KJUG-7

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Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-7 Kapitel


7. Kapitel - Josephs Ahnungen und Prophezeiung. Marias Trost. Das gesegnete Abendbrot. Das Sichtbarwerden von Mariens Schwangerschaft

7,1. Joseph aber ward von hohen Ahnungen erfüllt und sprach zur Maria: „Kind des Herrn! Viel Freude ist meinem Hause in dir gegeben, meine Seele ist von hohen Ahnungen erfüllt!

7,2. Aber ich weiss es auch, dass der Herr diejenigen, die Er liebhat, allzeit schmerzlich heimsucht; daher wollen wir Ihn allzeit bitten, dass Er uns allen allzeit gnädig und barmherzig sein möchte!

7,3. Es ist sogar möglich, dass der Herr durch dich und mich die alte, schon morsch gewordene Bundeslade wird erneuert haben wollen?!

7,4. Sollte so etwas aber im Zuge sein, da wehe mir und dir; wir werden da eine gar harte Arbeit zu überstehen haben! – Doch nun nichts mehr davon!

7,5. Was da kommen muss, das wird auch sicher kommen, und wir werden es nicht zu verhindern vermögen; aber so es kommen wird, dann wird es uns ergreifen mit allmächtiger Hand, und wir werden zittern vor dem Willen Dessen, der die Festen der Erde gestellet hat!“

7,6. Maria aber verstand von all diesem nichts und tröstete daher den sehr bekümmert aussehenden Joseph mit solchen Worten:

7,7. „Lieber Vater Joseph! Werde nicht betrübt ob des Willens des Herrn; denn wir wissen es ja, dass Er mit Seinen Kindern ja allzeit nur das Beste will! – Ist der Herr mit uns, wie Er es war mit Abraham, Isaak und Jakob, und wie Er noch allzeit war mit denen, die Ihn liebten, was Leids und Arges sollte uns da wohl begegnen?“

7,8. Joseph aber war mit dieser Tröstung zufrieden und dankte dem Herrn in seinem Herzen aus allen seinen Kräften, darum Er ihm in der Maria einen solchen Trostengel hatte gegeben, und sagte darauf:

7,9. „Kinder, es ist schon spät des Abends geworden; darum stimmen wir den Lobgesang an, verzehren dann unser gesegnetes Abendbrot und begeben uns dann zur Ruhe!“

7,10. Solches geschah, und Maria eilte dann und brachte das Brot her, und Joseph teilte es aus; es nahm aber alle wunder, dass das Brot diesmal von einem gar so guten Geschmacke war.

7,11. Joseph aber sagte: „Dem Herrn alles Lob! Was Er segnet, das schmecket allzeit wohl und ist vom besten Geschmacke!“

7,12. Und die Maria aber bemerkte dann dem Joseph gar liebreichst weise: „Siehe, lieber Vater, also sollst du dich ja auch nicht fürchten vor den Heimsuchungen des Herrn; denn sie sind ja eben auch Seine gar köstlichen Segnungen!“

7,13. Und der Joseph sprach: „Ja, ja, du reine Tochter des Herrn, du hast recht! Ich will ja in aller Geduld tragen, was immer der Herr mir aufbürden wird; denn zu schwer wird Er mir Seine Bürde und zu hart Sein Joch ja nicht machen, denn Er ist ja ein Vater voll Güte und Erbarmung – auch in Seinem Eifer! Und so geschehe denn allzeit Sein heiliger Wille!“

7,14. Darauf begab sich die fromme Familie zur Ruhe und arbeitete zu Hause die folgenden Tage. –

7,15. Tag für Tag aber ward der Leib Marias voller; da sie solches wohl merkte, so suchte sie ihre Schwangerschaft vor den Augen Josephs und seiner Söhne so gut als nur immer möglich zu verbergen.

7,16. Aber nach einer Zeit von zwei Monaten half ihr ihr Verbergen nichts mehr, und Joseph fing an Argwohn zu schöpfen und beriet sich insgeheim mit einem seiner Freunde in Nazareth über den sonderbaren Zustand Mariens.

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