KJUG-263

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263. Kapitel - Salome übergibt Joseph Haus und Hof in bestem Zustande. Die Verlegenheit Josephs. Die Demut und Liebe der Salome. Ihr herrliches Zeugnis über den Herrn. Ein Wort des Herrn über die Liebe

263,1. Die Dienerschaft der Salome und das Gefolge des Cornelius und die Salome und der Cornelius selbst halfen alles Gepäck des Joseph unterbringen.

263,2. Und die Salome führte die Gesellschaft in die wohleingerichteten Gemächer des Wohngebäudes.

263,3. Und der Joseph verwunderte sich sehr über die grosse Reinlichkeit, die in seinem Hause hergestellt war.

263,4. Es waren alle Betten neu und die alten gereinigt; also war auch der Stall auf das zweckmässigste eingerichtet.

263,5. Und der Joseph überzeugte sich von allem, wie vortrefflich die Salome für ihn gesorgt hatte.

263,6. Und er fragte die Salome: „O liebe Freundin, du siehst ja, dass ich arm bin und habe nun nichts von irgendeinem Vermögen! – Wie werde ich dir das wohl je abstatten können?“

263,7. Als die Salome solche Frage von Joseph vernommen hatte, da sprach sie weinend:

263,8. „O du mein erhabenster Freund! Was habe ich wohl auf dieser Welt, das ich nicht empfangen hätte von Dem, der nun auf den Armen der zarten Mutter ruht?!

263,9. Habe ich es aber doch ewig wahr von Dem empfangen, der bei dir ist so ewig wunderbarst; wie könnte ich das mein nennen, was von Ewigkeit Dessen war, der mit dir ist? –

263,10. O – der Herr, der Heilige von Ewigkeit, kam ja nicht in die Fremde zu uns armen Sündern,

263,11. sondern Er kam ja in Sein ewiges Eigentum; daher können wir Ihm ja nichts geben, als hätten wir etwas;

263,12. sondern wir bringen Ihm nur das Seinige dar mit der Kraft, die Er uns gegeben hat.

263,13. Und also ist wohl jede Erwähnung von einer Schuld an mich von deiner Seite für ewig ungültig; denn ich bin schon durch die Gnade dieses endlos höchsten Berufes, für dich zu sorgen, für alle Ewigkeit belohnt,

263,14. und das um so mehr, da ich es in der ganzen Tiefe meines Lebens fühle, dass ich zu diesem heiligen Berufe sicher die Unwürdigste bin!“

263,15. Hier konnte die Salome nicht weiterreden; sie schwieg darum und weinte vor Liebe und Wonne.

263,16. Das Kindlein aber wurde hier wach und munterte sich auf.

263,17. Als Es so recht heiter Sich auf dem Schosse der Maria aufgerichtet hatte, da sah Es gar liebvollst nach der Salome und nach dem Cornelius hin und sprach:

263,18. „O Salome, und du auch, Mein Cornelius! – Sehet, Ich schlief; aber eure grosse Liebe hat Mich aufgeweckt!

263,19. Wahrlich, das ist süss und angenehm; also solle es verbleiben für ewig!

263,20. Von nun an will Ich schlafen in Meinem Urwesen für jedermann; aber wer mit eurer Liebe zu Mir kommen wird, der wird Mich erwecken für sich auf ewig!

263,21. Salome, nun begebe dich zur Ruhe; morgen aber bringe Mir ein gutes Frühstück!“

263,22. Salome war darob höchst entzückt, dass sie zum ersten Male also hat den Herrn reden hören. Alles lobte und pries Gott und begab sich darauf zur Ruhe.

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