KJUG-298

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Hauptseite Kinder- und Jugendzeit Jesu KJUG-298 Kapitel


298. Kapitel - Kurze Schilderung der Tempelszene des zwölfjährigen Jesus durch Seinen Bruder Jakob. Jesus zieht Sich nun ganz zurück bis zur Hochzeit zu Kana

298,1. Von da an zog Sich Jesus zurück und verübte offen keine Tatenwunder mehr bis zur Zeit der Hochzeit zu Kana in Galiläa.

298,2. Nur im zwölften Jahre verübte der Knabe Jesus, da Er zum Feste nach Jerusalem zum ersten Male kam, im Tempel, wie es im Evangelium bekanntgegeben ist, ein Wunder unter den Gelehrten durch Seine Weisheit, –

298,3. welches Wunder ich, Jakob, da ich nicht zugegen war, mir erst später vom Herrn Selbst habe kundgeben lassen, das kurz beschrieben darin bestand:

298,4. Im grossen Gedränge verloren Joseph und Maria Jesum im Tempel und meinten, da Er nicht bei ihnen war, so würde Er sicher mit der Salome oder noch sonstigen Verwandten und Bekannten schon heimgezogen sein.

298,5. Und so gingen die beiden der Nazaräer-Karawane nach und trafen sie erst am Abende in der Herberge zwischen Nazareth und Jerusalem.

298,6. Da sie aber allda Jesum nicht fanden, da wurden sie sehr betrübt, nahmen einige Begleiter und zogen in der Nacht nach Jerusalem zurück.

298,7. Da angelangt, ging Joseph sogleich zum Landpfleger Cornelius, der damals noch in Jerusalem das Land pflegte.

298,8. Joseph gab dem ihm überaus freundlich entgegenkommenden Cornelius sogleich kund, was ihm begegnet ist,

298,9. und dieser gab dem Joseph sogleich eine römische Wache, mit der Joseph alle Häuser durchsuchen durfte.

298,10. Also durchstöberte Joseph nahe ganz Jerusalem und fand Jesum dennoch nirgends nach einem drei Tage langen Suchen.

298,11. Da ward es den beiden überaus bange; sie gaben die Wache dem Cornelius ganz traurig zurück und liessen sich nicht trösten von ihm.

298,12. Da es aber schon ziemlich gegen den Abend an der Zeit war, da wollte sie Cornelius bei sich behalten.

298,13. Joseph aber sprach: „O edler Freund, ich will ja bei dir verbleiben diese Nacht, aber zuvor muss ich hinauf in den Tempel und will dort opfern Gott dem Herrn aus und in meinem traurigen Herzen, das wir verloren haben!“

298,14. Da liess Cornelius den Joseph mit der Maria hinauf in den Tempel ziehen.

298,15. Und siehe, da fanden sie Jesum unter den Gelehrten sitzend, wie Er sie befragte, belehrte und ihnen auf ihre Fragen Antworten gab, dass sich darob alle höchlichst erstaunten;

298,16. denn Er erklärte ihnen die geheimsten Stellen aus den Propheten, belehrte sie über die Sterne, über ihre Bahnen, über ihr Grundlicht, über ihr zweites, drittes, viertes, fünftes und sechstes und siebentes Licht.

298,17. Also beschrieb Er ihnen auch das Wesen der Erden und zeigte ihnen den physischen, psychischen und geistigen Zusammenhang der Dinge –

298,18. und bewies allen die Unsterblichkeit der Seele auf eine so unerhörte Art, dass darob alle sprachen:

298,19. „Wahrlich, so etwas ist noch nie erhört worden! Ein Knabe von zwölf Jahren ist weiser in einem Finger als wir alle zusammengenommen!“

298,20. Da traten Joseph und Maria hin zu Jesum und sprachen zu Ihm:

298,21. „Aber warum doch hast Du uns das angetan?! – Siehe, wir haben Dich mit grossen Schmerzen drei Tage lang gesucht und konnten Dich nicht finden!“

298,22. Jesus aber sprach: „Warum tatet ihr das? (Draussen nämlich mit Hilfe der Soldaten.)

298,23. Wusstet ihr denn nicht ehedem von dem Hause Meines Vaters, und dass Ich darin tun musste, was da Meines Vaters ist?!“

298,24. Die beiden aber verstanden diese Worte nicht, und Jesus folgte ihnen sogleich willig nach Hause, nachdem Er zuvor mit ihnen bei Cornelius übernachtet hatte.

298,25. Die Gelehrten aber priesen die Maria überglücklich, dass sie ein solches Kind hatte.

298,26. Von da an zog Sich dann Jesus ganz zurück und verübte vor den Menschen bis in Sein dreissigstes Jahr kein Wunder mehr, und lebte und arbeitete dann wie ein jeder andere Mensch. – –

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