KJUG-87

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87. Kapitel - Maria als Vorbild weiblicher Demut. Das Lob- und Danklied Josephs und seiner Söhne. Die gute Wirkung auf die drei Götzendiener

87,1. Maria aber, die von jeher nie viel Worte machte und auch nie nach der Art der Weiber das letzte Wort haben wollte, begnügte sich in ihrem Herzen mit der ganz einfachen und ebenso kurzen Tröstung Josephs.

87,2. Sie begab sich darauf zur Ruhe, von Joseph dem Herrn in seinem Herzen aufgeopfert.

87,3. Joseph aber begab sich darauf zu seinen Söhnen und sagte zu ihnen: „Kinder, der Abend ist herrlich und schön; gehen wir hinaus ins Freie!

87,4. Da wollen wir im grossen heiligen Tempel Gottes ein Loblied anstimmen und wollen dem Herrn danken für alle die unendlichen Wohltaten, die Er uns und unsern Vätern von Anbeginn der Welt erwiesen hat!“

87,5. Alsogleich liessen die Söhne Josephs alles stehen und folgten dem Vater.

87,6. Und er führte sie auf einen freien kleinen Hügel, welcher etwa hundert Schritte von der Villa entfernt lag, zum Grunde Josephs gehörte und ungefähr eine Höhe von zwanzig Klaftern hatte.

87,7. Es bemerkten aber solche Bewegung die drei Priester und meinten, die Götter begeben sich für die Nacht etwa in den Olymp, um da einen allgemeinen Rat zu halten mit allen Göttern.

87,8. Daher erhoben sie sich auch bald aus ihrem Gemache und schlichen ganz heimlich und leise dem Joseph nach.

87,9. An dem Hügel angelangt, horchten sie unter einem dichtbelaubten Feigenbaume, was da etwa die vermeinten Götter im Olymp beschliessen werden.

87,10. Aber wie sehr fingen sie an, sich unter sich zu verwundern, als sie die vermeinten Götter erster Klasse gar mächtig und ergreifend einen Gott anbeten und lobsingen vernahmen.

87,11. Ganz besonders aber wirkten folgende Stellen eines Psalmes Davids auf sie, welche Stellen also lauten:

87,12. „Herr Gott, Du bist unsere Zuflucht für und für. Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen ward, bist Du Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit!

87,13. Der Du den Menschen lässest sterben und sprichst: ,Kommet wieder, Menschenkinder!‘

87,14. Denn tausend Jahre sind vor Dir wie ein Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.

87,15. Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom, und sie sind dann wie ein Schlaf und gleichwie ein Gras, das welk geworden ist,

87,16. das da frühe blüht und bald welk wird und des Abends abgehauen wird und dann verdorrt.

87,17. Das macht Dein Zorn, dass wir so vergehen, und Dein Grimm, dass wir so plötzlich dahinmüssen!

87,18. Denn unsere Missetat stellst Du vor Dich und unsere unerkannte Sünde in das Licht vor Deinem Angesicht!

87,19. Darum fahren alle unsere Tage dahin durch Deinen Zorn, und wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz.

87,20. Unser Leben währet etwa siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, so sind es achtzig Jahre, und wenn es köstlich gewesen ist, so war es voll Mühe und Arbeit; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir von dannen!

87,21. Wer glaubt es aber, dass Du so sehr zürnest, und wer fürchtet sich vor solchem Deinem Grimme?

87,22. Lehre uns aber bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.

87,23. Herr, kehre Dich doch wieder zu uns und sei Deinen Knechten gnädig!

87,24. Fülle uns frühe mit Deiner Gnade, so wollen wir Dich rühmen und in Dir fröhlich sein unser Leben lang!

87,25. Erfreue uns nun wieder, nachdem Du uns lange geplaget hast und wir so lange im Unglücke waren!

87,26. Zeige Deinen Knechten Deine Werke und Deine Ehre ihren Kindern!

87,27. Und Du Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unserer Hände bei uns; ja, das Werk unserer Hände wolle Du fördern!“ –

87,28. Als die drei diesen Gesang gar deutlich vernahmen, da begaben sie sich sogleich wieder in ihr Gemach.

87,29. Und einer sprach zu den andern zweien: „Fürwahr, das können keine Götter sein, die so zu einem Gott beten und Seinen Zorn und Grimm sogar über sie anerkennen!“

87,30. Und ein anderer sprach: „Das wäre im Grunde das wenigste; aber dass dieses Gebet ganz uns getroffen hatte, da liegt das Ungetüm begraben!

87,31. Daher nun stille; die Betenden kommen zurück! Morgen aber wollen wir das Vernommene tiefer prüfen für uns; also nur stille für heute, denn sie kommen!“

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