KJUG-49

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49. Kapitel - Die Wirkung des zweiten Schreibens. Die Ankunft des Herodes und des Landpflegers in Tyrus. Der Empfang bei Cyrenius. Die Erregung des geängstigten Volkes. Maronius Pilla vor Cyrenius

49,1. Dieser Brief des Cyrenius hatte erst den Landpfleger von Jerusalem wie den Herodes in die grösste Angst versetzt.

49,2. Herodes und der Landpfleger, namens Maronius Pilla, begaben sich darum schleunigst zum Cyrenius.

49,3. Herodes, um von seiner Busse etwas herabzuhandeln, und der Landpfleger, um in sein Amt wieder aufgenommen zu werden.

49,4. Als sie mit grossem Gefolge in Tyrus anlangten, da entsetzte sich das Volk; denn es war der Meinung, Herodes werde auch hier seine Grausamkeit ausüben mit dem Einverständnisse des Cyrenius.

49,5. Daher lief es ausser Atem zu ihm, warf sich nieder und bat und schrie um Gnade und Erbarmen!

49,6. Cyrenius aber, da er die Veranlassung zu dieser Erscheinung nicht wusste, entsetzte sich anfangs, –

49,7. fasste sich aber dann und fragte das Volk ganz freundlichst, was es denn gäbe, was vorgefallen sei, darum es also gewaltig geängstiget vor ihm schreie.

49,8. Das Volk aber schrie: „Er ist da, er ist da, der Grausamste der Grausamen, der in ganz Palästina viele Tausende von den unschuldigsten Kindern ermorden liess!!!“ – – –

49,9. Nun erst erriet Cyrenius den Grund der Angst des Volkes, tröstete es, worauf das Volk sich wieder beruhigte und von dannen ging; er aber machte sich gefasst auf den Empfang der beiden.

49,10. Kaum war das Volk aus der Residenz des Cyrenius hinweggezogen, so liessen schon auch die beiden sich anmelden.

49,11. Der Herodes trat zuerst vor den Cyrenius, verbeugte sich tiefst vor der Kaiserlichen Hoheit und erbat sich die Erlaubnis zu reden.

49,12. Und der Cyrenius sprach mit grosser Erregtheit: „Rede du, für den die Hölle zu gut ist, um ihm einen Namen zu geben! – Rede, du bösartigster Auswurf der untersten Hölle! – Was willst du von mir!?“

49,13. Und der Herodes, ganz erblassend vor den Donnerworten des Cyrenius, sprach bebend: „Herr der Herrlichkeit Roms! – Zu unerschwingbar gross ist die von dir diktierte Busse; erlasse mir daher die Hälfte!

49,14. Denn Zeus sei mir Zeuge, dass ich, was ich getan habe, im gerechten Eifer für Rom getan habe!

49,15. Ich habe freilich grausam gehandelt, aber es war nicht anders möglich; denn die persische, gar glänzende Gesandtschaft hat mich offenbar dazu veranlasst, indem ich von ihr hintergangen ward gegen ein von ihr mir gegebenes Wort!“

49,16. Cyrenius aber sprach: „Hebe dich von hier, arger Lügner zu deinem Vorteile! Mir ist alles bekannt! Bekenne dich unverzüglich zur diktierten Busse, oder ich lasse dir auf der Stelle hier deinen Kopf vom Rumpfe schlagen!“

49,17. Hier bekannte sich Herodes zur Busse, und das unter der Geisel des abgeforderten Lehensbriefes, der ihm erst nach der geleisteten Busse wieder überreicht ward.

49,18. Und Cyrenius liess ihn darauf sich entfernen und liess den Maronius Pilla vor.

49,19. Dieser aber, da er im Vorgemache die Stimmung des Cyrenius vernommen hatte, kam schon mehr als eine Leiche denn als ein lebendiger Mensch vor den Cyrenius.

49,20. Cyrenius aber sprach: „Pilla, fasse dich, denn du warst gezwungen! – Du musst mir wichtige Aufschlüsse geben; darum liess ich dich rufen! – Deiner harret keine Busse, ausser die deines Herzens vor Gott!“

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