KJUG-82

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Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-82 Kapitel


82. Kapitel - Des Cyrenius Frage an Joseph und dessen Antwort vom Lüften des Schleiers der Isis. Des Maronius gute Erklärung. Das Mahl. Die Ehrfurcht der drei Priester

82,1. Hier kam der Joseph wieder aus der Villa und lud die Gesellschaft zum schon bereiteten Mahle.

82,2. Cyrenius aber, sich durchkreuzender grosser Gedanken voll, berief den Joseph zu sich und erzählte ihm, was ihm nun das Kindlein und am Ende die befragte Maria gesagt haben,

82,3. und fragte daher den guten Joseph auch zugleich, wie solche Worte und Reden zu verstehen seien.

82,4. Joseph aber erwiderte dem etwas zu sehr erregten Cyrenius, sagend nämlich:

82,5. „O Freund und Bruder, ist dir die Mythe unbekannt, die eines Menschen erwähnt, der einst den Mantel der Isis lichten wollte?“

82,6. Und der Cyrenius, ganz erstaunt über diese unerwartete Frage, sprach:

82,7. „O erhabener Freund, die Mythe ist mir gar wohl bekannt; der Mensch ging elend zugrunde! Aber was willst du mir nun damit sagen auf meine Frage?“

82,8. Und der Joseph erwiderte dem Cyrenius: „Liebster Freund, nichts anderes als: Hier ist mehr denn die Isis!

82,9. Darum befolge den Rat meines Weibes, und du wirst ewig gut fahren!“

82,10. Daneben stand aber auch der Maronius Pilla und sprach bei dieser Gelegenheit:

82,11. „Consulische Kaiserliche Hoheit! Ich bin sonst in derlei Sachen zwar noch sehr dumm, aber diesmal kommt es mir vor, als so ich den Weisen verstanden hätte auf ein Haar!“

82,12. Und der Cyrenius erwiderte ihm: „Wohl dir, so du dessen in dir überzeugt bist!

82,13. Ich aber kann mich vorderhand dessen noch nicht rühmen.

82,14. Mein Gehirn ist zwar sonst auch gerade nicht kreuz und quer vernagelt; aber diesmal will es mir die gerechten Dienste nicht leisten!“

82,15. Und der Maronius sprach: „Ich meinesteils verstehe die Sache also: Greife nicht nach zu fernen Dingen; denn dazu ist deine Hand zu kurz!

82,16. Es wäre freilich wohl sehr ehrsam, ein glücklicher Phaeton zu sein;

82,17. aber was kann da der schwache Sterbliche tun, wenn die Sonne zu ferne über ihm ihren Weg gebahnt hat!?

82,18. Er muss sich bloss an ihrem Lichte begnügen und dabei die Sonne leitende Ehre und Macht jenen Wesen ganz gutwillig überlassen, die sicher längere Arme haben als er, der schwache Sterbliche!

82,19. Wie lang aber der unsichtbare Arm dieses Kindes ist, davon haben wir uns gestern überzeugt!

82,20. Siehe, Consulische Kaiserliche Hoheit, verstehe ich nicht aus dem Salze das, was dieser weise Mann geredet hat?“

82,21. Und der Cyrenius gab dem Maronius recht, beschwichtigte sein Herz und begab sich wohlgemut mit dem Joseph in die Villa und stärkte sich am frugalen Mahle.

82,22. Die drei Priester aber getrauten sich kaum die Augen zu öffnen; denn sie meinten, das Kind sei entweder Zeus oder gar das Fatum selbst.

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