KJUG-266

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266. Kapitel - Des Cornelius Frage, ob Cyrenius von der Abreise Josephs wisse. Josephs Antwort. Cornelius erklärt Joseph die römischen Geheimschreiben

266,1. Nachdem aber fragte der Cornelius auch den Joseph, ob davon Cyrenius wohl Kenntnis habe, dass nämlich Joseph Ägypten verlassen habe.

266,2. Und falls er keine Kenntnis hätte, ob man ihn davon aus staatlichen Rücksichten nicht alsogleich solle in die vollste Kenntnis setzen.

266,3. Und der Joseph sprach: „Freund, tue gegen deinen Bruder, was du willst;

266,4. aber um das bitte ich dich wohl, dass du ihm sagen möchtest, er solle ja nicht zu bald zu mir kommen!

266,5. Und wann er aber schon kommen möchte, da solle er ja bei Nacht und Nebel kommen, auf dass sein Erscheinen bei mir ja niemand bemerke,

266,6. und mein Haus dadurch nicht eine sehr widrige Aufmerksamkeit auf sich ziehe, die mir und dem Kinde schädlich und für die göttliche Ruhe meines Hauses störend sein möchte!“

266,7. Als der Cornelius solches von Joseph vernommen hatte, da sprach er:

266,8. „O du mein erhabenster Freund, des sei ruhig! – Denn was ,streng inkognito zu jemanden kommen‘ betrifft, da sind wir Römer Meister!

266,9. Und so wird, sowie ich morgen nach Jerusalem kommen werde, das mein erstes Geschäft sein, dass ich in aller Stille meinen Bruder durch ein Geheimschreiben benachrichtigen werde, dass du hier bist.

266,10. Mit so einem Schreiben will ich den Archelaus selbst, wenn es darauf ankäme, zu meinem Bruder senden, und er wird nicht wissen, was darauf steht, wenn das Schreiben auch unversiegelt sich in seinen Händen befände!“

266,11. Joseph aber fragte den Cornelius, wie da wohl ein solches Geheimschreiben möglich wäre.

266,12. Und der Cornelius sprach: „O erhabenster Freund! Nichts leichter als das!

266,13. Siehe, man nimmt einen langen, etwa einen Finger breiten Pergamentstreifen.

266,14. Diesen Streifen wickelt man schneckengewindartig ganz genau um einen runden Stab, so dass die Ränder genau aneinanderstossen.

266,15. Ist also der Streifen aufgewunden über den runden Stab, da schreibt man dann nach der Länge des Stabes über alle die Gewinde des Pergamentstreifens sein Geheimnis.

266,16. Nun hat aber der Cyrenius einen genau gleich dicken Stab, wie da der meinige ist.

266,17. Habe ich das Schreiben beendet, so wird es dann vom Stabe abgerollt und sicher ganz offen an meinen Bruder durch wen immer übersendet, –

266,18. und kein Mensch ist dann ohne einen gleichen Stab imstande, den Inhalt eines solchen Schreibens nur von ferne her zu entziffern;

266,19. denn er entdeckt auf dem Streifen nichts als zumeist einzelne Buchstaben oder höchstens Silben, aus denen er gewiss in Ewigkeit nicht klug wird, was da auf dem Streifen steht! – Joseph, hast du mich verstanden?“

266,20. Und Joseph sprach: „Ganz vollkommen, liebster Bruder!

266,21. Also magst du immerhin deinem Bruder schreiben; denn also wird das Geheimnis wohl niemand entziffern!“

266,22. Darauf wandte sich der Cornelius an die Eudokia und besprach sich über verschiedenes mit ihr.

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