KJUG-48

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Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-48 Kapitel


48. Kapitel - Die Wirkung und Folge dieses Briefes. Die List des Herodes. Ein zweiter Brief des Cyrenius an Herodes

48,1. Der Landpfleger von Jerusalem und der Herodes aber entsetzten sich gewaltigst über den Brief des Cyrenius, stellten ihr Greuelgetriebe ein und sandten Boten nach Tyrus, die dem Cyrenius anzeigen sollten, aus welcher wichtigen Ursache sie solches taten.

48,2. Sie schilderten mit den grellsten Farben die Gesandtschaft der ohnehin schlüpfrigen Perser und behaupteten sogar, dass sie gar wichtige, geheime Spuren entdeckt hätten, dass sogar des Cyrenius Bruder, Cornelius, in diese geheime, ganz asiatische Verschwörung als Oberhaupt mit begriffen sei!

48,3. Denn man habe in Erfahrung gebracht, dass Cornelius diesen neuen König der Juden in seinen Schutz genommen hatte.

48,4. Und Herodes sei nun gesonnen, Boten nach Rom darob zu senden, so ihm von Cyrenius nicht Gewähr geleistet werde.

48,5. Cyrenius habe daher den Cornelius der strengsten Untersuchung zu unterziehen, – wo nicht, so werde der Bericht an den Kaiser unausbleiblich abgehen!

48,6. Diese Reprise, welche Cyrenius, schon wieder in Tyrus, erhielt, machte ihn anfangs stutzen.

48,7. Aber er fasste sich bald, vom göttlichen Geist geleitet, und schrieb folgende Zeilen an den Herodes, sagend nämlich:

48,8. „Wie lautet das geheime Gesetz des Augustus für allfällige Entdeckungen der Komplotte? – Es lautet also: ,So jemand irgendein geheimes Komplott entdeckt, so hat er sich ruhigst zu benehmen und alles sogleich umständlichst der höchsten Staatsbehörde des Landes anzuzeigen!

48,9. Weder ein sonderheitlicher Landpfleger, noch weniger ein Lehensherr aber hat ohne den ausdrücklichen Befehl der obersten Staatsbehörde, welche alles eher wohl zu untersuchen hat, einen Finger ans Schwert zu legen.

48,10. Denn nirgends kann ein unzeitiger Angriff einen grösseren Schaden für den Staat bewirken als eben in diesem Punkte;

48,11. indem das Komplott dadurch sich zurückzieht und seinen bevorhabenden Umtrieb unter noch verschmitztere Kniffe verbirgt und ihn in günstigeren Umständen sicher, seinen Zweck nicht verfehlend, zum effektiven Vorschein bringt!‘

48,12. Das ist in dieser gar wichtigsten Hinsicht des weisesten Kaisers eigenmündiges Gebot!

48,13. Habt ihr darnach gehandelt? – Mein Bruder Cornelius aber hat darnach gehandelt! Er hat sich des sein sollenden neuen Königs der Juden sobald bemächtiget,

48,14. hat mir ihn in die Gewalt geliefert, und ich habe mit ihm schon lange die gerechtesten Verfügungen nach der Gewalt getroffen, die mir über Asien und Ägypten zusteht.

48,15. Mein Bruder hat euch alles das vorgestellt; allein er redete zu tauben Ohren!

48,16. Als wahrhafte Rebellen habt ihr gegen alle Vorstellung meines Bruders den Kindermord unternommen und habt mich noch obendrauf keck aufgefordert, dass ich euch unterstützen solle! – Heisst das, das kaiserliche Gesetz handhaben?

48,17. Ich aber sage euch, der Kaiser ist bereits von allem unterrichtet und hat mich bevollmächtigt, den Landpfleger von Jerusalem abzusetzen, obschon er mir anverwandt ist, und dem Herodes eine Strafe von zehntausend Pfund Goldes aufzulegen.

48,18. Der entsetzte Landpfleger hat sich binnen fünf Tagen bei mir einzufinden und der Herodes seine Geldbusse in längstens dreissig Tagen hier völlig zu entrichten, im widrigen Falle er seines Lehnsrechtes verlustig erklärt wird. Fiat! Cyrenius vice Augusti.“

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