KJUG-86

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Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-86 Kapitel


86. Kapitel - Die Heimkehr des Cyrenius mit seiner Dienerschaft nach Ostracine. Maria im Gebet. Josephs tröstende Worte

86,1. Im Speisezimmer angelangt, fragte der Cyrenius den Joseph: „Lieber Freund, du mein Alles, siehe, mir ist soeben ein guter Gedanke durch die Brust und in den Kopf gefahren!

86,2. Was meinst du, wäre es in meiner Sache, von der wir draussen uns besprachen und du mir darüber wohl das Beste und Tröstlichste gesagt hast, nicht erspriesslich für die volle Beruhigung meines Gemütes,

86,3. so ich die drei hier anwesenden Priester einvernehmen möchte, was da ihre Meinung wäre?“

86,4. Und der Joseph sprach: „So dir mein Wort noch nicht genügt, – du bist hier der Herr und kannst tun, was dir beliebt zu deiner Beruhigung,

86,5. obschon ich der Meinung bin, dass hier mit diesen Priestern eben nicht viel zu reden sein wird, solange sie mich für den Uranos oder Saturnus und das Kindlein für den sich verjüngenden Zeus halten!

86,6. Wenn du sie demnach fragen wirst darum, daran es dir liegt, so werden sie dich offenbar an mich und an das Kindlein verweisen!“

86,7. Als der Cyrenius solches vom Joseph vernommen hatte, da stand er sobald ab von seinem Verlangen und sprach darauf:

86,8. „Nun bin ich ganz im klaren; mein Gemüt ist völlig beruhigt, und ich kann meine fernere Zeit wieder ganz ruhig dem ordentlichen Staatsgeschäfte widmen.

86,9. Es ist bereits Abend geworden; ich werde mich daher wieder in die Stadt begeben mit meiner Dienerschaft!

86,10. Morgen aber am Nachmittag bin ich wieder bei dir; sollte ich aber dennoch eher irgend deines Rates vonnöten haben, dann werde ich noch am Vormittage dich zu mir entbitten!“

86,11. Hier segnete Joseph den Cyrenius und den Maronius, und der Cyrenius begab sich noch zur Wiege und küsste ganz leise das schlafende Kindlein.

86,12. Sodann erhob er sich und begab sich mit Tränen in seinen Augen von dannen.

86,13. Während des Ganges sah er sich wenigstens einige hundert Male nach der Villa um, welche nun für ihn mehr war als alle Schätze der Welt.

86,14. Joseph aber sandte dem Cyrenius auch einen Segen um den andern nach, solange er nur noch etwas von der Schar des Cyrenius entdecken konnte.

86,15. Als nichts mehr vom Cyrenius zu entdecken war, da erst begab sich Joseph wieder ins Haus und da zur Maria, die gerade – wie gewöhnlich um diese Zeit – tief im Gebete zu Gott versammelt war.

86,16. Sobald sie aber den Joseph bei sich gewahrte, erhob sie sich und sprach: „Lieber Gemahl, fürwahr, dieser Tag hat mich ganz ausgewechselt! – Die Welt, die Welt! – sie ist für den Menschen kein Gewinn!“

86,17. Und der Joseph sprach: „Mein getreuestes Weib, du hast recht; aber ich denke: Solange der Herr mit uns ist, da verlieren wir in der Welt auch nichts! Daher sei guten Mutes; morgen wird uns wieder die alte Sonne neu und herrlich aufgehen! Dem Herrn allein alle Ehre ewig Amen.“

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