KJUG-46

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Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-46 Kapitel


46. Kapitel - Die gemeinsame Mahlzeit und Josephs Erzählung über die Geschichte der Schöpfung, der Menschheit und des jüdischen Volkes. Des Cyrenius vorsichtiger Bericht an den Kaiser und seine gute Wirkung

46,1. Joseph befahl dann seinen Söhnen, die Tiere zu versorgen und dann nachzusehen, wie es mit den Esswaren aussehe.

46,2. Und diese gingen und taten alles nach dem Willen Josephs, versorgten die Tiere, melkten die Kühe,

46,3. gingen dann in die Speisekammer und fanden dort einen grossen Vorrat von Mehl, Brot, Früchten und auch mehrere Töpfe voll Honig.

46,4. Denn der Wachkommandant war ein grosser Bienenzüchter nach der Schule, wie sie in Rom gang und gäbe war, dass sie darum sogar ein damaliger Dichter Roms besang.

46,5. Und sie brachten daher bald Brot, Milch, Butter und Honig in das Wohnzimmer zu Joseph.

46,6. Und Joseph besah alles, dankte Gott und segnete all die Speisen, liess sie dann auf den Tisch legen und bat den Cyrenius, daran teilzunehmen.

46,7. Dieser erfüllte auch den Wunsch Josephs gerne; denn auch er war ein grosser Freund von Milch und Honigbrot.

46,8. Während der Mahlzeit aber erzählte der Joseph dem Cyrenius ganz kurz die Geschichte des jüdischen Volkes nebst der Geschichte der Schöpfung und des Menschengeschlechtes

46,9. und stellte das alles also bündig und folgerecht dar, dass es dem Cyrenius ganz einleuchtend ward, dass da Joseph sicher die verbürgteste Wahrheit geredet hatte.

46,10. Er ward darob einesteils sehr vergnügt für seinen Teil, aber wieder anderseits betrübt für die Seinen in Rom, von denen er wohl wusste, in welch schändlicher Finsternis sie waren.

46,11. Daher sprach er zu Joseph: „Erhabener Mann und nun grösster Freund meines Lebens!

46,12. Siehe, ich habe nun einen Plan gefasst! – Alles, was ich nun von dir vernommen habe, werde ich also meinem nahe leiblichen Bruder, dem Kaiser Augustus, berichten, aber nur also, als hätte ich's zufällig von einem mir übrigens ganz unbekannten Juden voll Biederkeit vernommen.

46,13. Dein Name und dein Aufenthalt wird nicht im allerentferntesten Sinne berührt; denn warum solle denn der beste Mensch in Rom, der Kaiser Augustus, mein Bruder, ewig sterben müssen?!“

46,14. Diesmal willigte Joseph ein, und der Cyrenius schrieb noch in Ostracine drei Tage lang und sandte es durch ein Extraschiff nach Rom an den Kaiser, mit der alleinigen Unterschrift: Dein Bruder Cyrenius.

46,15. Die Durchlesung dieser Nachricht von Seite des Cyrenius hatte dem Kaiser die Augen geöffnet; er fing dann das jüdische Volk zu achten an und verschaffte ihm sogar die Gelegenheit, gegen eine kleine Taxe als echt römische Bürger aufgenommen zu werden.

46,16. Zugleich aber wurden alle extrafeinen Heidentumsprediger unter irgendeinem Vorwande aus Rom verbannt.

46,17. Aus einem ähnlichen Grunde wurde der sonst in Rom so beliebte Dichter Ovidius aus Rom verbannt, davon man den Grund nicht erfahren konnte; und so erging's dann unter dem Augustus auch dem Priesterstande nicht am besten.

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