KJUG-72

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Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-72 Kapitel


72. Kapitel - Marias Zweifel an der Allmacht des Jesuskindes. Josephs beruhigende Erzählung. Warum der mächtige Löwe von Juda vor Herodes floh. Die Seligkeit der ermordeten Kindlein. Pillas Reife

72,1. Als sich Cyrenius mit Joseph und Maronius Pilla wieder der Villa näherte, ging Maria mit dem Kinde auf dem Arme den dreien ganz ängstlich entgegen und fragte sogleich den Joseph:

72,2. „Mein Joseph, mein geliebtester Gemahl! O sage mir, was da mit der Jugend geschehen ist!

72,3. Denn wenn hier bei solchen sicher nicht selten vorkommenden Elementarstürmen allzeit derlei Opferungen stattfinden, da sind ja auch wir nicht sicher mit unserem Kinde!

72,4. Hat Es auch eine grosse Macht, – aber wir mussten uns doch trotz dieser Macht aus Palästina vor dem Herodes flüchten!

72,5. Woraus ich denn auch den Schluss gemacht habe: Für gewisse Fälle hat das Kind noch zuwenig Macht; daher liegt es da an uns, Es all den grossen Gefahren zu entziehen!“

72,6. Und der Joseph sprach zur Maria: „O du mein mir von Gott dem Herrn Selbst angetrautes Weib, fürchte dich nicht darob!

72,7. Denn siehe, nicht ein Haar von der zur schmählichsten Sühnopferung bestimmten Jugend ist ihr angetastet worden!

72,8. Unser lieber Cyrenius hat sogleich ihr die Freiheit gegeben und verurteilte dafür die drei Priester, die gestern hier waren und die Einwilligung für die Schlachtung der Jugend vom Cyrenius verlangten, zum allerschmerzlichsten Glühkreuzestode!

72,9. Aber – unter uns gesagt – nur scheinhalber! – Morgen in der Frühe werden sie anstatt der Exekution des Todesurteils die Begnadigung empfangen!

72,10. Und diese Lektion wird ihnen sicher zu einer vollsten Witzigung dienen, der zufolge sie künftighin sicher kein ähnliches Götzensühnopfer in Vorschlag bringen werden!

72,11. Daher also sei du, mein geliebtestes Weib, ganz völlig unbesorgt und denke: Der Herr, der uns bis jetzt so sicher geführt hat, der wird uns auch in der Zukunft nicht in die Macht der Heiden überliefern!“

72,12. Maria ward durch diese Worte Josephs vollkommen beruhigt, und ihr Gesicht heiterte sich wieder auf.

72,13. Und das Kindlein lächelte der Mutter ins Angesicht und sprach zu ihr:

72,14. „Maria! – So jemand einen Löwen also gebändiget hätte, dass dieser ihn gleich einem sanftmütigen Lasttiere herumtrüge,

72,15. meinst du wohl, dass es da löblich wäre, sich auf dem mächtigsten Rücken des Löwen zu fürchten vor den flüchtigen Hasen?!“

72,16. Maria erstaunte über die tiefe Weisheit dieser Worte, aber sie verstand sie nicht.

72,17. Und das Kindlein sprach daher noch einmal zur Maria, und sprach ganz ernsten Angesichtes:

72,18. „Ich bin der mächtige Löwe von Juda, der dich auf Seinem Rücken trägt; wie magst du dich denn fürchten vor denen, die Ich mit einem Hauche verwehen kann wie lose Spreu?!

72,19. Meinst du denn, Ich bin vor Herodes geflohen, um Mich zu sichern vor seiner Wut?!

72,20. O nein! – Ich floh nur, um ihn zu schonen; denn hätte ihn Mein Angesicht gesehen, da wäre es mit ihm für ewig aus gewesen! –

72,21. Siehe, die Kindlein aber, die für Mich erwürgt worden sind, sind überaus glücklich schon in Meinem Reiche – und sind täglich um Mich und loben und preisen Mich und erkennen in Mir schon vollkommen ihren Herrn für ewig!

72,22. Siehe Maria, also stehen die Dinge! Daher du wohl von Mir allenthalben schweigen sollest, wie es befohlen ward; aber du für dich sollest es wohl wissen, Wer Der ist, den du ,Gottes Sohn‘ heissen sollest und Ihn auch also geheissen hast!“

72,23. Diese Worte erschütterten die Maria durch und durch; denn sie sah nun ganz ein, dass sie den Herrn auf ihren Armen trägt!

72,24. Es hatte aber auch der Maronius, der sich hier hinter der Maria befand, die Worte des Kindes vernommen und fiel nieder vor dem Kinde.

72,25. Nun erst entdeckte der Cyrenius Mariam; denn früher war er in einem Gespräche mit einem seiner ihn begleitenden Sekretäre begriffen.

72,26. Er eilte daher plötzlich hin zum Kinde und grüsste und kosete Es. Und das Kindlein tat desgleichen und sprach: „Cyrenius! erhebe den Maronius, denn er ist nun schon bearbeitet; nun darf er Mich erkennen! – Verstehst du Mich, was Ich damit sagen will?!“ –

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