KJUG-42

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Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-42 Kapitel


42. Kapitel - Die Wirkung des Gnadensegens an Cyrenius. Josephs demütiges Selbstbekenntnis und Rat an Cyrenius. Die Ankunft in Ostracine (Ägypten)

42,1. Auch der Cyrenius ward von einem grossen Wonnegefühl befallen, dass er darob sprach: „Höre du, mein achtbarster Mann! – Ich empfinde nun also, wie ich's empfunden habe, als ich das Kindlein auf meinen Armen hielt.

42,2. Bist du denn mit demselben einer Natur? – Oder wie ist das, dass ich nun den gleichen Segen empfinde?“

42,3. Der Joseph aber sprach: „Edler Freund! – nicht von mir, sondern allein vom Herrn Himmels und der Erde geht eine solche Kraft aus!

42,4. Mich durchströmt sie nur bei solcher Gelegenheit, um dann segnend in dich überzufliessen; aber ich selbst habe solche Kraft ewig nicht, denn Gott allein ist Alles in Allem!

42,5. Ehre aber in deinem Herzen stets diesen einen, allein wahren Gott, so wird die Fülle dieses Seines Segens nie von dir entweichen!“

42,6. Und weiter sprach Joseph: „Und nun Freund, siehe, wir haben mit der allmächtigen Hilfe des Herrn dieses Ufer erreicht, sind aber, wie es mir vorkommt, noch lange nicht in Ostracine!

42,7. Wo zu liegt es denn, auf dass wir dahin zögen? – Denn siehe, der Tag neiget sich! Was werden wir tun? Werden wir weiterziehen oder hier verbleiben bis morgen?“

42,8. Und der Cyrenius sprach: „Siehe, wir sind am Eingange der grossen Bucht, in deren innerstem Winkel zu unserer Rechten Ostracine liegt als eine reiche Handelsstadt!

42,9. In mässigen drei Stunden mögen wir sie erreichen; aber so wir in der Nacht dort anlangen, so werden wir schwer eine Unterkunft finden! Daher wäre ich der Meinung, für heute hier im Schiffe zu übernachten und uns morgen dahin zu begeben.“

42,10. Joseph aber sprach: „O Freund, wenn es nur drei Stunden sind, da sollten wir nicht hier übernachten! Dein Schiff mag wohl hier verbleiben, auf dass du kein Aufsehen erregest in dieser Stadt – und ich im geheimen komme an den Ort meiner Bestimmung!

42,11. Denn würde die römische Besatzung alldort das Schiff eines Landpflegers Roms entdecken, so müsste sie dich mit grossen Ehren empfangen,

42,12. und ich müsste dann nolens volens mit dir als Freund deine Beehrungen teilen, was mir wirklich im höchsten Grade unangenehm wäre.

42,13. Daher wäre es mir wohl sehr erwünscht, dass wir uns sogleich weiter auf die Reise macheten! – Denn siehe, meine Lasttiere sind nun hinreichend ausgerastet und können uns gar leicht in kurzer Zeit nach Ostracine bringen!

42,14. Meine Söhne sind stark und gut bei Füssen; diese können zu Fuss gehen, und du bedienest dich mit einer nötigen Dienerschaft ihrer fünf Lasttiere, und so ziehen wir leicht den Weg nach der nimmer fernen Stadt!“

42,15. Cyrenius willigte in den Rat Josephs, übergab das Schiff den Schiffsleuten zur treuen Obhut, nahm dann vier Diener mit sich, bestieg die Lasttiere Josephs und zog dann sogleich mit Joseph in die Stadt.

42,16. In zwei Stunden war diese erreicht. Als sie aber in die Stadt einzogen, wurden sie um Schutzbriefe von der Torwache belangt.

42,17. Cyrenius aber gab sich dem Wachkommandanten zu erkennen; dieser liess sogleich ihn begrüssen von den Soldaten und machte dann sogleich Anstalten für die Unterkunft.

42,18. Und so ward unsere Reisegesellschaft ohne den geringsten Anstand alsogleich in dieser Stadt recht wohl aufgenommen und auf das vorteilhafteste untergebracht.

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