte Ich das Flehen einer gedrückten, mit allem Elend des menschlichen Lebens kämpfenden Seele, wenn sie ausrief, im Drange ihres höchsten Schmerzes: "Aber Vater und Herr, was habe ich denn verschuldet, dass Du mich mit allen möglichen Drangsalen verfolgst, während Du andern das Glück in Fülle in den Schoss schüttest, ohne dass sie wissen, warum sie eigentlich es verdient haben!"

3. So und auf tausenderlei Arten werden Klagen gegen Meine Gerechtigkeit, gegen Meine Worte, dass Ich die Liebe sei und nicht strafen könne, und weitere Klagen geführt; gegen Mich als unerbittlichen Richter, als strengen, aber nicht liebenden Vater Beschuldigungen erhoben, die dem Anschein nach oft sogar nach menschlichen Begriffen gerechtfertigt erscheinen.

4. Um nun alle diese Klagen und Beschuldigungen ins rechte Licht zu stellen und auch noch die Frage zu erörtern, warum es in der menschlichen Gesellschaft so viele verschiedene Stände, Professionen (Berufe) und Gewerbe gibt, warum es im menschlichen Gemüt so verschiedene Neigungen zu einem oder dem andern Lebensberuf gibt, will Ich euch, nachdem Ich oft genug das geistige Leben nach dem Tod euch erklärt habe, auch diese Fragen des euch am nächsten liegenden menschlichen Lebens lösen, damit ihr erstens doch einmal aufhört, Mich zu beschuldigen, und zweitens, damit ihr einsehen lernt, zu was das menschliche Leben da ist, gerade so wie es ist, und nicht, wie ihr es euch konstruieren möchtet.

5. Stets hat den Menschen das am meisten zu Forschungen angeregt, was er am wenigsten begreifen konnte; er verwendete dort Zeit und Mühe aufzuklären aus dem Suchen in der Ferne, was eigentlich seine Lösung in seiner nächsten Nähe gefunden hätte.

6. Und so ist es auch im menschlichen Beisammenleben, in den wechselseitigen Verbindungen der Menschen zueinander, wo Verhältnisse entstanden sind, die zwar Ich nicht gemacht, wohl aber vorausgesehen und zugelassen habe, jedoch stets mit dem Vorbehalt, alles zu Meinen grossen Schöpfungs-Zwecken zu benützen!

7. Ehe Ich aber auf die Erklärung der oben angeführten Klagen und Fragen eingehen kann, muss Ich weiter ausholend erst euch wieder Dinge näher ans geistige Auge rücken, welche ihr bis jetzt nur einseitig, das heisst menschlich betrachtet habt, und wo immer noch menschliche Vorurteile bei deren Beurteilung den Ausschlag geben.

8. Bevor wir also den Menschen in seinem Verhältnis zu seinem Nächsten oder Mitmenschen betrachten, müssen wir vorerst fragen: "Was ist eigentlich der Mensch, aus was besteht er denn, und was ist seine Mission auf diesem Erdball?"

9. Dieses vorerst klar begriffen, wird uns dann schon zu einer näheren Beleuchtung der sozialen Verhältnisse des menschlichen Geschlechts behilflich sein! -

10. Sehet, der Mensch besteht, wie ihr wisst, aus drei Dingen, nämlich aus Körper, Seele und Geist.

11. Nun, diese drei Dinge habt ihr alle im allgemeinen so aufgefasst, dass ihr sagt: "Der Körper ist Materie, die Seele ist dem materiell geistig Gebundenen vom Fall des einen grossen Geistes entnommen, und der Geist ist ein göttlicher Funke, der die Seele erheben, vergeistigen und dann diese ebenfalls durch ihre Verfeinerung auch die Elemente des materiellen Körpers auf eine höhere Stufe bringen soll, damit alles nach und nach seinen Stufengang der Vervollkommnung gehen kann, wie es im grossen Schöpfungszweck voraus schon bestimmt war."

12. Hier in diesen Schlüssen liegt schon der erste irrtümliche Begriff, da ihr nur euren Geist als göttlichen Funken annehmt, der alles veredeln solle, während, hättet ihr nicht immer (oft unbewusst) aristokratische Ideen, welche ihr auf Meine Person anwenden wollt, ihr leicht einsehen und begreifen würdet, dass alles, was geschaffen ist, im Grunde göttlich ist und unendlich sein muss, weil es von Mir abstammt, von Mir ausgegangen ist und zu Mir zurückkehren muss!

13. Der Körper als materielles Werkzeug während eurer Lebensdauer besteht ebenso gut aus den edelsten, erhabensten Elementen Meines geistigen Ichs wie Seele und Geist, nur sind diese Elemente in Materie gebunden gezwungen, nur so sich zu äussern, wie es ihre momentane Organisation erlaubt.

14. Diese feinsten geistigen Elemente, welche die Körper schon im Mutterleibe aufbauen helfen, ringen ebenfalls nach Vervollkommnung, nach Vollendung, prägen ihre Tendenz in der Form des Körpers aus, soweit eine plastische Form ein geistiges Prinzip ausdrücken kann, suchen durch den an sie gestellten Beruf im menschlichen Leben das zu ergänzen, was höhere, göttliche Elemente in der Seele, im Geiste dann weiterführen werden.

15. Sie sind die Handlanger, Mitarbeiter zum grossen geistigen Bau einer vollendeten göttlichen Idee, ebenso wie kein Architekt ein Haus allein bauen kann, sondern tausend Hände braucht; die aber, wohlbemerkt, nicht maschinenmässig, sondern ebenfalls wieder, durch andere Intelligenzen geleitet, den ganzen Bau ausführen helfen.

16. So wirken im Menschen, so in allem Geschaffenen, im starren Steine, im vegetierenden Pflanzen und im sich selbst bewussten Tierreich stets die Formen bildenden Kräfte, tragen zur Veredelung, zur Verfeinerung des Ganzen bei, während die Art und Gattung noch tausend anderen, verschiedenen Einflüssen unterworfen ist, wo die ursprünglich in sie gelegten Fähigkeiten nicht zur Vollendung gedeihen können, weswegen auch überall, trotz des gemeinsamen Geschlechtes und derselben Abkunft, doch wieder ebensoviele verschiedene Resultate entstehen, als Geschaffenes im ganzen Weltraum besteht.

17. Die Seele, als Ableger oder Abkömmling eines grossen gefallenen Lichtbringers, musste vorerst eine ihr angemessene Umkleidung und ferner ein ihr verliehenes höheres, geistiges Prinzip besitzen, welches sie antreibt, ihre Ausbildung nicht allein hier zu vollenden, sondern noch nach Ablegung jeder irdischen Hülle als Basis für eine geistige Welt zu dienen.

18. So ist die Seele des letzten Infusionstierchens wie die des Menschen stets angetrieben, vorerst ihren Lebenszweck hier zu erfüllen, in dem Masse, als die Umkleidung sie dazu befähigt und ein unbewusstes Geistiges, welches ihr unter dem Namen "Instinkt" oder "die Natur" bezeichnet, ihr den Weg zur Vervollkommnung in anderen Formen und andern Verhältnissen anbahnt.

19. Der Geist beim Menschen ist ebenso der nämliche wie beim letzten Stein, nur hat er dort eine geordnetere Organisation vor sich, die seiner eigentlichen Wirkungssphäre nicht so widerstrebt, sondern sogar all seinen Bestrebungen zu folgen geschaffen ist.

20. Es ist also nicht ein geistiger Funke Meines Ich, welchen Ich dem Menschen allein gegeben haben soll, sondern es ist in allem nur göttlicher Funke, und nur dort ein dem Geistigen sich mehr anpassender Leib, welcher der grössten Ausdehnung der geistigen Kräfte ganz entspricht.

21. Sehet, eine einförmige Gegend, ein monotones Leben zeigt euch schon genug, dass "Leben" nur besteht, wo Abwechslung, wo Verschiedenheit ist; denn eben durch das, dass nicht alles auf gleicher Stufe steht, nicht alles in gleichem Schritt fortschreitet, ist (durch) das Leben als anregendes Streben das zu erreichen, was zwar allen bestimmt ist, nicht aber auf jede Art erlangt werden kann!

22. Verschiedenheit ist die Basis des Lebens. Verschieden sind die Welten, verschieden ihre Geschöpfe und verschieden sogar der Weg, den sie zur Vervollkommnung durchgehen müssen. Ohne diese Verschiedenheit wäre kein Leben, kein Bewegen, kein Fortschritt. Nur so, mit dem Keim aus sich stets Neues aber Höheres zu gestalten, konnte eine Schöpfung in die Wirklichkeit gesetzt werden, eine Schöpfung, die erstens ihrem Schöpfer Ehre macht, und auch wie Er eben den Keim der Unendlichkeit in sich tragen kann.

23. So müsst ihr diese ganze sicht- und unsichtbare Welt auffassen, vom feinsten Atom im Weltenraum bis zu Meinem grossen Geisterreich, wenn ihr je begreifen wollt, warum Ich denn das alles und warum Ich es so und nichts anders geschaffen habe.

24. Bei Mir ist nicht annehmbar, dass Verbesserungen, Reparaturen oder Modifikationen je eintreten können; denn sie setzen Fehler, falsche Schlüsse voraus, die bei einem Gott nicht möglich sind.

25. Daher weg mit euren menschlich beschränkten Ideen! Die Welt ist so, wie Ich sie euch beschreibe, wo Ich beinahe tagtäglich ein Schöpfungsgeheimnis ums andere euch aufdecke und erkläre, damit ihr doch einmal einsehen lernt, dass euer Lebenszweck ein ganz anderer ist, als wie ihr ihn herauskonstruieren und auch noch dazu die Mittel so eingerichtet haben möchtet, wie es eurer leiblichen, aber nicht der geistigen Natur und Bestimmung am meisten passen sollte!

26. Ihr seht also, Körper, Seele und Geist sind Träger Meines göttlichen Funkens, und wie in denselben und durch dieselben die Ausdrucksweise verschieden ebenfalls die Menschen wieder verschieden macht, ebenso musste auch bei grösserem Zusammenleben der Menschen diese Verschiedenheit der Fähigkeiten auch verschiedene Berufsgeschäfte hervorrufen, welche sodann im ganzen zum gemeinsamen Leben nötig, in sich jedoch verschiedenartig gestaltet werden mussten.

27. Schon in einem andern Wort sagte Ich euch, dass alles, was geschaffen ist, von den ersten geistigen Atomen an verschiedenes in sich aufnehmend, ebenfalls auch verschiedenartige Äusserungen haben muss.

28. Beim Menschen, der aus allen Elementen seiner Erde zusammengesetzt, als letztes Glied oder "Kompendium" des ganzen Erdballs dasteht, musste diese Vielfältigkeit alles Geistigen noch mehr hervortreten, weil er in der Art der Mitteilung seiner Gedanken und Ideen höher stehend als alles andere, auch die Fähigkeit besitzt, sein Geistiges durchleuchten zu lassen und es verwerten zu können; woher auch die Neigungen zu einer oder der andern Beschäftigung teils durch die Eindrücke der ersten Jugendzeit, teils durch die vorherrschenden Elemente bei der Zeugung als angeerbtes geistiges Gut natürlich ihren Einfluss ausüben und auch im Leben sich geltend machen mussten, was gerade da am meisten geschah, wo die grössten Hindernisse zu deren Befriedigung sich entgegensetzten.

29. So entstand mit den wachsenden Bedürfnissen der Menschen, analog mit dem Streben der Bequemlichkeit und dem Drang der Leidenschaften, eine Menge Gewerbe, um dem Menschen sein materielles Leben so angenehm wie möglich zu machen.

30. Dieses Bedürfnis erweckte in den Menschen die Liebe zu einzelnen Kunsterzeugnissen, welche die andern wieder veranlassten, um eben gemütlich zu leben, ein jeder nach seiner Anschauungsweise sich der Anfertigung des Verlangten zu unterziehen.

31. So entwickelte sich sodann nach und nach der Wettstreit der Bestbefähigten, und aus diesen entstand endlich die verschiedenartigste Klassifikation aller Stände, wo einer mittels des andern gewinnen und gemütlich lebend nur seinen Leidenschaften frönen wollte.

32. Dass bei diesem Wettstreit Übelstände durch die Eifersucht, grössere Befähigung, guten oder bösen Willen, überhaupt durch den Drang aller menschlichen Leidenschaften (Missverhältnisse) entstanden, dass diese wieder auf das soziale Leben der einzelnen einwirkten, wo zwischen Not und Überfluss stets kämpfend und ringend eure ganze jetzige menschliche Gesellschaft herauswuchs, das ist leicht einzusehen, denn nur das zeitliche Leben veranlasste solche Zustände. Nach den moralischen Gesetzen könnte der Niedrigste wie der Höchstgestellte auf Erden von den gleichen Grundsätzen beseelt sein, da die Moral und Meine göttlichen zwei Gesetze für Bauer und König gleich sind.

33. Allein eben weil die göttlichen Gesetze, höher stehend als die irdischen, keinem Wechsel unterliegen, keine verschiedene Deutung zulassen, ebendeswegen sind die aus dem sozialen Leben entstandenen Missverhältnisse oft die Ursache, warum die Menschen Mich dann anklagen, so sie wohlverstanden selbst im allgemeinen daran schuld sind.

34. Es ist wohl richtig, dass das Bauernkind ebenso viele menschliche Rechte besitzt wie ein schon in der Wiege gekrönter Prinz, vor Mir sind beide gleich, jedoch die Fähigkeiten, die in dem einen schlummern, sind oft sehr verschieden von denen des andern, und ein jeder bringt schon ein grosses Stück seiner späteren zu durchlebenden Laufbahn mit auf die Welt, als ererbtes Gut seiner Eltern, wo dann noch das eigene dazukommen wird, um den Besitz entweder zu vergrössern, oder zu verkleinern.

35. Verschieden sind alle geschaffenen Wesen, verschiedenartig ihre zu gehenden Wege, und ebendeswegen auch verschieden die anscheinliche "Glücks- oder Unglücks-Bahn", die sie verschuldet oder unverschuldet durchlaufen müssen.

36. Wäre nicht hinter diesem materiellen Leben ein grosses geistiges, wäre nicht das moralisch Göttliche Meines Ichs, was allem innewohnt; schon längst wäre die menschliche Natur zum Tier und unter dasselbe herabgesunken, indem der Mensch, stets nur seinen Leidenschaften frönend, alles auf der Erde zu deren Befriedigung ausbeuten möchte.

37. Allein eben weil das Materielle nur zeitlich und oft nur momentan beglücken kann, weil rohe und finster gewordene geistige Elemente nicht mit hohen, feinen sich vereinigen können, und deswegen alles weltliche Glück von kurzer Dauer ist, so ist es die notwendige Folge, dass erstens der Mensch durch Tausende von Missverhältnissen gedrängt, doch einsehen lernt: "Die materielle Welt genügt nicht, es muss eine andere geben!" - Und nachdem er doch trotz allen Leugnens am Ende auch gestehen muss:

38. "Es muss doch einen Jemand geben, Der diese sichtbare sowie die geahnte unsichtbare Welt erschaffen hat", so dass er gezwungen wird, sich einen Gott zu schaffen, wenn er seinen inneren Drang stillen will, da bei Misszuständen kein weltliches Ding Ersatz geben kann, da der Mensch ein geistiges Produkt und nur auf kurze Zeit in materielle Hülle eingekleidet wurde, um darin als Prüfungsleben das an ihm haftende Gröbere abzustreifen, um höherem Geistigen entgegenzugehen.

39. Alles, was ihr seht, hat geistigen Grund, hat höhere Tendenzen (Ziele) als bloss das flüchtige Leben; eben darum müsst ihr auch alles vom geistigen Standpunkte aus betrachten. Die Jammertöne, welche bis zu Mir erschallen wegen Plagen und Unglücksfällen, zeugen nur von Unkenntnis der menschlichen Verhältnisse, von nicht geregelter Auffassung, inwieweit Materielles, wenn man ihm zu sehr huldigt, nur geistiges Übel hervorrufen kann und muss.

40. Den Trost, dass hinter diesem materiellen Leben ein geistiges ist, haben viele Menschen sich selbst geraubt, weil sie wieder Menschen glaubten, statt Mir, der Ich es sogar für gut fand, auf diesen Erdball Selbst herabsteigend, auch im allgemeinen Rettungs-Prozesse sie nicht zu vergessen.

41. Wenn also Klagen und Vorwürfe kommen, wo Meine Regierung bekrittelt wird, so zeigt es klar, auf welch schwachen Füssen die Ansicht von der Welt, wie sie eigentlich ist, steht.

42. Alle können nicht in gleichen Verhältnissen geboren, alle können nicht mit gleichen Talenten ausgestattet werden; es muss Verschiedenheit herrschen, da eben in der Verschiedenheit das Leben und der Fortschritt liegt!

43. Nebenbei kommt noch dazu, dass auf eurer Erde viele Geister aus anderen Welten die Prüfungsschule zu Erreichung Meiner Kindschaft durchmachen wollen, welche natürlich nicht ohne Mitgabe aus jenen Welten hier ankommen und manchmal für das eine oder andere eine gewisse Vorliebe haben, ungeahnt, dass es einst in besseren und feineren Organisationen von ihnen ausgeübt wurde.

44. Diese, und deren gibt es viele, werden es einst schon erfahren und erklärt finden, warum so mancher geistige, ihnen unbewusste Drang sie stets zu der oder jener Beschäftigung trieb, die zwar materiell war, aber doch unter dieser Hülle viel Geistiges verborgen hatte.

45. Ich als Gott und höchste Liebe schuf die Welt, schuf die einzelnen Sonnen und Erden. Aber diese Liebe darf nicht nach euren Ideen von Liebe beurteilt werden; diese Meine Liebe ist eine ganz andere, welche zu verstehen euch nicht möglich ist, wohl aber sie euch ahnen zu lassen Ich keine Mittel scheue, da nur aus dem Verständnisse dieser Liebe die richtige Beurteilung alles Seienden sowie die Ereignisse eures menschlichen Lebens beurteilt werden können.

46. Meine Liebe ist eine allgemeine in dieser Hinsicht, weil sie nur die grossen Zwecke einer Schöpfung im Auge behalten muss, denen alle anderen sich unterordnen müssen. Liebe, wie Ich sie verstehe, vergisst auch den Wurm nicht und nicht den fühllosen Stein, und noch weniger die grösseren und feiner ausgebildeten Wesen; aber diese Liebe hat andere Gesetze, hat andere Absichten, hat andere Zwecke.

47. Wenn nicht Meine Liebe wäre, wie sie eben ist, so müsste Ich ein Rache-Gott sein, wie Mich bei euch so manche Menschen machen möchten, Ich wäre dann ein strenger Richter, ein unerbittlicher Bestrafer, lauter Eigenschaften, die ihr nach euren Gesetzbüchern erlernt habt; die aber in Meinem Gesetzbuche nicht stehen.

48. Eben aus Liebe verwandle Ich alles Böse, was die Menschen einander antun, in Gutes; eben aus Liebe richte Ich nicht, fahre nicht mit Bannflüchen und Donnerkeilen zwischen streitende Menschen.

49. Die Menschen machen sich die Übel nur selbst, und Mein Geschäft ist kein anderes, als das tröstende Wort aus einer besseren Welt in die Brust der Bedrängten einfliessen zu lassen; wohl ihnen, wenn sie es beachten, was leider selten der Fall ist, daher die Klagen und Vorwürfe, die man Mir macht.

50. Allein deswegen bleibt die materielle Welt wie die geistige doch die gleiche, sie ändern ihre Gesetze nicht, sondern der Mensch bestraft sich nur selbst, der dagegen fehlt!

51. Das was dem Anschein nach unverschuldetes Leiden ist, dieses ist oft, wie bei Krankheiten, eine nötige Medizin, wo im allgemeinen die bittersten am ehesten kurieren; nicht dass Ich sie schicke, sondern Ich könnte helfen, tue es aber nicht, eben weil Meine Ansichten und Zwecke mit den Menschenseelen andere sind, als wie das bedrängte Menschenkind es sich einbildet.

52. Es stirbt kein Mensch, weil Ich es will; es geschieht kein Unglück, weil Ich es will; es wird keiner in armen und keiner in reichen Verhältnissen geboren nach Meiner Idee; alles dieses lasse Ich nur zu. Der Mensch ist frei, und so kann er tun, was er will; er kann sich durch regelmässiges Leben dasselbe verlängern, durch unregelmässiges verkürzen; Glück und Unglück - wenn sie über die Menschen hereinbrechen, aus von ihnen selbst hervorgerufenen verkehrten Anordnungen - sind eine Schule für die Menschheit, wodurch sie (die Menschen) für Mich erzogen werden, so dass es Mir dabei möglich ist, geistig auf sie einzuwirken, das heisst, dass sie endlich doch auch Meine Stimme hören, was zwar früher ebenfalls hätte sein sollen, aber eben nicht geschehen ist.

53. Ob reich oder arm geboren, jeder kann in seiner Stelle "Mein Kind" werden, sich nach und nach reif machen für eine andere längerdauernde Geisterwelt, seine Armut kann ihm zu reichen Geistesschätzen verhelfen, während der Reichgeborene seine materiellen Reichtümer verlieren kann, ohne dass sie durch Geistiges ersetzt werden.

54. Überall finde Ich Mittel, Meinen Zweck zu erreichen. Ich benutze bloss die Umstände, führe sie aber nicht herbei. Dieses überlasse Ich dem Menschen, der so gern sich stolz den "Herrn der Erde" nennt und alles zu regieren und zu unterjochen wähnt, während er selbst gleich einer Windfahne durch alle geistigen Strömungen, die durchs Weltall gehen, unbewusst bald nach dieser, bald nach jener Richtung segelt, stets sein zeitliches materielles Glück suchend, ohne zu bedenken, dass mit dem einen selten das andere - das geistige, länger anhaltende - zu vereinbaren ist!

55. Daher, Meine Kinder, klaget nicht Mich an!

56. Ich bin Der, welcher alle Schuld in den Sand schreibt, nicht flucht, nicht hasst, nicht vergilt, sondern stets bereit war und ist, Balsam auf klaffende Wunden zu streuen. Ich bin nie ein ungerechter Gott gewesen, ebenso wenig ein strenger Vater gegen Meine Kinder!

57. So wie ihr nun seid, habe Ich euch ja nicht geschaffen, sondern zu dem habt ihr euch selbst gemacht. Und wenn Ich jetzt komme und eure Leitung wieder direkt in die Hand nehme, so ist es, weil es Mir zu bunt wird, weil Ich nicht zusehen kann, wie die Menschen sich und ihr ganzes ferneres Dasein so ganz missverstehen und missachten, keinen Glauben, keine Liebe und keine Furcht vor Mir haben. Ich muss nun alle Mittel anwenden, um die Verirrten zum rechten Wege wieder zurückzuführen!

58. Das geistige Element wird zu sehr in den Hintergrund gedrängt, zu sehr vergessen und verleugnet; daher diese Übelstände, Unglücke nach allen Seiten, und wenn dabei so mancher Leidende zu Mir aufschreit, was ein Zeichen ist, dass er wenigstens noch an Mich glaubt, so ist es an Mir, ihm doch mit wenigen Worten zu zeigen, dass sein Leiden nicht von Mir kommt, sondern dass, will er Trost für diese Plage haben, er solchen nur bei Mir finden kann!

59. Daher eben auch dieses Wort; denn so manches könnte sich ereignen, was die im Anfang angeführten Vorwürfe auch von euch zu hören Veranlassung geben könnte, und damit dieses nicht geschehe, damit ihr, ehe ihr den Mund zum Klagen aufmacht und eure Stimme zu Mir erhebt, ihr doch bedenken möget, wer anzuklagen ist, Ich, der ewigliebende Vater, oder er, der nur nach der Sättigung seiner Leidenschaften drängende, verirrte Mensch!

60. So nehmet dieses Wort, und es wird euch wieder einen ruhigen Blick in das wirre Getriebe der Menschen selbst machen lassen! Amen!


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