KJUG-91

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Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-91 Kapitel


91. Kapitel - Die Liebe als das wahrhafte Gebet zu Gott. Jesus als Sohn Gottes. Die heidnischen Gedanken der drei Priester und des Kindleins Entgegnung

91,1. Joseph küsste das Kindlein und sprach: „Ja fürwahr, wäre in Dir nicht das Herz des Vaters, nimmer wärest Du solcher Worte fähig!

91,2. Denn wo wohl auf der ganzen Erde ist ein Kind Deines Alters, das da vermöchte solche Worte aus sich zu reden, die noch nie ein Weiser geredet hat!

91,3. Darum sage mir, ob ich Dich als meinen Gott und Herrn vollkommen anbeten solle?“

91,4. Diese Frage Josephs an das Kindlein überraschte alle anwesenden Gemüter.

91,5. Aber das Kindlein sprach sanft lächelnd zum Joseph: „Joseph! weisst du wohl, wie der Mensch zu Gott beten solle?

91,6. Siehe, du weisst es nicht völlig; darum will Ich es dir sagen.

91,7. Höre! Im Geiste und in der Wahrheit solle der Mensch zu Gott beten, nicht aber mit den Lippen, wie es die Kinder der Welt tun, die da meinen, dass sie dadurch Gott gedient haben, so sie eine Zeitlang mit ihren Lippen gewetzt haben.

91,8. Willst du aber im Geiste und in der Wahrheit beten, da liebe du Gott in deinem Herzen, und tue Gutes allen Freunden und Feinden, so wird dein Gebet gerecht sein vor Gott!

91,9. So aber jemand zu gewissen Zeiten eine kurze Zeit nur mit den Lippen gewetzt hat vor Gott und hat während solcher Wetzerei an allerlei weltliche Dinge gedacht, die ihm mehr am Herzen lagen als all sein loses Gebet, ja mehr als Gott Selbst, – sage, ist das dann wohl auch ein Gebet?

91,10. Wahrlich, Millionen solcher Gebete werden bei Gott gerade also erhört werden, als da erhöret ein Stein die Stimme eines Schreiers!

91,11. So du aber durch die Liebe zu Gott betest, da brauchst du nimmer zu fragen, ob du Mich nun als den allerheiligsten Gott und Vater anbeten sollest.

91,12. Denn wer also zu Gott betet, der betet auch zu Mir; denn der Vater und Ich sind einer Liebe und eines Herzens!“

91,13. Diese Worte bekehrten alle zur reinen Einsicht, und sie wussten nun, warum Jesus ein Sohn Gottes geheissen werden solle.

91,14. Josephs Brust ward nun voll der höchsten himmlischen Wonne.

91,15. Und die Maria frohlockte heimlich über das Kindlein und behielt alle solche Worte in ihrem Herzen; desgleichen auch die Söhne Josephs.

91,16. Die drei Priester aber sprachen zu Joseph: „Erhabenster Weiser aller Zeiten!

91,17. Einige ganz geheime Worte möchten wir mit dir ganz allein auf jenem Hügel reden, allwo du gestern abend mit deinen Söhnen so herrlich und erbauend gebetet hast zu deinem Gott!“

91,18. Das Kindlein aber sprach da sogleich in die Mitte, sagend nämlich:

91,19. „Meinet ihr denn, Meine Ohren werden zu kurz und werden auf dem Hügel nicht euren Mund erreichen? – O ihr irrt euch; denn Meine Ohren reichen so weit wie Meine Hände! Daher besprechet euch nur vor Mir hier.“

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