KJUG-291

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291. Kapitel - Die Nachbarn suchen Rat bei Joseph als dem Freund des Cornelius. Jesus warnt Joseph vor Unvorsichtigkeit. Einblick in die göttliche Weltregierung: Wie das Volk - so seine Regierung! ,,Ich bin der Herr auch über Rom!"

291,1. Ein anderes Mal, eben wieder an einem Vorsabbate, kamen mehrere Nachbarn wieder zum Joseph mit ihren Kindern, um sich da mit ihm über manche sie drückende Angelegenheiten zu beraten;

291,2. denn diese Nachbarn wussten es, dass Joseph sehr wohlan mit dem Landpfleger war.

291,3. Um diese Zeit aber bekam Joseph auch ein Schreiben von Tyrus, und zwar von Cyrenius, der sich um das Befinden Josephs und ganz besonders um den kleinen Jesus erkundigte, sobald er von Rom in Tyrus wieder ankam.

291,4. Um dieses Schreiben aber wussten die Nachbarn nicht,

291,5. wie auch nicht, dass Joseph ein so grosser Freund vom Statthalter Cyrenius wäre.

291,6. Da wollte Joseph mit dem Briefe zum Vorscheine kommen und wollte dadurch den Nachbarn einen sichereren Trost bereiten,

291,7. da er ihnen dadurch zeigen wollte, wie er sich für sie gegen den Mietkönig beim Statthalter selbst wirkungsvollst verwenden werde, –

291,8. und das um so sicherer mit dem besten Erfolge darum, weil die Eudokia wie die fünf Mägde vollends dem Cyrenius angehören.

291,9. Da sprang aber das Kindlein schnell zum Joseph und sagte sehr heftig:

291,10. „Joseph, Joseph! tue das nimmer, denn Ich bin der Herr!

291,11. Wirst du den Brief zeigen, so werde Ich die Erde schlagen; denn Ich bin der Herr auch über Rom – und nicht der Cyrenius! – und nicht der Augustus Caesar! –

291,12. Ich sage dir, wäre das Volk besser als der Mietkönig, so wüsste Ich den Archelaus zu finden!

291,13. Da aber das Volk nicht um ein Haar besser ist, so solle es nur tragen die eigene Last in dem Mietkönige, der da ein Geizhals ist, wie das gesamte Volk!

291,14. Hiess es nicht: Auge für Auge, Zahn für Zahn, und so weiter? – Also heisse es auch: Geiz für Geiz und Neid für Neid!

291,15. Demnach ist Archelaus ja ein wahrer Arzt diesem hartherzigen Volke; und er solle bleiben, wie er ist, bis an sein Ende!“

291,16. Diese Rede verdross die Nachbarn, und sie sprachen:

291,17. „Das wäre uns ein sauberer Patron von einem Messias!

291,18. Uns schilt er und lobet darum den Heiden Archelaus!“

291,19. Das Kindlein aber stampfte mit der Ferse in den Boden und sprach:

291,20. „Erde! erbebe, auf dass deine blinden Kinder erfahren, dass Ich dein Herr es bin!“

291,21. Und plötzlich entfuhr der gestampften Stelle Feuer, und der Erdboden bebte gewaltig.

291,22. Da erschraken alle Anwesenden und sprachen: „Was doch ist das Kind?! Denn es bebet die Erde ja vor Ihm!

291,23. Lasst uns von dannen ziehen; denn neben diesem Kinde ist nicht gut sein!“ – Und alles verliess bald den Joseph und eilte davon. – Und so ward Joseph wieder einer grossen Gefahr enthoben.

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