KJUG-279

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279. Kapitel - Zweijährige Wunderpause des Kindleins. Jonathas Ankunft aus Ägypten. Grosse Freude darüber im Hause Josephs und des Kindleins Rat an Jonatha. Jonatha als Fischer am Galiläischen Meer

279,1. Also vergingen zwei Jahre, und es ereignete sich nichts Auffallendes mehr im Hause Josephs.

279,2. Cyrenius erhielt wohl sobald die Nachricht von der Übersiedlung des Joseph, konnte ihn aber da dennoch nicht besuchen, weil er gerade in dieser Zeit mit Staatsgeschäften aus Rom überhäuft war.

279,3. Und nicht um vieles besser erging es auch dem Cornelius;

279,4. denn auch er bekam so oft die dringendsten Geschäfte, sooft er sich eine Vakanz machen wollte, um seine Salome und den Freund Joseph zu besuchen.

279,5. Es hatte dies alles schon der Herr also vorgesehen, auf dass das Kindlein in Nazareth in einer desto grösseren Unbeachtsamkeit wachsen konnte.

279,6. Also war man auch in Nazareth in einer vollen Unkenntnis über das Wesen des Kindes.

279,7. Nur der schon bekannte Arzt zog zufolge seiner Wunderkuren eine allgemeine Aufmerksamkeit auf sich;

279,8. und es ist förmlich zum Sprichworte geworden, dass man zu den Kranken sagte:

279,9. „Wenn dich Nazareth nicht heilt, so heilt dich auch die ganze Welt nicht – und Siloha nicht!“

279,10. Salome aber war dennoch stets sehr bemüht, dem Hause Josephs nach Möglichkeit zu dienen, und das Kindlein hielt Sich viel im Hause der Salome auf.

279,11. Nach zwei Jahren aber kam endlich Jonatha aus Ägypten dem Joseph nach und besuchte den Joseph.

279,12. Und Joseph hatte eine übergrosse Freude, seinen Freund wiederzusehen, und das Kindlein hüpfte auch voll Freude um Seinen grossen Fischer.

279,13. Als Jonatha ganz allein bei drei Wochen im Hause Josephs zugebracht hatte, da ihm all die Seinen in Ägypten an einer ausgebrochenen Seuche (Gelbfieber) gestorben waren,

279,14. da bat er den Joseph, ob er ihm nicht hier bei Nazareth zu irgendeinem Fischergewerbe verhelfen könnte.

279,15. Da stand einmal wieder das Kindlein auf und sagte zum Jonatha:

279,16. „Weisst du, lieber Jonatha, hier sind die Menschen böse, zumeist, und sehr eigennützig,

279,17. da wird für dich nicht viel zu machen sein! Aber gehe du ans Galiläische Meer, das eben nicht weit von hier ist, da ist die Fischerei noch frei!

279,18. Dort wirst du bald ein gutes Plätzchen finden und wirst stets die besten Fische leichtlich bekommen.

279,19. Mit diesen Fischen komme dann öfter zum Markte nach Nazareth, und du wirst einen guten Absatz finden!“

279,20. Jonatha folgte sogleich diesem Rate, und siehe, er fand da sobald eine Witwe, die am Meere Galiläas ein Häuschen hatte.

279,21. Und diese Witwe fand sogleich ein grosses Wohlgefallen an Jonatha, nahm ihn in ihr Haus und reichte ihm auch bald die Hand.

279,22. Und so ward Jonatha nun abermals ein ausgezeichneter Fischer im Galiläischen Meere und machte ob seiner allerbilligsten Fischpreise allenthalben die besten Geschäfte,

279,23. wobei er aber auch stets auf das eifrigste bemüht war, allwöchentlich den Joseph und die Salome mit einer besten Ladung von den edelsten Fischen reichlich zu beschenken. –

279,24. Und dieses Ereignis war seit zwei Jahren das allein denkwürdige; sonst aber ist bis dahin nichts geschehen, das da einer Aufzeichnung wäre wert gewesen.

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