KJUG-69

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Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-69 Kapitel


69. Kapitel - Die angstvolle Nacht der jungen Menschenopfer. Die drei teuflischen Götzendiener. Cyrenius voll Empörung spricht sein Urteil: Freiheit den Opfern, Tod den drei Priestern!

69,1. Die drei Unterpriester aber, als sie auf den Opferplatz gelangten, verkündeten den Opferwachen sogleich, wie den armen von aller Todesangst übermannten jungen Opfern, dass die vorbestimmte und unabänderliche Opferung erst am nächsten Morgen desto bestimmter vorgenommen werde, weil solche der hohe Cyrenius selbst also angeordnet habe.

69,2. In welche Stimmung diese Nachricht die zweitausend Opfer versetzt hat, braucht keiner näheren Beschreibung für den, der es aus der geschichtlichen Tradition weiss, dass derlei Opfer zur Versöhnung verschiedenartiger Götter auch sehr verschiedenartig gemartert und getötet wurden.

69,3. (Es dürfte für manchen zu empörend sein, alle die bei tausend verschiedenen Marterarten zu vernehmen; daher wollen wir sie auch übergehen.

69,4. Dafür aber wollen wir sogleich mit dem Cyrenius und dem Maronius und Joseph am frühen Morgen den Opferplatz besuchen und uns dort ein wenig umsehen! –)

69,5. Am frühesten, überaus heiteren Morgen begaben sich die drei Obenerwähnten an den vorbestimmten Opferplatz.

69,6. Mit der grössten Erbitterung vernahm der Cyrenius schon von der Ferne das entsetzliche Angstgeschrei der zu opfernden Jugend.

69,7. Er beschleunigte daher seine Schritte, um ja baldmöglichst dieser Schauderszene ein Ende zu machen.

69,8. Auf dem Platze angelangt, entsetzte er sich über das unmenschliche Gefühl der drei Unterpriester, welche schon mit der grössten Sehnsucht des Cyrenischen Befehls zum Würgen harrten.

69,9. Cyrenius liess die Priester sogleich zu sich kommen und fragte sie: „Sagt mir, dauert euch diese herrliche Jugend gar nicht, so sie allergrausamst ermordet werden sollte? – Habt ihr für sie kein Mitleid in eurer Brust?!“

69,10. Und die Priester sprachen: „Wo die Götter fühlen, da hat es mit dem Menschlichkeitsgefühle ein Ende!

69,11. Den Göttern ist der Menschen Leben nichts – und oft nur ein Greuel; daher stimmt das uns, ihre Diener auf Erden, nach ihrer Art, und wir können daher kein Erbarmen in uns tragen,

69,12. wohl aber nur eine Wonne und einen Jubel in dem, wie wir den Göttern pünktlichst zu dienen vermögen!

69,13. Also freuen wir uns auch schon jetzt über die Massen auf die Schlachtung dieser ohnehin selten von den hohen Göttern verlangten Opfer!“

69,14. Diese Äusserung versetzte dem Cyrenius einen so mächtigen Stoss aufs Herz, dass er vor Zorn über diese Priester zu beben anfing.

69,15. In kurzer Zeit sich ermannend aber sprach er wieder zu den Priestern: „Wie aber, wenn Zeus selbst sich hier befände und schenkte diesen Opfern das Leben! – was würdet ihr dann tun?“

69,16. Und die Priester erwiderten: „Dann müsste die Opferung um so bestimmter vorgenommen werden, weil das nur eine Prüfung für unseren priesterlichen Diensteifer wäre!

69,17. Würden wir dann uns der bestimmten Opfer erbarmen, so würde uns Zeus als Frevler ansehen und uns vernichten mit Blitz und Donner!“

69,18. Cyrenius aber fragte die Priester weiter und sprach: „Was haben denn die andern hohen Priester vor den Göttern dann verbrochen, dass sie so übel sind in ihrem Palaste getötet worden?“

69,19. Und die Priester erwiderten: „Weisst du denn nicht, dass über allen Göttern und ihren Priestern noch ein unerbittliches Fatum herrschet?!

69,20. Dieses hat die Priester getötet, wie ehedem die Götter aufgereizt; die Götter aber kann es nicht töten, wohl aber die noch hie und da sterblichen Priester!“

69,21. „Gut“, sprach Cyrenius, „heute nach Mitternacht kam das Fatum zu mir und erteilte mir den Befehl, aller dieser Jugend das Leben zu schenken – und dafür euch zu opfern, und das so bestimmt, als ich Cyrenius heisse und mein Bruder Julius Augustus Caesar als oberster Consul und Kaiser in Rom herrschet! – Was saget ihr denn zu dieser Kunde?!“

69,22. Diese Schreckenskunde machte die Priester erblassen und die andern Opfer wieder zum Bewusstsein gelangen. – Denn hier liess Cyrenius sogleich allen Opfern die Freiheit verkünden, aber die drei Priester binden und für die Hinrichtung vorbereiten. –

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