KJUG-58

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58. Kapitel - Maronius Pillas Verteidigungsrede und guter Entschluss. Joseph als Schiedsrichter. Des Cyrenius edles Urteil

58,1. Der Maronius aber sagte darauf zum Cyrenius: „Consulische Kaiserliche Hoheit! Wie wohl solle ich nun noch ein staatsverdächtiger Anhänger des Herodes sein?

58,2. Denn ich erkenne es ja nun, dass dieser Wüterich nach der Alleinherrschaft von Asien strebt!

58,3. Sollte ich ihm dazu etwa behilflich sein? – Wie wäre da solches möglich? – Mit der Handvoll Jerusalemer könnte sich Herodes höchstens über die Kinder der Juden wagen!

58,4. Und diese Gewalttat hat ihm schon eine solche Schlappe beigebracht, dass er ein ähnliches Unternehmen für alle Zeiten der Zeiten unterlassen wird!

58,5. Ich aber war ja ohnehin ein Werkzeug der Not und musste handeln nach dem Willen dieses Wüterichs, weil er mir mit Rom drohte!

58,6. Da ich aber nun von dir aus ganz klar weiss, wie die Sachen stehen, und zudem auch keine Macht in meinen Händen habe und auch keine mehr haben will,

58,7. sehe ich fürwahr nicht ein, wie und auf welche Art ich noch ein staatsgefährlicher Mensch sein sollte?!

58,8. Behalte du mich bei dir als ewige Geisel meiner Treue für Rom, und du machst mich glücklicher, als so du mich wieder zum Landpfleger von Palästina und Judäa machst!“

58,9. Diese Worte sprach der Maronius ganz ernstlich, und war seiner Rede keine Zweideutigkeit zu entnehmen.

58,10. Darum sprach Cyrenius zu ihm: „Gut, mein Bruder, ich will dir glauben, was du geredet hast; denn ich habe in deinen Worten nun viel Ernst gefunden!

58,11. Aber eines geht mir zur vollsten Bekräftigung der Wahrheit deiner Worte noch ab, und das ist das Urteil jenes weisen Mannes, dessen ich dir schon in Tyrus erwähnt hatte.

58,12. Und siehe, dieser Mann, dieses Orakel aller Orakel, steht vor uns hier!

58,13. Dieser Mann hat dich bis in die innerste Gedankenregung durchschaut; darum wollen wir nun ihn fragen, was er von dir hält!

58,14. Und dir solle nach seinem Ausspruche geschehen! Setzt er dich wieder zum Landpfleger in Jerusalem ein, so bist du heute noch zum Landpfleger von Jerusalem ernannt;

58,15. tut er aber das aus höchst weisen und guten Gründen nicht, so bleibst du meine Geisel!“

58,16. Hier wurde darum Joseph gefragt, und er sprach: „Edelster Freund Cyrenius! Von mir aus ist Maronius nun rein, und du kannst ihm wieder seine Stelle geben ohne Bedenken!

58,17. Wir aber stehen in der Hand des allmächtigen, ewigen Gottes; welche Macht solle sich da gegen uns auflehnen können?“

58,18. Hier hob Cyrenius seine Hand auf und sprach: „So schwöre ich denn auch dir, Maronius Pilla, beim lebendigen Gotte dieses Weisen, dass du von nun an wieder Landpfleger von Jerusalem bist!“

58,19. Maronius aber sprach: „Gebe dies Amt einem anderen, und behalte mich als deinen Freund bei dir; denn das macht mich glücklicher!“

58,20. Und der Cyrenius sprach: „So sei denn mein Amtsgefährte, solange Herodes leben wird, und dann erst Oberpfleger vom ganzen Judenlande!“ – Und der Maronius nahm diesen Antrag dankbar an.

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