KJUG-253

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253. Kapitel - Das Mittagsmahl von Fischen und Honigkuchen. Der mutwillige Diebstahl der Hausgeräte und des Schüsselchens des Kindleins. Unerbittlichkeit des Kindleins gegen böse Mutwillige

253,1. In einer Stunde war ein gutes Mittagsmahl bereitet, das in fünf wohlzubereiteten Fischen und in vierzehn Honigkuchen bestand;

253,2. denn der Honig war das einzige im Speisekasten, das von den Dieben verschont worden war.

253,3. Also ward auch für einen guten Trank gesorgt, den Joseph und die Maria selbst aus Wasser und Zitronensaft mit Beimischung von etwas Honig bereiteten.

253,4. Als also das Mahl bereitet war und aufgetragen auf den Tisch, da erst dachten die Söhne an das Tischzeug, als Löffel, Gabeln und Messer, das im Hause Josephs freilich wohl zum grössten Teile von Holz war.

253,5. Aber auch dieses unwertvolle Gerät blieb von den Dieben nicht verschont!

253,6. Und so hatte der Joseph nun wohl die Speisen auf dem Tische, aber kein auch nur allernotdürftigstes Esszeug dazu.

253,7. Hier ging der Joseph in die Küche und fragte die Söhne, was denn das doch für eine Bestellung des Tisches wäre;

253,8. wie man doch ohne Esszeug Speisen auf den Tisch stellen kann und mag!

253,9. Die Söhne aber sprachen: „Vater, da sieh einmal her: einen Rost und zwei Töpfe und einen einzigen, allerschlechtesten Kochlöffel, ein Messer und eine hölzerne Gabel haben sie uns gelassen, –

253,10. alles andere haben sie uns genommen; also müssen wir auch die Milch nun in einem einzigen Milchschaffe stehenlassen, weil auch die Milchtöpfe alle hin sind!“

253,11. Als der Joseph sich von dem allem überzeugt hatte, da ging er mit dem einzigen Kochlöffel und mit dem einen Messer und mit der einen Gabel in das Speisezimmer und sprach zum Jonatha:

253,12. „Da – Bruder! – siehe, da ist nun unser ganzes Tischgerät! – Wahrlich, das ist Mutwille, und der sollte bestraft werden!

253,13. Ich lasse mir eine Dieberei auf wertvolle Sachen und eine Dieberei aus Not gefallen!

253,14. Aber bei diesem Diebstahle ist weder eines noch das andere der Fall;

253,15. sondern da leuchtet der sträflichste Mutwille heraus, und den sollte auch der Herr nicht ungestraft dahingehen lassen!“

253,16. Nach dieser Argumentation sassen alle zum Tische nieder, und Joseph zerteilte mit dem einen Messer den Fisch und legte vor jeden einen Teil mit der einen Gabel und verteilte auch also die Honigkuchen.

253,17. Da aber das Kindlein Sein Schüsselchen nicht vor Sich hatte, da fragte Es den Joseph, ob denn auch das Schüsselchen gestohlen sei.

253,18. Und die Maria sprach: „Ganz sicher, Du mein herzallerliebstes Gottsöhnlein; denn sonst wäre es wohl sicher vor Dir!“

253,19. Und das Kindlein sprach darauf: „Wahrlich, Joseph hat recht; das war Mutwille, und der solle auch bestraft sein allzeit und ewig!

253,20. Der Böses tut und kennt es nicht, der solle belehrt werden, desgleichen auch, der es tut in der Not!

253,21. Wer aber das Gute kennt, tut aber dennoch aus purem satanischen Mutwillen Böses, der ist ein Teufel aus dem Fundamente der Hölle und muss mit Feuer gezüchtiget werden!“

253,22. Darauf verzehrte ein jeder seinen Teil mit der blossen Hand.

253,23. Es waren aber die Essenden noch kaum mit ihrem Mahle zu Ende, da vernahm man schon von draussen her ein gar entsetzliches Geheul.

253,24. Was war es denn? – Es waren die Diebe, die mutwillig das notwendige Hausgerät Josephs gestohlen hatten, um es zu verderben.

253,25. Ein jeder war umwunden mit einer glühenden Schlange und schrie um Hilfe; aber das Kindlein erhörte sie nicht, sondern trieb sie alle, bei hundert an der Zahl, mit Seiner Allmacht in das Meer, allwo sie alle umkamen. – Das war das einzige Mal, wo Sich das Kindlein unerbittlich gezeigt hatte.

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