KJUG-33

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Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-33 Kapitel


33. Kapitel - Die Vorbereitungen zur Flucht nach Ägypten. Die Vorsorge des Herrn. Joseph bespricht sich mit Cornelius

33,1. In dieser Nacht aber erschien dem Joseph, wie der Maria, ein Engel im Traume und sprach:

33,2. „Joseph! verkaufe die Schätze und kaufe dir noch einige Lasttiere; denn du musst mit deiner Familie nach Ägypten fliehen!

33,3. Siehe, Herodes ist in einen mächtigen Grimm ausgebrochen und hat beschlossen, alle Kinder von ein bis zwölf Jahren Alters zu ermorden, darum er von den Weisen hintergangen ward!

33,4. Diese hätten es ihm anzeigen sollen, wo der neue König geboren ward, auf dass er dann seine Schergen ausgesandt hätte, welche das Kind hätten ermorden sollen, welches da ist der neue König.

33,5. Wir Engel der Himmel aber haben die Weisung vom Herrn erhalten, eher noch, als Er in die Welt ging, über alles das allsorglichst zu wachen, was eure Sicherheit betrifft!

33,6. Darum denn kam ich nun zu dir, um es dir anzuzeigen, was der Herodes tun wird, da er des Einen nicht bestimmt habhaft werden kann.

33,7. Der Hauptmann selbst wird müssen dem Herodes Subsidien leisten, will er nicht von ihm beim Kaiser verraten werden; darum sollst du dich schon morgen auf die Reise machen!

33,8. Solches aber kannst denn du wohl auch dem Hauptmann anzeigen, und er wird dir behilflich sein zur schleunigen Abreise! – Also geschehe im Namen Dessen, der da lebet und sauget die Brüste Marias!“

33,9. Hier ward Joseph wach, und also auch die Maria, die da sogleich mit ängstlicher Stimme den Joseph zu sich rief und ihm dann sogleich ihren Traum erzählte.

33,10. Joseph aber ersah sobald sein Gesicht in der Erzählung Mariens und sagte darauf: „Maria, sorge dich nicht, noch vor der Mitte des Tages sind wir schon übers Gebirge – und in sieben Tagen in Ägypten!

33,11. Ich will aber nun, da es schon helle wird, sogleich ausgehen und alles bestellen zur schnellen Abreise.“

33,12. Hier ging der Joseph auch sobald mit den drei ältesten Söhnen, nahm die Schätze und trug sie hin zu einem Wechsler, welcher ihm sobald die Türe öffnete und ihm alles ablöste um den gerechten Betrag.

33,13. Dann ging Joseph zu einem Lasttierhändler, geleitet von einem Diener des Wechslers, und kaufte sogleich noch sechs lastbare Esel und kam also wohl ausgerüstet wieder in die Höhle zurück.

33,14. Daselbst harrte auch schon der Hauptmann seiner und erzählte ihm sogleich, was für allergrausamst schändlichste Nachrichten ihm von Jerusalem überbracht worden sind. 25. September 1843

33,15. Joseph aber verwunderte sich nicht sehr über diese Erzählung des Hauptmanns, sondern sprach nur in einem gottergebenen Tone:

33,16. „Geehrter Freund! was du mir hier kundgibst, das alles und viel genauer liess mir in dieser Nacht, wie ich es dir gestern meldete, der Herr kundgeben, was alles der Herodes beschlossen hat!

33,17. Siehe, du selbst wirst ihm noch obendrauf müssen Subsidien leisten; denn er will um Bethlehem und in der Stadt selbst alle Kinder von etlichen Wochen Alters bis ins zwölfte Jahr erwürgen lassen, um unter ihnen auch auf das meine zu kommen!

33,18. Darum muss ich heute noch fliehen von hier, dahin mich des Herrn Geist führen wird, um der Grausamkeit Herodis zu entkommen.

33,19. Darum aber ersuche ich dich, dass du mir den sicheren Weg gen Sidon weisest; denn schon in einer Stunde muss ich aufbrechen!“

33,20. Als der Hauptmann aber solches vernommen hatte, ward er ergrimmt über alle Massen über den Herodes und schwor ihm unversiegbare Rache, sagend:

33,21. „Joseph, so wahr es jetzt Tag wird und die Sonne schon über dem Horizonte steht, so wahr dein Gott lebt, so wahr will ich mich als edelster Patrizier Roms eher ans Kreuz binden lassen, ehe ich solch ein Unternehmen den Wüterich werde ungestraft verüben lassen!

33,22. Führen will ich dich sogleich übers Gebirge selbst mit einer guten Bedeckung; und weiss ich dich in Sicherheit, dann werde ich zurückeilen und sogleich einen Eilboten nach Rom senden, der dem Kaiser alles anzeigen soll, was da der Herodes zu unternehmen gedenkt.

33,23. Ich aber werde alles Mögliche aufbieten, um hier das Vorhaben des Scheusals zu hintertreiben.“

33,24. Und der Joseph erwiderte: „Guter, achtbarster Freund! Wenn du schon etwas tun kannst, da beschütze wenigstens die Kinder von drei bis zwölf Jahren! Solches wird in deiner Macht stehen!

33,25. Aber die Kindlein von der Geburt an bis ins zweite Jahr wirst du nicht zu schützen vermögen!

33,26. Ersteren Schutz aber wirst du auch nicht durch Gewalt, sondern allein durch Klugheit zu bewerkstelligen imstande sein!

33,27. Der Herr aber wird dich in solcher Klugheit leiten! Darum denke nicht viel, was du tun wirst; denn der Herr wird dich leiten im geheimen!“

33,28. Der Hauptmann aber sprach: „Nein, nein, der Kinder Blut solle nicht fliessen; eher will ich militärische Gewalt brauchen!“

33,29. Joseph aber sprach: „Siehe, was kannst du wohl tun, so der Herodes schon mit einer ganzen römischen Legion soeben Jerusalem verlässt, – wirst du wider deine eigene Macht ins Feld ziehen? – Daher tue, wie dich der Herr leiten wird, damit du auf freundlichem Wege doch die Drei- bis Zwölfjährigen rettest!“ – Hier gab der Hauptmann nach.

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