KJUG-262

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262. Kapitel - Cornelius und Salome begrüssen die hl. Familie. Der Einzug der müden Wanderer ins alte Heim

262,1. Als sich die Salome erholt hatte von ihrer Entzückungsohnmacht, da sagte sie zum Cornelius: „O Freund, das ist zuviel auf einmal für einen schwachen Menschen!

262,2. Gönne mir nur eine kleine Ruhe, sodann werde ich hingehen und werde dieser heiligen Familie meine Aufrechthaltung ihres Hofes kundtun!“

262,3. Und der Cornelius sprach: „Weisst du was, wenn du dich zu schwach fühlst, so lasse mich hingehen in deinem Namen und der Familie anzeigen, was du für sie getan hast!

262,4. Denn siehe, hier ist nicht Zeit zu verlieren! Diese erhabenen Reisenden werden sehr müde sein und bedürfen ehestmöglich einer guten Unterkunft; darum will ich an deiner Statt sogleich hingehen.“

262,5. Als die Salome solches von Cornelius vernommen hatte, da sprach sie:

262,6. „O Freund! du hast recht; ich aber habe mich schon gefasst nun, und so will ich auch sogleich mit dir hinziehen.“

262,7. Nach solchem Entschlusse gingen die beiden hin zur Gesellschaft.

262,8. Und der Cornelius nahm das Wort und sprach: „Gott, der Herr Israels ist mit euch, wie auch mit mir und meiner Gefährtin Salome!

262,9. Es gelang mir, euch zu erkennen, und es unterliegt nun keinem Zweifel mehr, dass du alter, biederer Mann derselbe Joseph mit dem jungen Weibe Maria bist, der vor drei Jahren nach Ägypten zog, um der Verfolgung des Herodes zu entgehen.

262,10. Ich bin darum hergeeilt, um dich alsogleich aufzunehmen und dich in dein Eigentum einzuführen.“

262,11. Als der Joseph solches von Cornelius vernahm, da stand er auf und fragte ihn:

262,12. „Guter Mann, wer bist du denn, dass du mir solches künden magst?

262,13. Sage mir an deinen Namen, und ich will dir sogleich folgen!“

262,14. Und der Cornelius sprach: „Erhabenster Greis! Siehe, ich bin der Landpfleger von Jerusalem,

262,15. und mein Name ist Cornelius, und bin derselbe, der dir in Bethlehem eine kleine Freundschaft erwies!

262,16. Darum sorge dich um nichts weiter nun; denn siehe, diese meine Freundin, die Salome aus Bethlehem, hat deinen Auftrag genau befolgt!“

262,17. Hier stürzte die Salome hin zu des Josephs Füssen und sprach mit bebender Stimme:

262,18. „Freude mir armen Sünderin, dass dich meine unwürdigsten Augen wiedersehen!

262,19. O komme, komme in dein Haus! Denn mein Haus ist solcher Gnade nicht wert!“

262,20. Joseph ward hier zu Tränen gerührt und sprach:

262,21. „O grosser Gott, Vater! – Wie gut bist Du! Du führst den müden Wanderer ja allzeit ans beste Ziel!“

262,22. Darauf umarmte er den Cornelius und die Salome und zog dann sogleich mit ihnen in seinen Hof.

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